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Schule - Berufskollegs
 

 
 

03.04.2018

Learning by Leaving - berufliche Auslandsaufenthalte für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf

Frau Thein-Kruppa ist Lehrerin am Berufskolleg Dinslaken. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Nils Cleve vom Robert-Schmidt-Berufskolleg in Essen ist sie zur Koordination für das Erasmus+-Innovationsprojekt „myVETmobility - Mobilitäten als Pfad zu 'versteckten Kompetenzen'“ an die Geschäftsstelle für EU-Projekte und berufliche Qualifizierung der Bezirksregierung Düsseldorf, die das Projekt leitet, abgeordnet. „Entstanden ist das Projekt, weil die EU-Geschäftsstelle berufliche Auslandspraktika in Europa auch für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Unterstützungsbedarf im Rahmen ihrer Mobilitätsprojekte anbieten wollte.“, berichtet Thein-Kruppa: „Für uns war das Thema neu, wir kannten aber aus vergangenen Kooperationsprojekten europäische Partnereinrichtungen in Finnland und Spanien, die bereits Erfahrungen gesammelt hatten. Es lag daher nahe, diese Erfahrungen für unser Vorhaben nutzbar zu machen.“

Auf einem Projektreffen im Februar 2018 bei der Bezirksregierung Düsseldorf diskutierten die wissenschaftliche Begleitung der Universität Paderborn und Bildungsfachleute aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Spanien und der Türkei Instrumente zum Mentoring von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf während eines betrieblichen Auslandspraktikums. Es wurde eine Erprobungsphase vereinbart, während die Berufskollegs aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf betriebliche Auslandsaufenthalte für die angesprochene Zielgruppe durchführen und den Students‘ Navigator (ein Programm zur Betreuung der Lernenden) sowie die videobasierte Selbstpräsentation, mit der sich die Lernenden anhand ihrer Praktikumserfahrungen vorstellen, ausprobieren sollten.

Für die Pilotgruppe zum Thema ‚Berufliche Auslandspraktika in Europa für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Unterstützungsbedarf‘ konnten mit Hilfe der Schulaufsicht für Berufskollegs drei Schulen zur Mitarbeit gewonnen werden: das Berufskolleg Neandertal, Berufskollegs Wesel und das Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen. Alle drei Schulen verfügen bereits über ausgewiesene Erfahrungen mit der Entsendung von Auszubildenden in betriebliche Auslandspraktika. Das Thema ‚Inklusive Mobilität‘ hingegen war wie der Einsatz von Mentoring-Instrumenten noch relativ neu für die Beteiligten. „Wir hatten zwar bereits einige Auslandsaufenthalte an der Schule durchgeführt, jedoch noch keine für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf“, resümiert Frau Knigge vom Berufskolleg Neandertal. Hier kam das Angebot der Geschäftsstelle für EU-Projekte und berufliche Qualifizierung der Bezirksregierung Düsseldorf zur rechten Zeit, denn über das Projekt ‚myVETmobility‘ kann die fachliche Unterstützung sowie Finanzierung für betriebliche Auslandaufenthalte einschließlich Begleitung geleistet werden.

Aus dem Berufskolleg Neandertal konnte ein erster Schüler der Zielgruppe gewonnen werden, der im April und Mai 2018 ein dreiwöchiges Praktikum im Café-Bistro Anagramma der Contrada degli Artigiani in Como (Italien) absolvieren wird. Hier wird sich der Praktikant mit Unterstützung der betreuenden Kolleginnen und Kollegen z.B. per Video mit seinen Praktikumserwartungen und -erfahrungen in Form kleiner reflektierender Praktikumsberichte auseinandersetzen und seine erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen darstellen. Die Qualität des Videos ist zunächst zweitrangig. Vielmehr geht es um den Prozess, in dem der Schüler seine Erfahrungen aufarbeitet, seine persönlichen, interkulturellen und berufsfachlichen Kompetenzen erweitert, neu entdeckt und visualisiert.