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Arbeitsschutz
 

 
 

03.07.2017

Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit ASV | Meldungen Juli 2017

Arbeitsschutz bei hohen Temperaturen

Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf „hitzefrei“, aber das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) schreiben den Schutz der Beschäftigten vor Einwirkungen durch Hitze vor. Insbesondere Beschäftigte, die bei hohen Temperaturen körperliche (schwere) Arbeiten im Freien verrichten, müssen geschützt werden. Mangelnde Konzentrationsfähigkeit oder Herz-Kreislauf-Beschwerden sind sonst nur einige der möglichen gesundheitsschädlichen Folgen. Das neue Merkblatt „Arbeitsschutz im Hochsommer“ des Arbeitsministeriums Nordrhein-Westfalen informiert Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber darüber, welche Maßnahmen im Sinne des Arbeitsschutzes getroffen werden sollten bzw. getroffen werden müssen.

Dazu gehört auch die Aufklärung der Beschäftigten über mögliche Hitzeerkrankungen wie
z. B. „Sonnenstich“ und deren Anzeichen (Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder kalte Schweißausbrüche) sowie über die entsprechenden Erste-Hilfe-Maßnahmen. Nur so kann im Notfall schnell genug reagiert werden.

Noch mehr Tipps finden Sie in der Broschüre Arbeitsschutz im Hochsommer. Hinweise für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.“


Zahl des Monats Juli: 1 Million

Schätzungen zufolge sind in Deutschland ca. 1 Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Hand-Arm-Schwingungen durch Vibrationen ausgesetzt. Vibrationen sind mechanische Schwingungen, die zumeist von kraftbetriebenen Maschinen ausgehen. Werden die Schwingungen, wie z. B. bei einer Motorkettensäge oder einem Elektromeißel, über die Hände in den menschlichen Körper eingeleitet, so spricht man von Hand-Arm-Schwingungen.

Belastungen und Beanspruchungen durch Hand-Arm-Schwingungen kommen in der Bauwirtschaft sowie in der Metall- und Holzverarbeitung besonders häufig vor. Vibrationsquellen sind vor allem Meißelhämmer, Schleifmaschinen, Abbruch- und Bohrhämmer, Motorkettensägen sowie Stampfer und Rüttelplatten.

Langjährige Vibrationsbelastungen, egal ob im hohen oder im tiefen Frequenzbereich, können in Kombination mit hoher Vibrationsintensität schwere Folgen haben. Der hohe Frequenzbereich kann anfallsartige Durchblutungsstörungen der Finger auslösen, die als „Vibrationsbedingtes Vasospastisches Syndrom“ (Weißfingerkrankheit) bezeichnet werden. Das Krankheitsbild zwingt in der Regel zur Aufgabe der Tätigkeit und kann als Berufskrankheit (BK-Nr. 2104) anerkannt werden. Der tiefere Frequenzbereich kann durch die Wirkung der Druck- und Zugkräfte das Hand-Arm-System schmerzhaft schädigen und nicht reparable Veränderungen verursachen. Das Krankheitsbild kann zur Arbeitsunfähigkeit führen und als Berufskrankheit (BK-Nr. 2103) anerkannt werden. Um den Erkrankungen vorzubeugen, ist es notwendig, sich an die geltenden Arbeitsschutzvorschriften zu halten.

Weitere Informationen:

•    https://www.lia.nrw.de/laerm-und-vibration
•    https://www.lia.nrw.de/berufskrankheiten
•    https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRLV/TRLV.html


Ferienjobs - nicht mehr als 20 Arbeitstage sind erlaubt

Auch wenn die Sommerferien in NRW erst in etwas mehr als zwei Wochen beginnen (17.07.2017), sind viele Schülerinnen und Schüler bereits jetzt auf der Suche nach einem Job, um ihr Taschengeld aufzubessern. Doch nicht alle Tätigkeiten und Arbeitszeiten sind erlaubt, denn bei der Beschäftigung von Minderjährigen gelten die Regeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

Bei KomNet (www.komnet.nrw), dem Beratungsservice der Arbeitsschutzverwaltung NRW, sind die wichtigsten Informationen zum Ferienjob (https://www.komnet.nrw.de/_sitetools/dialog/531)  zusammengefasst. Unter anderem dürfen Schülerinnen und Schüler, die mindestens 15 Jahre alt sind, in den Ferien höchstens vier Wochen (20 Tage) arbeiten. Die vier Wochen können dabei zum Beispiel auf Oster- und Sommerferien aufgeteilt werden. Verboten sind unter anderem Arbeitsschichten (Arbeitszeit und Pause) von mehr als 10 Stunden, schwere körperliche Arbeit sowie Nachtarbeit zwischen 20.00 und 06.00 Uhr und Samstags-, Sonntags- und Feiertagsarbeit (mit Ausnahmeregelung).

Sonnenschutz - Sonne genießen, aber sicher

Der längste Tag des Jahres schenkte uns besonders viele Sonnenstunden. Aber Vorsicht ist geboten, wenn man diese draußen verbringt. Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt eine grobe Orientierungshilfe, wie lange man die Haut der (Sonnen-) UV-B Strahlung aussetzen kann, ohne dass ein Sonnenbrand entsteht. Dabei ist jedoch der persönliche Hauttyp einzubeziehen, denn je dunkler die Haut, desto mehr Pigmente bewirken „Eigenschutz“ gegenüber UV-B Strahlung.

Man unterscheidet sechs Hauttypen (http://www.haut.de/service/hauttyp-bestimmung), denen „Eigenschutzzeiten“ (ESZ) zugeordnet werden:

  • keltischer Typ (I) - ESZ 5 bis 10 Min
  • nordischer Typ (II) - ESZ 10 bis 20 Min
  • europäischer Typ (III) - ESZ bis ca. 30 Min
  • mediterraner Typ (IV) - ESZ 30 bis 40 Min
  • mediterran-dunkler Typ (V) - ESZ bis ca. 45 Min
  • schwarzer Typ (VI) ohne bekannte Begrenzung.

Sonnencreme und andere Sonnenschutzmittel verlängern den eigenen LSF der Haut. Die Formel zur Berechnung lautet: Eigenschutzzeit der Haut multipliziert mit dem verwendeten Lichtschutzfaktor ergibt die Zeit in Minuten, die man ohne Risiko für Sonnenbrand in der Sonne verbringen kann.
Beispiele:
Grenze für das Sonnenbaden beim europäischen Typ mit verwendetem LSF 30 bei 30 (LSF) x 30 (ESZ) = 900, dieses entspricht 90 Minuten.
Grenze für das Sonnenbaden beim mediterran-dunklen Typ mit verwendetem LSF 30 bei 30 (LSF) x 45 (ESZ) = 1350, dieses entspricht 135 Minuten.

Dennoch sollte man grundsätzlich in den Sommermonaten, bei wolkenlosem Himmel, das Sonnenbaden zwischen 11 und 16 Uhr vermeiden, da hier extreme UV-B Belastungen auftreten, die in der Formel nicht berücksichtigt werden.

Auch die Augen können unter der erhöhten UV-Strahlung leiden und nicht jede Sonnenbrille schützt die Augen ausreichend vor den schädlichen Strahlen. Im LIA.tipp "Sonnenschutz – Augen auf beim Brillenkauf" (https://www.lia.nrw.de/sonnenbrille) werden die wichtigsten Fragen beantworten.

Auf die Plätze, fertig, los – Ausbildungsstart am 1. August

Am 1. August starten viele Jugendliche nicht nur ihre Ausbildung, es beginnt auch ein spannender, neuer Lebensabschnitt. Ungewohnte Herausforderungen und ein neuer Tagesrhythmus kommen auf sie zu. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) bietet die App “In den Beruf starten – fit und gesund" an. Dort können sich Azubis unter anderem über (Ausgleichs-)Bewegung, Erste-Hilfe-Maßnahmen in Notfällen und Stressminderung informieren.

Informationsseite der BGN (mit Downloadlinks)


Neue App: Pauls Schreibtischübungen

Das Bundesministerium für Gesundheit bietet einen kostenlosen Download für die eigene Rückengesundheit an. Der Bildschirmschoner „Pauls Schreibtischübungen“ zeigt unterschiedliche Übungen, die den gesamten Rücken stärken sowie entlasten und einfach in den Alltag integriert werden können.

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/pauls-schreibtischuebungen.html

Neue Ausgabe: DGUV Magazin „arbeit & gesundheit“

Wie schützt man sich vor Sommerhitze und UV-Strahlung? Welche Besonderheiten bringen Restaurationsarbeiten an historischen Gebäuden wie dem Kölner Dom beim Arbeitsschutz mit sich und was können Arbeitgebende tun, um die Beschäftigten dabei wirksam vor Staub und anderen gefährlichen Substanzen zu schützen? Diesen und weiteren Themen widmet sich die neueste Ausgabe des DGUV Magazins "arbeit & gesundheit".

Außerdem gibt es in dieser Ausgabe Tipps für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, mit denen sich Arbeitsunfälle vermeiden lassen sowie erfolgreiche Praxisbeispiele aus dem Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung.

Die komplette Ausgabe des Magazins gibt es kostenlos als E-Paper oder PDF unter http://aug.dguv.de/epaper/03-17/ .

Sicherheitswissenschaftliches Kolloquium

Auch in diesem Jahr lädt das Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie e.V. (ASER e. V.) erneut zur Veranstaltungsreihe „Sicherheitswissenschaftlichen Kolloquium“ nach Wuppertal ein. Unter anderem referiert Dir. und Prof. Dr. phil. Lars Adolph von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund zu „Mobile Informations- und Kommunikationstechnologie: Verwendungsformen und wissenschaftliche Erkenntnisse“ (04.07.2017).


"Mut für Veränderung. Mut für BGM"

Unter diesem Motto lädt das „Netzwerk Gesunde Betriebe OWL“ am 12.07.2017 in die IHK Ostwestfalen in Bielefeld ein, um sein 10-Jähriges Jubiläum zu feiern. Das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) hat sich zunehmend in den Unternehmen etabliert. Dennoch gibt es immer noch Betriebe, die sich nur auf Einzelmaßnahmen beschränken.

Das „Netzwerk Gesunde Betriebe OWL“ unterstützt die umfassende Umsetzung von BGM in regionalen Betrieben bereits seit 10 Jahren. Auf der Jubiläumsfeier wird diese Erfolgsgeschichte gefeiert und es soll weiteren Unternehmen Mut gemacht werden, mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement zu starten.

Die Veranstaltung richtet sich an Betriebe aus der Region, die sich bereits mit BGM beschäftigen oder Interesse haben, damit zu beginnen. Anmeldefrist ist der 05. Juli 2017.

 

„Chefsache Mensch: …damit der Laden läuft.“ Erfahrungsaustausch für Unternehmerinnen und Unternehmer

Die Auseinandersetzung mit dem Thema psychische Belastungen lohnt sich für Arbeitgeberinnen bzw. Arbeitgeber und Führungskräfte. Immer mehr Arbeitsunfähigkeitstage und Frühverrentungen sind auf psychische Belastungen zurückzuführen. Was können Sie tun, um gleichermaßen Beschäftigte und Unternehmen gesund zu halten? Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, die Arbeitsschutzdezernate der Bezirksregierungen und das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW laden ein zum regionalen Erfahrungsaustausch. Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer und Geschäftsleitungen von kleinen und mittleren Betrieben. Ziel ist, konstruktiv über Handlungsansätze zum Thema „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen" für Ihren Betrieb zu diskutieren und sich über Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen. Die nächste Veranstaltung findet am 17. Oktober in Düsseldorf statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

Jahrestagung LIA.nrw "Offene radioaktive Stoffe. Ein wichtiges Thema im Arbeitsschutz"

Der Einsatz von radioaktiven Stoffen bringt – neben dem technischen und gesundheitlichen Nutzen – auch ein erhöhtes Gefährdungspotenzial mit sich und beschreibt somit ein besonderes Thema für den Arbeitsschutz. Insbesondere beim Einsatz von offenen radioaktiven Stoffen liegt ein erhöhtes Gefährdungspotential durch die Möglichkeit der Inkorporation vor. Die Jahrestagung des LIA.nrw, in Kooperation mit dem Fachverband für Strahlenschutz e.V., findet am 21. September 2017 in Düsseldorf statt. Die Veranstaltung richtet sich an Strahlenschutzakteure aus Inkorporationsmessstellen, Aufsichts- und Genehmigungsbehörden, Sachverständige, ermächtigte Ärztinnen und Ärzte und Verantwortliche im Strahlenschutz.