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Planen und Bauen - Regionalentwicklung
 

 
 

07.05.2018

Energie und Klimawandel

Die Gefahren des sich abzeichnenden Klimawandels und die entsprechenden Ursachenzusammenhänge und Gefahren sind inzwischen hinlänglich bekannt. Dass die weltweit wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen allesamt in der jüngsten Vergangenheit liegen ist nur einer von vielen Belegen für die bereits stattfindenden Veränderungen des Weltklimas (vgl. IPCC, 4. Sachstandsbericht, Zusammenfassung für Entscheidungsträger, S. 5). Perspektivisch geht es aber keinesfalls nur um eine Zunahme der Weltmitteltemperaturen, sondern vor allem auch um eine Zunahme der Extremwettereignisse bis hin zu Katastrophen-Szenarien wie dem Ausbleiben des Golfstroms (Forschungsthema: „Kipp-Elemente“ des Weltklimasystems) und um Veränderungen agrarisch wichtiger Wetterlagen.

Dem Klimaschutz und dem entsprechenden weltweiten Umbau der Energiesysteme kommt daher eine sehr hohe Bedeutung zu. Deutschland trägt dabei eine besondere Verantwortung, denn die Pro-Kopf-CO2-Emissionen in Deutschland liegen mit ca. 10 Tonnen/Jahr sehr hoch. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 4,5 Tonnen und ein Mensch in Indien produziert im Schnitt z.B. nur 1,2 Tonnen CO2/Jahr (Daten für 2008). Gerade das Energieland NRW hat hier aber auch große ökonomische Chancen, denn die Schaffung zukunftsfähiger Energiestrukturen ist ein Milliardengeschäft mit wachsenden Umsätzen. Hier geht es insbesondere um Arbeitsplätze und die Finanzströme, die in die Energie produzierenden Regionen fließen. So belaufen sich z.B. alleine schon die Gewerbesteuereinnahmen eines Windparks mit zehn modernen 5 MW-Anlagen über die Laufzeit der Anlagen auf geschätzte 5 Millionen Euro (auf Basis von Prognos-Daten für eine Beispielregion).

Klar ist, dass für die Zukunft anstehende Investitionsentscheidungen z.B. in regenerative Energien, Leitungen, Speicher und ggf. Kraftwerke immer auch einen Raumbezug haben. Gleiches gilt für die Schaffung energiesparender Raum- und Verkehrsstrukturen. Daher ist die räumliche Planung auf allen Planungsebenen einer der Schlüsselakteure beim Umbau des Energiesystems. Sie muss dabei insb. ökonomische, ökologische und siedlungsstrukturelle Belange gegeneinander und untereinander abwägen und dem Klimaschutz im wahrsten Sinne des Wortes Raum verschaffen.

Viele dieser Raumnutzungsentscheidungen sind dabei auch „raumbedeutsam“ im Sinne des Raumordnungsgesetzes und durch die Raumordnung zu steuern.

Zu erwähnen ist ferner, dass neben dem unmittelbaren Themenfeld Energieversorgung auch weitere Themenfelder der Raumordnung relevant sind für den Komplex Energie und Klimaschutz. So tragen Vorgaben zu kompakten Siedlungsstrukturen und zum Ausbau des ÖPNV zur Senkung des Energiebedarfs und damit auch zum Klimaschutz bei.

Weiterführende Informationen zu einzelnen Themen finden Sie hier:

•    Konventionelle Kraftwerke und fossile Energien
•    Regenerative Energienutzung allgemein
•    Windkraft
•    Klimaanpassung