|
Druckversion
Lern-Management-Systeme im Chemieunterricht, geht das?
Die Einführung in die organische Chemie kann über viele Wege erfolgen. Am Beispiel von „Chemie macht mobil“, einer Unterrichtsreihe von Petra Schütte (www.ps-chemieunterricht.de) sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie ein LMS (Lern-Management-System) wie Moodle den Unterricht bereichern kann.
Zunächst sind einige Vorbereitungen zu treffen. Es wird ein Zugang zu einem Moodlesystem benötigt. Sie können kostenlose Kursräume zum Beispiel über Moodlschule.de bekommen, oder über den Moodletreff der Bezirksregierung Düsseldorf. Die Schülerinnen und Schüler die Sie unterrichten, sollten ebenfalls als Benutzer (Rolle – Student / Schüler) im Moodlesystem angelegt sein. Damit verfügt jede Schülerin und jeder Schüler über einen personalisierten Zugang zum LMS, was für den Ablauf des weiteren Unterrichts wichtig sein kann.
Das Material, das im LMS Moodle zur Verfügung gestellt wird, orientiert sich an der Vorlage von Frau Schütte. Auf der Internetseite von ps-chemieunterricht.de sind die Dokumente vorhanden, die Sie für Ihren Unterricht einsetzen können. Es ist klar, dass Sie das Material auf die von Ihnen unterrichtete Klasse angepasst werden kann beziehungsweise angepasst werden sollte.
Der Gang der Unterrichtsreihe beginnt unter anderem mit einer Umfrage und deren Auswertung. Ein Fragebogen wird entweder auf Papier, oder elektronisch zur Verfügung gestellt. (Siehe auch: „Übersicht: Einführung in Organische Chemie“ http://www.ps-chemieunterricht.de/chemiefachseminare/chemiemobil/uebersicht_chemiemobil.pdf)
Einen Fragebogen elektronisch, also per Computer, zu nutzen scheint zunächst eine unüberwindliche Hürde darzustellen. Vereinfacht wird die Fragebogenerstellung durch verschiedene (kostenfreie) Produkte.
Zu nennen sind hier:
· Grafstat von Uwe W. Diener (www.grafstat.de)
· Umfragetool von Moodle (als Plugin von moodle.org zu erhalten)
· Fragebogenfunktion von Googles Text und Tabellen (Stichwort Formular)
Eine Bewertung dieser Methoden soll an dieser Stelle nicht erfolgen. Frau Schütte beschreibt die Datenerhebung anhand einer Grafstat-Umfrage, oder wahlweise in Papierform.
Ein Vorteil der elektronischen Erhebung ist, dass die Schülerinnen und Schüler unabhängig vom Unterricht den Fragebogen ausfüllen können. Im Fall von Moodle könnte das personalisiet, oder anonym erfolgen. Jeder Schüler kann den Fragebogen genau einmal ausfüllen und wird, falls kein weiterer Schüler beim Ausfüllen daneben sitzt auch nicht von einer fremden Meinung beeinflusst.
Die anschließende Auswertung erfolgt nicht von Hand, sondern elektronisch. Die Umfrageergebnisse stehen sofort zur Verfügung (falls gewünscht).
Der Fragebogen in Papierform sieht folgendermaßen aus:

In elektronischer Form könnte der Fragebogen so aussehen:

Bis auf ein paar Kleinigkeiten unterscheiden sich die Fragebögen kaum. Die Auswertung in Moodle sieht später dann so aus:

Wie geht es nun weiter? Im Unterricht thematisiert man die Ergebnisse und spricht verschiedenste Sachverhalte an. Sie erreichen mit dieser Methode aber nicht alle Schülerinnen und Schüler Ihrer Klasse. Möchte man erreichen, dass alle Schülerinnen und Schüler ihren Beitrag leisten und über das Thema Mobilität im Alltag nachdenken benötigt man weitergehende Ansätze.
Aus Zeitmangel würden Sie sich vielleicht dagegen entscheiden in Ihrem Chemieunterricht tiefer in das Thema einzusteigen. Mit Hilfe eines LMS könnten Sie dennoch auf die Thematik eingehen, ohne dass der eigentliche Unterricht in seinem Ablauf beeinträchtigt wird.
In einem LMS können Sie unabhängig, aber mit Bezug zum laufenden Unterricht, weiterführende Fragestellungen an Ihre Schüler weitergeben.

In dem dargestellten Bild sehen sie einen typischen Aufbau eines Moodlethemas. Es gibt einen einleitenden Text, der das weitere Vorgehen beschreibt. Im unteren Drittel sind verschiedene Aktivitäten und zusätzliche Informationen verlinkt.
|

|
|
Klickt der Schüler, die Schülerin auf diesen Link, gelangt er direkt zum oben beschriebenen Fragebogen. Dieser ist auszufüllen und zu speichern.
|
|

|
|
Hier erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über das bisherige Abstimmungeergebnis.
|
|

|
|
Klickt der Schüler, die Schülerin auf diesen Bereich, wird der weiterführende Arbeitsauftrag formuliert.

In diesem Auftrag ist ein Verweis auf ein Dokument enthalten, dass Umfrageergebnisse zum Thema „Mobilität in Deutschland“ enthält. Die Umfrage wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung beauftragt und besitzt einen höchst seriösen Hintergrund.
Der eigentliche Auftrag, nämlich das Auswählen und Vergleichen der eigenen Ergebnisse erfolgt in Einzelarbeit am PC. Diese Aufgabe wird mit einer Zeitvorgabe versehen („Abgabe in zwei Wochen“, o.ä.) und in die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler übergeben.
Als Ersteller des Kurses („Trainer“), haben Sie jederzeit die Möglichkeit zu überblicken, welche Schülerinnen und Schüler bereits tätig waren. Sie können von zu Hause aus auf die Antworten zugreifen und den Schülerinnen und Schülern direkt ein persönliches Feedback zukommen lassen. Auch eine Notenvergabe ist an dieser Stelle bereits möglich.
Im Moodlesystem sieht das zum Beispiel wie folgt aus:

Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt durch die Möglichkeit der Bewertung (zum Beispiel durch eine Notenskala), oder durch Bemerkungen zum geschrieben Text. Sobald die Bewertung abgeschickt wird, erhält der Schüler, die Schülerin eine E-Mail, dass die eingereichte Aufgabe bewertet wurde. Das alles geschieht auf einer sehr individuellen Basis.
Wie ausführlich Ihre Kommentare in Richtung der Schülerinnen und Schüler sind, entscheiden Sie selbst. Auch Kurzantworten sind bereits ein Feedback. Für die spätere Notenvergabe können Sie sich eine Übersicht der vergebenen Noten / Bewertungen ausdrucken und als Hilfsmittel für die Bewertung der Schülerleistungen heranziehen.

|
Ausblick:
Diese wenigen Ausführungen zur Nutzung von LMS sollen Sie zu weiteren Ideen anregen, wie sie ein LMS in Ihrem Unterricht einsetzen können. Je nach Gestaltung ihres Kurses erhalten Sie die Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler den Unterrichtsablauf transparent darzustellen und modern zu gestalten. Sie können damit auf Ressourcen aus dem Internet zurückgreifen und Ihren Unterricht noch interessanter gestalten. Beachten Sie, dass ein LMS den Unterricht nicht ersetzt, aber sinnvoll ergänzt. Die Nutzung des LMS soll Schülerinnen und Schülern Gelegenheiten eröffnen sich am Chemieunterricht zu beteiligen, ohne dass dies im eigentlichen Fachraum im „Live-Unterricht“ geschieht. Schülerinnen und Schüler, die sonst im Unterricht nicht auffallen oder aktiv sind, erhalten damit Möglichkeiten sich einzubringen, die sie vorher nicht hatten.
Auf die vielen multimedialen Möglichkeiten geht dieser Beitrag (noch) nicht ein.
Nur so viel, viele Internetportale (z.B. PlanetSchule, TeacherTube uvm.) halten reichhaltige Informationsmedien bereit, die den Unterricht bereichern können. Ein Beispiel dafür wäre: http://www.periodicvideos.com/ . Diese Seite ist zwar in englische Sprache gehalten, aber dennoch für Schülerinnen und Schüler interessant. Was spricht dagegen, im Stile der Seite eigene Videos zu produzieren und diese in einem LMS zur Verfügung zu stellen. Zum Beispiel als Video-Wiki …
|