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Gesundheit und Soziales - Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie
 

 
 

01.12.2015

Gleichwertigkeitsprüfungen nichtakademischer Heilberufe in Nordrhein-Westfalen

Allgemeine Informationen zu den Gleichwertigkeitsprüfungen
Verwaltungsgebühren
Wichtiger Hinweis für niederländische Ausbildungen
Kontaktdaten des LPA NRW
Persönliche Beratung
Anschließendes Verfahren bei den Gesundheitsämtern
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Da in vielen nichtakademischen Heilberufen in Nordrhein-Westfalen ein Fachkräftemangel herrscht, sind ausländische Fachkräfte sehr willkommen. Allerdings ist vor einem Einsatz in einem reglementierten Berufsbild ein annähernd gleichwertiger Kenntnisstand festzustellen, um dem Patientenschutz Rechnung zu tragen.


Für die Durchführung der Gleichwertigkeitsprüfungen von nichtakademischen Heilberufen von EU- und Drittstaatlern ist das Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie NRW (LPA) bei der Bezirksregierung Düsseldorf zuständig. Eine Gleichwertigkeitsprüfung beim LPA ist vor einer Entscheidung über die Führung der Berufsbezeichnung durch die unteren Gesundheitsbehörden (Gesundheitsämter) durchzuführen.


Ein solches Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren ist unter anderen für folgende nichtakademische Heilberufe notwendig: 

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
  • Gesundheits- und Krankenpflegeassistent/in
  • Hebamme / Entbindungspfleger
  • Physiotherapeut/in
  • Ergotherapeut/in
  • Logopäde/in
  • Diätassistent/in
  • Masseur/in und medizinische/r Bademeister/in
  • Medizinisch–technische/r Laborassistent/in
  • Medizinisch–technische/r Radiologieassistent/in
  • Medizinisch–technische/r Assistent/in für Funktionsdiagnostik
  • Orthoptist/in
  • Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in
  • Podologe/in
  • Notfallsanitäter/in
  • Fachweiterbildungen in der Intensiv/Anästhesie-, OP-, Psychiatrie-Pflege etc.

Das LPA ist für die fachliche Feststellung der Gleichwertigkeit an Hand der vorgelegten Ausbildungsnachweise zuständig. Antragsberechtigt sind Personen mit einem Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen oder Personen, die in naher Zukunft eine berufliche Tätigkeit in NRW aufnehmen möchten. Das Verfahren beruht auf der in den einzelnen Berufsgesetzen in nationales Recht umgewandelten EU-Richtlinie 2005/36/EG und der Berufsanerkennungsdurchführungsverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (BerufsanDVO-NRW).

Vor der Einleitung eines Berufsanerkennungsverfahrens muss sich die antragstellende Person für einen Beruf entscheiden, der in Deutschland anerkannt werden soll. Eine gestufte Anerkennung ist nicht möglich (z. B. ist bei bereits erfolgter Berufsanerkennung als Krankenpflegehelferin oder Altenpflegehelferin die Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpflegerin nicht mehr möglich). Auch eine doppelte Anerkennung aufgrund einer ausländischen Ausbildung für einen Beruf im Bereich der Krankenpflege und einem Beruf in der Altenpflege ist nicht möglich.

Die Feststellung der Gleichwertigkeit setzt immer voraus, dass die Ausbildungsziele, -inhalte und -schwerpunkte der ausländischen Ausbildung annähernd mit der deutschen Ausbildung im entsprechenden Beruf vergleichbar sind. Bei gravierenden Abweichungen der ausländischen Ausbildung oder der Absolvierung einer in Deutschland nicht vorkommenden Berufsbildung (z. B. Feldscher) müssen die entsprechen Anträge abgelehnt werden.

Bei sehr abweichenden Berufsausbildungen und Ausbildungsgängen kann eine verkürzte neue Ausbildung in Deutschland zielführender und einfacher sein, als ein mit viel Eigeninitiative durchzuführendes Berufsanerkennungsverfahren. Wenn Sie Interesse an einer Ausbildungsverkürzung haben, sollten Sie den Kontakt zu einer Ausbildungsstelle suchen. Über die Möglichkeit der Ausbildungsverkürzung trifft die zuständige untere Gesundheitsbehörde (Gesundheitsamt) in eigener Zuständigkeit eine abschließende Entscheidung. 

Ausbildungsnachweise etc. sind als beglaubigte Kopie einzureichen. Beglaubigungen können Sie innerhalb Deutschlands bei Stadtverwaltungen, anderen Behörden, Notaren und kirchlichen Institutionen (z. B. Pfarramt) vornehmen lassen. Im Ausland können die diplomatischen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland Beglaubigung anfertigen. Von der Übersendung von Originaldokumenten sollten Sie im eigenen Interesse absehen.
Einfache Kopien können nicht akzeptiert werden.

Für in ausländischen Sprachen verfasste Unterlagen sind Übersetzungen von einem in Deutschland öffentlich bestellten und beeidigten Dolmetscher oder Übersetzer anzufertigen. In diesem Antragsverfahren können nur Übersetzungen berücksichtigt werden, die direkt von den Originaldokumenten gefertigt wurden. In Nordrhein-Westfalen zugelassene Dolmetscher und Übersetzer können sie im Internet unter http://www.dolmetscher-uebersetzer.nrw.de ersehen.
Nicht in Deutschland gefertigte Übersetzungen können nur anerkannt werden, wenn der Übersetzer von der jeweiligen diplomatischen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland anerkannt wurde oder die diplomatische Vertretung die Richtigkeit und Vollständigkeit der Übersetzung bestätigt (§ 4 Abs. 2 BerufsanDVO-NRW).
Es kann sinnvoll sein, von Übersetzungen direkt mehrere Ausfertigungen erstellen zu lassen, wenn die Übersetzungen im Zusammenhang mit anderen Verfahren oder für Bewerbungen benötigt werden.
Alle hier eingereichten Unterlagen werden nicht zurückgegeben.

Eine automatische Anerkennung ist nur bei Ausbildungen von EU-Staaten in den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger/in und Hebamme/Entbindungspfleger möglich. Die automatische Anerkennung gilt nur für die in den Anhängen 5.2.3. und 5.5.2 der Richtlinie 2005/36/EG aufgeführten Berufsbezeichnungen unter Berücksichtigung der dort aufgeführten Stichtage. Wenn Ihre Berufsbezeichnung dort nicht aufgeführt wurde, aber trotzdem die Mindestanforderungen der Art. 31 und 40 der Richtlinie 2005/36/EG erfüllt sind, ist eine Konformitätsbescheinigung des Ausbildungsstaates erforderlich.

Nach Auswertung der Antragsunterlagen kann bei EU-Ausbildungen in den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger/in und Hebamme/Entbindungspfleger der Bedarf bestehen weitere nach Art. 33, 33a, 43 und 43a der Richtlinie 2005/36/EG vorgesehene Nachweise zur Berufserfahrung anzufordern.

Bei allen anderen Ausbildungen ist ein Ausbildungsvergleich notwendig. Hierfür ist ein Nachweis Ihrer Ausbildung über den Umfang und die Inhalte (Stundenzahl des theoretischen und praktischen Unterrichts sowie der praktische Ausbildung nach Themengebieten getrennt) erforderlich. Punktbewertungen (z. B. ECTS) und Zensuren reichen zur Erstellung des Ausbildungsvergleichs nicht aus. Wochenstunden ohne Angabe der Wochenzahl pro Ausbildungsjahr oder Semester sind auch nicht ausreichend. Wenn Sie über keine Stundenauflistung mit den erforderlichen Angaben verfügen, sollten Sie vor der Antragstellung mit Ihrer Ausbildungsstelle oder der zuständigen Gesundheitsbehörde im Heimatland Kontakt aufnehmen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass in den meisten Fällen solche Bescheinigungen erstellt werden können.

Um Ihre Berufspraxis in den Ausbildungsvergleich einfließen lassen zu können, werden aussagekräftige Arbeitszeugnisse benötigt. Hieraus sollten sich die Tätigkeitsschwerpunkte, der Einsatzort (Station), Ihre Funktion, Ihre Arbeitsleistung sowie die Dauer des Einsatzes ergeben.

Falls im Rahmen der Prüfung des Antrags auf Berufsanerkennung festgestellt wird,  dass wesentliche Unterschiede zur maßgeblichen Ausbildung vorliegen und diese nicht durch Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen ausgeglichen werden können, die im Rahmen der Berufspraxis nachweisbar erworben wurden, können diese durch die in den jeweiligen Berufsgesetzen vorgesehenen Anpassungsmaßnahmen ausgeglichen werden.

Verwaltungsgebühren:

  • bei Bürger/innen der EU-, EWR-Staaten und Schweiz  200,- € bis 350,- €
  • bei Drittstaatler/innen 350,00 €

Grundsätzlich wird die Verwaltungsgebühr erst zum Abschluss des Verfahrens festgesetzt und ist innerhalb einer angemessenen Frist zu zahlen. Die Gebühr wird auch anteilig erhoben, wenn der Antrag abgelehnt oder von Ihnen zurückgezogen wird.

Über die Gebühr hinaus kann Auslagenersatz für die Durchführung von praktischen Prüfungen von den mit der Durchführung betrauten Institutionen gefordert werden. Wenn praktische Prüfungen erforderlich sind, kann zusätzlich eine spezielle Haftpflichtversicherung notwendig sein.

Weitere Informationen zum Antragsverfahren entnehmen Sie bitte dem zur Verfügung stehenden Antragsvordruck incl. des Merkblatts. Um sachgerecht über Ihren Antrag entscheiden zu können, ist ein vollständig ausgefüllter und unterschriebener Antragsvordruck sowie die aus dem Merkblatt ersichtlichen Unterlagen notwendig.

Wichtiger Hinweis für niederländische Ausbildungen:

Alle in den Niederlanden an einer Hochschule ausgebildete Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden müssen ihre Ausbildung in der Bundesrepublik Deutschland anerkennen lassen, um hier den erlernten Beruf ausüben zu dürfen. Eine automatische Anerkennung ist nach den Bestimmungen der Europäischen Union nicht vorgesehen. Auch für diese Antragsverfahren ist das auf dieser Homepage hinterlegte Antragsformular zu verwenden. Bitte beachten Sie auch das hinterlegte Merkblatt.

Allgemeine Auskünfte:

Telefon:        0211 475–4265

Montag 08:30-11:30 Uhr sowie Mittwoch 13:00–14:30 Uhr
Außerhalb dieser Sprechzeiten sind keine telefonischen Rücksprachen möglich.

E-Mail:           dez24.heilberufe@brd.nrw.de

Telefax:        0211 / 475 – 4899 + 5899

Postanschrift:
Bezirksregierung Düsseldorf
Dezernat 24
Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie
Postfach 300865
40408 Düsseldorf

Auskünfte zum Stand des Verfahrens sind erst nach Auswertung und Prüfung der eingereichten Unterlagen und Übersendung einer Eingangsbestätigung möglich. Mit der Eingangsbestätigung wird Ihnen ein Aktenzeichen mitgeteilt. Dieses Aktenzeichen ist bei allen Anfragen und bei der postalischen Übersendung von angeforderten Unterlagen unbedingt anzugeben. Wenn im Einzelfall eine direkte Entscheidung getroffen werden kann, wird von einer Eingangsbestätigung abgesehen.

Aufgrund der hohen Antragszahlen sollte von Rückfragen bezüglich des Verfahrenstands abgesehen werden.


Persönliche Vorsprache: Am Bonneshof 35, 40474 Düsseldorf

Eine persönliche Vorsprache ist nur nach vorheriger telefonischer Vereinbarung dienstags und donnerstags von 8:30 Uhr bis 11:30 Uhr und 13:00 bis 14.30 Uhr möglich. Nur dann können Sie individuell, kompetent und umfassend beraten werden.

Eine persönliche Vorsprache ist in der Regel nicht erforderlich. Insbesondere gilt dies für die Antragstellung, weil eine sofortige Prüfung auf Vollständigkeit während unserer Sprechzeiten nicht möglich ist. Wir bitten daher um Übersendung Ihres Antrags per Post! Sie erhalten daraufhin von uns eine Eingangsbestätigung und eine Mitteilung über ggf. noch vorzulegende Nachweise. In besonders gelagerten Fällen wird Ihr/e Sachbearbeiter/in nach Auswertung der Unterlagen einen Termin während unserer Sprechzeiten vorschlagen.

Das Dienstgebäude „Am Bonneshof 35“ ist mit öffentlichen Verkehrsmittel ab Düsseldorf Hbf mit den U-Bahnen der Linien U 78 und U 79 bis Haltestelle „Theodor-Heuss-Brücke“ oder mit den Bussen der Linien 721 / 722 bis zur Haltestelle „Nordfriedhof“ zu erreichen.

Anschließendes Verfahren bei unteren Gesundheitsbehörden (Gesundheitsämter)

Für die Entscheidung über die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung ist das für Ihren Wohnort zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren. Bei den o.g. reglementierten Heilberufen ist erst eine Beschäftigungsaufnahme möglich, wenn eine deutsche Berufsurkunde ausgestellt wurde. Im Rahmen dieses, ebenfalls gebührenpflichtigen, Antragsverfahrens beim Gesundheitsamt werden die Sprachkenntnisse, die gesundheitliche Eignung und die persönliche Zuverlässigkeit geprüft.

Ohne den Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse in der Umgangs- und Fachsprache darf keine Erwerbstätigkeit in einem nichtakademischen Heilberuf aufgenommen werden.

Die unteren Gesundheitsbehörden sind ebenfalls weiterhin zuständig für die Nachprüfung der Berufsqualifikationen von Dienstleistenden gemäß Artikel 7 Abs. 4 der Richtlinie 2005/36/EG.


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