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Gesundheit und Soziales - Sozialwesen
 

 
 

10.05.2016

Verbraucherinsolvenzberatung: Anerkennung von geeigneten Stellen nach § 305 InsO

 
Das Insolvenzverfahren dient dazu, bei Zahlungsunfähigkeit einer Schuldnerin oder eines Schuldners das vorhandene Vermögen zu verwerten und den Erlös gleichmäßig an die Gläubigerinnen und Gläubiger zu verteilen. Außerdem wird redlichen Schuldnerinnen und Schuldnern Gelegenheit gegeben, sich von den restlichen Verbindlichkeiten zu befreien.
 
Dies setzt ein langwieriges und kompliziertes Verfahren voraus, gibt aber Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Neuanfang.
Um dieses Verfahren vor Gericht durchzuführen, muss eine Einigung mit den Gläubigern versucht werden. Bis zu einem endgültigen Erlass von Restschulden sind mehrere Jahre notwendig. Bei diesem Verfahren helfen die anerkannten Verbraucherinsolvenzberatungsstellen .
Nach der Antragstellung prüft das Gericht nochmals, ob eine Verständigung über einen Schuldenbereinigungsplan Aussicht auf Erfolg hat. Ist ein erfolgreicher Abschluss des Schuldenbereinigungsplans nach der freien Überzeugung des Gerichts nicht möglich, so entscheidet das Gericht über die Eröffnung des vereinfachten Insolvenzverfahrens.
 
Zuständige Behörde für die Anerkennung der geeigneten Insolvenzberatungsstellen nach § 305 InsO ist die Bezirksregierung Düsseldorf für ganz Nordrhein-Westfalen.
 
Rechtsgrundlage für die Anerkennung als geeignete Stelle ist das
Gesetz zur Ausführung der Insolvenzordnung (AGInsO) vom 23. Juni 1998 (SGV NRW 316).
 
Als Träger geeigneter Stellen kommen in Frage:
 
  • Verbände oder Mitgliedsorganisationen der freien Wohlfahrtspflege
  • Kirchen
  • Gemeinden
  • Verbraucherzentrale
  • Sonstige gemeinnützige Betreiber
  • Gewerbliche Betreiber
  • Beratungsstelle eines Unternehmens für seine Beschäftigten

Die wichtigsten Voraussetzungen, um als anerkannte Stelle tätig zu werden, sind:

  • Führungszeugnis des Leiters der Beratungsstelle
  • Technische, räumliche und organisatorische Ausstattung der Beratungsstelle
  • Darstellung, dass die Tätigkeit längerfristig angelegt ist, durch Vorlage von Arbeits- oder Mietverträgen
  • Berufsausbildung nach § 2 Absatz 1 Nr. 4 AGInsO
  • Ausreichende praktische Erfahrung in Schuldnerberatung, i.d.R. 2-jährige Tätigkeit
Genauere Informationen ergeben sich aus dem "Antrag auf Anerkennung als geeignete Stelle nach § 305 InsO für die Verbraucherinsolvenzberatung", der bei der Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 24, Postfach 30 08 65, 40408 Düsseldorf angefordert werden kann.
 
 
Informationen zur Schuldnerberatung und Verbraucherinsolvenzberatung finden Sie auch auf den Seiten des zuständigen Ministeriums, des MFKJKS NRW.
 
 
 
Mittlerweile ist in Nordrhein-Westfalen ein flächendeckendes Netz von mehr als 200 anerkannten Verbraucherinsolvenzberatungsstellen aufgebaut. Einzelne Verbraucherinsolvenzberatungsstellen unterhalten auch Sprechstunden in umliegenden kleineren Gemeinden, so dass Anfahrtswege entfallen. Kontaktdaten finden Sie in der Auflistung anerkannter Verbraucherinsolvenzberatungsstellen:
 

Weitere Informationen rund um das Verbraucherinsolvenzverfahren sowie die Arbeit der anerkannten Verbraucherinsolvenzberatungsstellen erhalten Sie unter
www.fachberatung-schuldnerberatung-nrw.de sowie unter www.vz-nrw.de/Schuldner-und-Verbraucherinsolvenzberatung.

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