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Umweltschutz - Altlasten / Bodenschutz
 

 
 

02.04.2012

Bodenbelastungskarten: Ein Hilfsmittel für den Bodenschutz


Was sind digitale Bodenbelastungskarten?

Wozu dienen digitale Bodenbelastungkarten?

Bodenbelastungskarten für den innerstädtischen Bereich

Bodenfunktionskarten

Förderung

Stand der Bearbeitung im Bezirk Düsseldorf (April 2012)

 

Was sind digitale Bodenbelastungskarten?
Digitale Bodenbelastungskarten stellen die flächige Belastung des Oberbodens dar . Bei den in NRW zur Zeit erarbeiteten Karten werden die Gehalte an Schwermetallen und schwer abbaubaren organischen Schadstoffen (PAK und PCB) im Oberboden - üblicherweise im Maßstab 1:50.000 - dargestellt. Die Methode wurde für natürlich gewachsene Böden entwickelt und dient ursprünglich dazu, die Belastung naturnah genutzter Flächen (Acker, Grünland, Wald) außerhalb von Siedlungsgebieten darzustellen.

Datengrundlage sind:

  • Messergebnisse von Böden, wie sie in der landesweiten Datenbank beim Landesumweltamt (FIS StoBo) enthalten sind
  • bei den Kreisen und Städten vorliegende Untersuchungsergebnisse
  • ergänzende Untersuchungen, die im Rahmen der Erstellung der Karten durchgeführt werden.

Bei der Hochrechnung dieser einzelnen Messergebnisse (Datenpunkte) in eine flächenhafte Belastung werden die Nutzung der Böden, die Ausgangssubstrate der Bodenbildung (Ausgangsgesteine ) sowie Überschwemmungsgebiete berücksichtigt.

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Wozu dienen digitale Bodenbelastungkarten?

Digitale Bodenbelastungskarten liefern Grundlagen für die Aufgaben des Bodenschutzes nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz. Mit Hilfe der Bodenbelastungskarte lassen sich Gebiete mit einheitlichen Hintergrundbelastungen abgrenzen.Auf dieser Grundlage können dann großflächige Gebiete mit erhöhten Schadstoffgehalten abgegrenzt werden: Flächen mit schädlichen Bodenveränderungen bzw. Verdachtsflächen auf schädliche Bodenveränderungen.

Nach dem Bundesbodenschutzgesetz und der Bundesbodenschutzverordnung sind bestimmte Konsequenzen an die Schadstoffgehalte von Böden geknüpft. Im Sinne des vorbeugenden Bodenschutzes sind hier insbesondere die Vorsorgewerte von Bedeutung. Eine großflächige Überschreitung der Vorsorgewerte lässt sich ebenfalls mit Hilfe der digitalen Bodenbelastungskarten ermitteln.

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Bodenbelastungskarten für den innerstädtischen Bereich

Gerade für Fragen der kommunalen Planung ist neben der Berücksichtigung der Altlastflächen eine Kenntnis der Bodenbelastung im innerstädtischen Bereich notwendig. Die Methode, die für die flächenhafte Darstellung der Bodenbelastung im Außenbereich erarbeitet wurde, ist für den innerstädtischen Bereich nicht anwendbar. Hier liegen oftmals keine natürlich gewachsenen Böden vor und die Bodenbelastung wird durch andere zusätzliche Faktoren beeinflusst (z.B. Trümmerschutt oder Auffüllungen aus technogenen Substraten wie Schlacke). Zudem ändert sich im Innenstadtbereich häufig die Nutzung auf kleinem Raum, so dass eine Hochrechnung der einzelnen Messergebnisse auf eine größere Fläche, wie bei den Bodenbelastungskarten im Außenbereich üblich, nicht so leicht möglich ist. Digitale Bodenbelastungskarten für den Innenbereich erfordern demnach auch eine andere maßstäbliche Darstellung; angedacht ist ein Maßstab von 1: 25.000 bis 1: 5.000.

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Bodenfunktionskarten

Der Schutz von Böden und Bodenfunktionen ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe. Nach § 1 LBodSchG sind die Böden, die die natürlichen Bodenfunktionen und die Archivfunktion in besonderem Maß erfüllen, besonders zu schützen. Als digitale Grundlage liegt hierfür die Auswertung des geologischen Dienstes im Maßstab 1: 50.000 vor. Diese „Karte der schutzwürdigen Böden“ bewertet die folgenden Bodenteilfunktionen in den drei Stufen schutzwürdig, sehr schutzwürdig und besonders schutzwürdig:

  • Archiv der Natur- und Kulturgeschichte
  • Biotopentwicklungspotenzial für Extremstandorte
  • Regelungs- und Pufferfunktion / natürliche Bodenfruchtbarkeit

Bodenfunktionskarten bauen grundsätzlich auf der Karte des geologischen Dienstes auf. Sie gehen auf lokale Besonderheiten ein und ermöglichen gegenüber der Karte des GD eine stärkere räumliche und fachliche Differenzierung. Die Schutzwürdigkeit der Böden kann somit genauer abgeschätzt werden. Dies ermöglicht eine bessere Differenzierung im Rahmen der Planung.
Beispiele für räumliche und fachliche Differenzierung:

  • Weitere Bewertungsstufen (z. B. 5 statt 3)
  • Berücksichtigung der „Naturnähe“
  • Entwicklung großmaßstäblicher Bodenkarten

Fachliche Vorgaben bei der Erstellung von Bodenfunktionskarten:
Hinweise zu Ziffer 2.3.2 Förderrichtlinie Bodenschutz „Untersuchungen zur Ermittlung und Bewertung von Bodenfunktionen einschließlich der dazu erforderlichen Datenrecherchen (u. a. Bodenfunktionskarten)“ 

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Förderung

Das Land NRW unterstützt die Kommunen bei der Erstellung digitaler Bodenbelastungskarten/Bodenfunktionskarten im Rahmen des Förderprogrammes Maßnahmen zum Bodenschutz. Die Bearbeitung der Förderanträge erfolgt bei den jeweiligen Bezirksregierungen. Weitere Informationen zum Fördergegenstand, den förderfähigen Kosten und zum Antragsverfahren können Sie der Förderrichtlinie Bodenschutz entnehmen.

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Stand der Bearbeitung im Bezirk Düsseldorf (April 2012)

Digitale Bodenbelastungskarten Außenbereich: Kreis Neuss, Kreis Mettmann, Kreis Wesel, Kreis Viersen, Düsseldorf, Essen, Oberhausen, Mülheim, Wuppertal, Krefeld, Mönchengladbach, Solingen

Digitale Bodenbelastungskarten Innenbereich: Düsseldorf, Duisburg, Wuppertal, Essen, Mühlheim Oberhausen, Solingen

Bodenfunktionskarten: Wuppertal (fertig gestellt), Kreis Neuss und Kreis Mettmann (in Bearbeitung)

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