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Ordnung und Gefahrenabwehr - Kampfmittelbeseitigung
 

 
 

13.04.2012

Kampfmittelbeseitigungsdienst

Die Kampfmittelbeseitigung als Teil der Gefahrenabwehr ist Aufgabe der örtlichen  Ordnungsbehörden.

Da der Umgang mit Kampfmitteln besondere Fachkunde voraussetzt, unterhält das Land NRW zur Unterstützung der örtlichen Ordnungsbehörden einen Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) bei den Bezirksregierungen

  • Düsseldorf (Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln) und
  • Arnsberg (Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster)

Der KBD der Bezirksregierung Düsseldorf ist zuständig für die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln und unterteilt sich in drei Aufgabenbereiche.

1. Räumung von Zufallsfunden

Die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes beseitigen zufällig gefundene Munition aus den beiden Weltkriegen. Sie identifizieren kampfmittelverdächtige Gegenstände, entschärfen Fliegerbomben und sprengen auch Kampfmittel am Fundort, wenn diese nicht gefahrlos abtransportiert werden können. Über 1000-mal im Jahr werden Sie zu Kampfmittelfunden gerufen. Hierfür sind Mitarbeiter in 2 Teams rund um die Uhr in Bereitschaft.

Falls Sie auf Ihrem Grundstück Gegenstände finden, bei denen es sich um Kampfmittel (Bomben, Granaten, usw.) handeln könnte, halten Sie Abstand und informieren Sie sofort die Polizei oder das zuständige Ordnungsamt.


2. Präventive Kampfmittelbeseitigung

 
Eine weitere Aufgabe des Kampfmittelbeseitigungsdienstes  ist die präventive Kampfmittelbeseitigung vor Beginn von Baumaßnahmen. 

Vor Eingriff in das Erdreich ist daher ein Antrag auf Luftbildauswertung (LBA) bei der zuständigen Ordnungsbehörde zu stellen. Die Ordnungsbehörde leitet diesen Antrag an den KBD weiter und erhält nach ca. 4 Wochen das Ergebnis der LBA zurück. 

Der KBD verfügt derzeit über ca. 230.000 alliierte Luftbilder aus den Kriegsjahren. Anhand dieser Luftbilder sowie weiterer Unterlagen wird das Baugrundstück hinsichtlich einer Kampfmittelbelastung untersucht. Sofern eine mögliche Belastung in sogenannten Verdachtsflächen existiert, wird der Ordnungsbehörde eine Überprüfung des Baugrundstückes vor Ort mit geophysikalischen Verfahren empfohlen. Die endgültige Entscheidung über die weitere Vorgehensweise obliegt der örtlichen Ordnungsbehörde. 

In Zusammenarbeit mit der örtlichen Ordnungsbehörde koordinieren die Mitarbeiter des KBD die Kampfmittelsuche in den Verdachtsflächen vor Ort. Viele Suchmaßnahmen werden durch Fachunternehmen im Auftrag des KBD durchgeführt. Der KBD übernimmt hier dann die Aufgaben der Projektsteuerung und des Qualitätsmanagements.


3. Munitionszerlegung

 
Der Munitionszerlegebetrieb (MZB) im Hünxe nimmt für den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) in NRW verschiedene Aufgaben wahr:

  • Zerlegung und Vernichtung von Fundmunition aus dem I. und II. Weltkrieg
  • Ausbildung und Schulungszentrum für den KBD NRW
  • Dokumentationszentrum für den KBD NRW

Der MZB Hünxe wird zurzeit grundlegend modernisiert. Die Modernisierung wird in drei Bauabschnitten vollzogen. Beim ersten Bauabschnitt handelt es sich um den Bau der neuen, modernen, leistungsfähigen thermischen Entsorgungsanlage (TEA), der zweite Bauabschnitt beinhaltet eine nicht unerhebliche Erweiterung des Betriebsgeländes einschließlich des Baus einer neuen Ringstraße und diverser Lagerbunker, während der dritte Bauabschnitt den Bau einer neuen Zerlegetechnik mit sich bringen wird. 

Weitere Ausführliche Hinweise über die Kampfmittelproblematik in NRW finden Sie auf der Seite des Ministeriums für Inneres und Kommunales. In den Jahresberichten zur Gefahrenabwehr der vergangenen Jahre finden Sie weiteres umfangreicheres Zahlenmaterial.