Durch begleitende Natur- und Artenschutzmaßnahmen konnten bei der Modernisierung des Munitionszerlegebetriebs (MZB) in Hünxe über 7000 geschützte Amphibien und Reptilien, darunter u.a. auch der seltene Kammmolch, umgesiedelt werden.
Der geplante Umbau des MZB Hünxe und Natur- und Artenschutz, das gehe nur schwer zusammen, war vor Baubeginn die Befürchtung. Mit dem Beginn des 2. Bauabschnitts zeigt sich nun, dass dies doch funktioniert. Im Zuge der Umsetzung einer ökologischen Begleitplanung wurde in einem zur Rohdung anstehenden Waldstück ein rund 2 km langer Amphibienfangzaun errichtet. Vom 20.08. – 30.10.2009 wurden von einem anerkannten Reptilienexperten über 7000 Amphibien und Reptilien gefangen und erfolgreich umgesetzt bzw. z.T. auch umgesiedelt.
Initiiert wurde die komplexe Abfangaktion ursprünglich, um in der Umgebung des MZB vermutete Kreuzottern zu retten. Bei der Aktion wurden zwar keine Kreuzottern nachgewiesen, dafür aber eine große Anzahl an Amphibien und nur sehr wenige Reptilien. Die prominentesten und europaweit geschützten Arten sind hierbei der Kleine Wasserfrosch und der bereits oben erwähnte Kammmolch.
„Wir haben solch einen Artenreichtum und vor allem solch hohe Fangzahlen nicht erwartet“, freut sich Olaf Miosga, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für Naturschutz, Landschaftspflege und Gewässerschutz, über den Erfolg der Fangaktion. „Die hier im MZB umgesetzten Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz können zu Recht als vorbildlich bezeichnet werden“, so Miosga.
„Für die Bezirksregierung Düsseldorf als Betreiber des MZB ist dieser vorsorgliche Natur- und Artenschutz selbstverständlich“, führt Dr. Thomas Brückert, Betriebsleiter des MZB, aus, „unsere Schutzmaßnahmen erschöpfen sich aber bei Weitem nicht mit dem Abfang der Amphibien“. Dass dies auch zutreffend ist, zeigt sich u.a. auch an den Kompensationsmaßnahmen für die gerohdeten Waldflächen in Form von Ersatzaufforstungen.
Dr. Thomas Brückert
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