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Arbeitsschutz
 

 
 

04.09.2017

Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit ASV | Meldungen September 2017

Zahl des Monats September: 1.349

Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 1.349 Personen auf die Aufnahme und Speicherung von radioaktiven Stoffen im Körper (Inkorporation) überwacht. Bei 59 der überwachten Personen wurden Inkorporationen nachgewiesen.

Durch Inhalation (Einatmen), Ingestion (Schlucken), Injektion (nuklearmedizinische Behandlung) oder durch die Aufnahme in den Blutkreislauf, z.B. über offene Wunden, können radioaktive Stoffe (Radionuklide) in den Körper gelangen. Dieser Vorgang wird als interne Kontamination oder Inkorporation bezeichnet. Die potentielle Gefährdung für eine Inkorporation ist besonders hoch, wenn Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer mit offenen radioaktiven Stoffen arbeiten. Also Stoffen, deren Strahlung nicht oder nur unvollständig durch eine umschließende Hülle abgeschirmt wird (§ 3 Abs, 2 StrlSchV).

Werden radioaktive Stoffe in den Körper aufgenommen, führen sie bei den Betroffenen zu einer inneren Strahlenexposition. Übersteigt die Strahlen-Dosis im Körper bestimmte Grenzwerte, kann sich das schädlich auf die Gesundheit auswirken und beispielsweise zu Schäden und krankhaften Veränderungen an Organen oder Knochen führen.

Beschäftigte, die berufsbedingt einem höheren Risiko durch Inkorporation mit Folgedosis ausgesetzt sind, werden deshalb regelmäßig auf Inkorporation untersucht. Bei welchen Beschäftigten eine solche Überwachung vorgeschrieben ist, kann in der Strahlenschutzverordnung (§§ 40, 41 StrlSchV) nachgelesen werden. Zur Risikogruppe der möglicherweise exponierten Personen gehören etwa Personen, die im Bereich der Nuklearmedizin mit offenen radioaktiven Stoffen arbeiten oder Menschen, die in der Kerntechnik tätig sind.

Die Strahlenschutzmessstelle des Landesinstituts für Arbeitsgestaltung NRW untersucht potentiell durch Inkorporation gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Die Nachweisverfahren für diese Untersuchung variieren nach der Art der Radionuklide. So kann eine Inkorporation durch Gammastrahlung beispielsweise mithilfe einer Ganzkörpermessanlage ermittelt werden. Bei Alpha- und Betastrahlung, die nur eine geringe Strahlungsreichweite von wenigen Zentimetern haben, wird die Strahlenaktivität dagegen anhand des Urins oder anderer Ausscheidungen untersucht. (https://www.lia.nrw.de/themengebiete/strahlenschutz/inkorporationsmesstelle1).

Radioaktive Stoffe nehmen wegen ihres Gefährdungspotentials eine besondere Stellung im Arbeitsschutz ein. Aus diesem Grund sind sie Thema der diesjährigen LIA.NRW-Jahrestagung. Bei der Veranstaltung ist neben der Inkorporationsüberwachung auch der vermehrte Einsatz von Alpha-Strahlern in der medizinischen Therapie, bei dem schon eine geringe Inkorporation beim Personal zu hohen Strahlendosen führen kann, ein Thema. Ebenfalls im Fokus stehen mögliche innere Expositionen von Beschäftigten beim Rückbau kerntechnischer Anlagen, beim Umgang mit natürlichen radioaktiven Stoffen und in Notfallsituationen.


LIA.fakten: Berufseinstieg

Viele Azubis sind nun seit gut einem Monat in ihren Ausbildungsbetrieben beschäftigt. Besonders am Anfang müssen neue Eindrücke verarbeitet werden, denn das Arbeitsleben unterscheidet sich häufig stark von den Anforderungen der Schulzeit. Die Beschäftigtenbefragung 2016 des LIA.nrw zeigt, dass lange Arbeitswege von den meisten Berufsanfängerinnen und –anfängern (26,7%) als ziemlich oder stark belastend empfunden werden. Im Schuljahr 2016/17 wohnte gut ein Drittel (33,9%) der 560.812 Schülerinnen und Schüler der Berufskollegs (ohne Förderschulen) in NRW in einem anderen Schulamtsbezirk als dem Schulort (Quelle: IT.NRW https://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2017/pres_229_17.html).

Eine Möglichkeit, Belastungen entgegenzuwirken und eine erfolgreiche Integration in den Betrieb zu gewährleisten, bieten gesundheitsförderliche Interventionen (www.lia.nrw/bgm) innerhalb des Betriebes und eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung (www.lia.nrw/gefaehrdungsbeurteilung). Um speziell das Pendeln - nicht nur für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger - erträglicher zu gestalten, ist beispielsweise eine flexible Arbeitszeitgestaltung hilfreich, wie gleitende Arbeitszeiten oder Arbeit von zu Hause.

•    LIA.fakten. Arbeitsbelastungen bei Berufseinsteigern: Gesundheitsbewusstsein rechtzeitig fördern. www.lia.nrw/berufseinstieg
•    BMAS: Klare Sache. Informationen zum Jugendarbeitsschutz und zur Kinderarbeitsschutzverordnung (https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a707-klare-sache-jugendarbeitsschutz-und-kinderarbeitsschutzverordnung.pdf)
•    BAuA: Arbeiten ohne Pause – Verstöße gegen Pausen- und Ruhezeitregelungen von jungen Beschäftigten (https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Fakten/BIBB-BAuA-19.pdf)


Initiative Neue Qualität der Arbeit: Jetzt Fördermittel beantragen

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles gab im Juni den Startschuss für die Einrichtung von betrieblichen Lern- und Experimentierräumen. Die Idee: In geschützten Räumen können Unternehmen und Verwaltungen neue Arbeitsweisen in den Themenfeldern Führung, Chancengleichheit und Teilhabe, Gesundheit oder Wissensmanagement erproben. Unternehmensleitung und Beschäftigte suchen gemeinsam und ohne Vorbehalte nach neuen Wegen, den Wandel der Arbeitswelt zu gestalten.

Ab sofort können auch Fördermittel für die Einrichtung neuer Lern- und Experimentierräume beantragt werden. Dazu hat das BMAS am 14. August die Förderrichtlinie „Zukunftsfähige Unternehmen und Verwaltungen im digitalen Wandel" (https://www.gsub.de/fileadmin/user_upload/BAnz_AT_14.08.2017_B2.pdf) veröffentlicht. Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (http://www.inqa.de) unterstützt die Entwicklung und Erprobung dieser neuen Arbeitsweisen und sichert durch ihre sozialpartnerschaftliche Struktur und die Partnernetzwerke den Transfer der Innovationen.

Förderfähig sind Lern- und Experimentierräume, die innovative Lösungen für die Gestaltung der digitalen Arbeitswelt entwickeln. Außerdem müssen sie auf betrieblicher Ebene unter Beteiligung der Belegschaft stattfinden und durch wissenschaftliche Einrichtungen begleitet und evaluiert werden. Teilnehmende Unternehmen und Verwaltungen können ihre Experimentierräume auf dem Online-Portal http://www.experimentierräume.de präsentieren und sich mit anderen Teilnehmenden austauschen. Antragsberechtigte Unternehmen, Verwaltungen und Einrichtungen können sich bis zum 30. Oktober 2017 um eine Förderung bewerben. Die Förderung beginnt im ersten Halbjahr 2018, der maximale Förderzeitraum beträgt drei Jahre.

•    Weitere Informationen und Materialien zum Bewerbungsverfahren, den Förderbedingungen und dem Leistungsumfang: https://www.gsub.de/projekte/fachkraeftesicherung-in-der-wirtschaft/exp


Tag des Handwerks: #einfachmachen

Am 16. September ist Tag des Handwerks. Demografischer Wandel, Fachkräftesicherung und Wettbewerbsdruck – Bäckerinnen, Schreiner, Metallbauerinnen und Friseure stehen vor der Herausforderung, ihren Handwerksbetrieb fit für die Zukunft zu machen. Dazu gehören auch gesunde Beschäftigte: Im Handwerk wird in vielen Unternehmen bisher nur wenig oder gar nicht über Stress und psychische Belastungen gesprochen, Stress und psychische Belastungen sind aber nicht nur Probleme auf Führungsebene von großen Firmen.

Oft fehlt in den kleinen und mittleren Betrieben die Zeit, über Ursachen und Lösungen in Ruhe nachzudenken. Kleine Veränderungen der Arbeitsabläufe können viel Entspannung bringen: Auf der Internetseite www.lia.nrw/kein-stress-mit-dem-stress werden Lösungen und Tipps von Betrieben aus dem Handwerk, dem Gastgewerbe und der Pflegebranche vorgestellt. Sie zeigen, wie man Präventionsmaßnahmen erfolgreich im Arbeitsalltag umsetzen kann.

Die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern lohnt sich, denn gestresste Beschäftigte werden häufiger krank und dauerhafter Stress erhöht die Unfallgefahr. Das ist oft verbunden mit hohen Kosten für die Fehlerbeseitigung und einem Verlust des Ansehens der Firma. Andauernder Stress wirkt sich auf das Betriebsklima aus, was zu Konflikten und einer schlechten Stimmung im Team führen kann. Unzufriedene, gestresste Beschäftigte neigen dazu, innerlich zu kündigen und nur noch „Dienst nach Vorschrift“ zu verrichten.

Studien zeigen: Jeder vom Betrieb in die Gesundheitsprävention investierte Euro spart langfristig zwischen zwei und zehn Euro ein. Gesundheitsförderliche Maßnahmen nutzen demnach nicht nur den Beschäftigten, sondern zahlen sich auch für den Betrieb aus.


BalanceGuard: Meilensteintagung

Das Projekt „BalanceGuard“ lädt ein zur ersten Meilensteintagung. BalanceGuard ist eine Art Beschäftigten-Tagebuch: Das digitale Tool unterstützt Beschäftigte dabei, ihr Arbeits- und Privatleben gesundheitsförderlicher zu gestalten und besser mit Stress umzugehen. Auf der Tagung in Koblenz am 26. September 2017 wird ein Prototyp vorgestellt und die Projektpartner berichten von ihren Erfahrungen aus einem ersten Praxistest. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Einladung zur Arbeitsschutzkonferenz

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung und das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.nrw) laden ein, sich am 16. Oktober 2017 in Düsseldorf über die aktuelle Situation des deutschen Arbeits- und Gesundheitsschutzsystems auszutauschen.

Die Umsetzung der Vorschriften wird vermehrt den Arbeitgebenden überlassen. Gerade für Beschäftigte in Klein- und Mittelbetrieben, in denen es keinen Betriebsrat gibt, bergen solche Entwicklungen Gefahren. Der Arbeitsschutz und die Gesundheit der Beschäftigten stehen häufig nicht an erster Stelle. Sparmaßnahmen beim staatlichen Arbeitsschutz sowie erschwerte Möglichkeiten der Arbeitnehmermitbestimmung in kleinen und mittelgroßen Betrieben kommen hinzu. Diese Situation ist nicht nur aus Deutschland bekannt, sondern kann auch in den europäischen Nachbarstaaten beobachtet werden.

Aus diesem Grund lädt das WSI in Kooperation mit dem LIA.nrw Expertinnen und Experten aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz ein, gemeinsam die Risiken für Sicherheit und Gesundheit sowie mögliche Lösungsansätze zu diskutieren.

Die Arbeitsschutzkonferenz findet am 16. Oktober 2017 in der Jugendherberge Düsseldorf statt. Die Anmeldung ist bis zum 25. September 2017 möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei.

ASV NRW auf der A+A 2017

Vom 17. bis 21. Oktober öffnet die Internationale Fachmesse mit Kongress A+A rund um Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in der Messe Düsseldorf ihre Pforten (https://www.aplusa.de). Die Arbeitsschutzverwaltung NRW präsentiert sich auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit den Arbeitsschutzverwaltungen der Bundesländer auf dem Messestand des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI). Im Mittelpunkt des LASI-Standes in Halle 10 steht das Thema Gefährdungsbeurteilung. Expertinnen und Experten aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, den Bezirksregierungen und dem Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW stehen dort Rede und Antwort.

 „Chefsache Mensch: …damit der Laden läuft.“ Erfahrungsaustausch für Unternehmerinnen und Unternehmer

Die Auseinandersetzung mit dem Thema psychische Belastungen lohnt sich für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Führungskräfte. Immer mehr Arbeitsunfähigkeitstage und Frühverrentungen sind auf psychische Belastungen zurückzuführen. Was können Sie tun, um gleichermaßen Beschäftigte und Unternehmen gesund zu halten? Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, die Arbeitsschutzdezernate der Bezirksregierungen und das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW laden ein zum regionalen Erfahrungsaustausch. Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer und Geschäftsleitungen von kleinen und mittleren Betrieben. Ziel ist, konstruktiv über Handlungsansätze zum Thema „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen" für Ihren Betrieb zu diskutieren und sich über Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen. Die nächste Veranstaltung findet am 17. Oktober im Rahmen der A+A in Düsseldorf statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Teilnahme ist kostenfrei.