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Gesundheit und Soziales - Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie
 

 
 

03.07.2018

NRW baut Hürden für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ab

Einfacheres Verfahren erleichtert Fachkräften Zugang zu Stellen im Gesundheitswesen

Das Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie vereinfacht die Berufsanerkennung in den Gesundheitsfachberufen. Einfach und zügig soll das Verfahren sein, um in der Krankenpflege dringend benötigte Kräfte aus dem Ausland schneller auf den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Konkret heißt das: Seit dem 1. Juni 2018 werden nur noch die Unterlagen, die den Ausbildungsabschluss im Ausland belegen, in beglaubigter Form benötigt. Papiere zum Umfang und Lehrinhalt werden unbeglaubigt akzeptiert. Dass alle Dokumente auch in englischer Sprache eingereicht werden können, ist ebenfalls eine erhebliche Entlastung für die Bewerberinnen und Bewerber: Teure und aufwändige Beglaubigungen und Übersetzungen entfallen.
In den Augen der Regierungspräsidentin ist das eine gute Entwicklung: „Es ist eine Herausforderung für ausländische Bewerber, alle geforderten Unterlagen aus ihrem Heimatland vorzulegen. Dass wir das jetzt unkomplizierter organisieren, ist ein wichtiger Schritt, um gut qualifizierte Menschen für die Pflegeberufe zu gewinnen“, betont Birgitta Radermacher. „Wir senken die formalen Hürden, machen aber keine Abstriche bei unserem Anspruch an die Ausbildung.“

Das gleiche Ziel hat ein zweite Verfahrensänderung: Antragstellende können sich direkt für eine Kenntnis- oder Eignungsprüfung entscheiden. Der aufwändige und zeitintensive Vergleich der Ausbildungen im Ausland mit dem deutschen Berufsprofil entfällt in diesem Fall. „Wir setzen darauf, dass das Anerkennungsverfahren dadurch erheblich beschleunigt werden kann“, sagt Birgitta Radermacher. „Dieser Vorstoß ist einmalig in der Bundesrepublik.“

Was aber geschieht, wenn Bewerbende feststellen, dass sie zwar viele, aber nicht alle Voraussetzungen erfüllen, um in Deutschland in der Krankenpflege zu arbeiten? Auch dafür hat das Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie eine Lösung: Über NRW verteilt bieten zurzeit fünf Ausbildungszentren gezielt Qualifizierungsmaßnahmen an. „Diese Strukturen zu schaffen, ist zwar nicht unsere gesetzliche Aufgabe“, sagt die Regierungspräsidentin, „aber die Menschen brauchen Hilfe, um die Lücken in ihrer Ausbildung schließen zu können. Darum kümmern wir uns gerne.“

Hintergrund

  • Der Fachkräftemangel in den Gesundheitsfachberufen wird zunehmend auch in NRW spürbar. Die Anwerbung ausländischer Fachkräfte ist ein Baustein im Rahmen der Sicherung der medizinischen und pflegerischen Versorgung in NRW.
  • Die Bezirksregierung Düsseldorf ist zuständig für das Berufsanerkennungsverfahren in den Gesundheitsfachberufen, wie beispielsweise Krankenpflege oder Geburtshilfe, für Bewerbende aus ganz NRW.
  • Das Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie legt das Verfahren für die Berufsanerkennung fest.