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Umweltschutz - Hochwasserschutz
 

 
 

07.06.2016

Überschwemmungsgebiete / Hochwasserrisikomanagement - Allgemeine Informationen

Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie in NRW

Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos

Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten

Hochwasserrisikomanagementpläne

Überschwemmungsgebiete

Hochwasseraktionspläne

weiterführende Informationen / Links

 

Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie in NRW

Nordrhein-Westfalen unternimmt seit vielen Jahren erhebliche Anstrengungen, um Menschen, Umwelt, Wirtschafts- und Kulturgüter vor den Gefahren durch Hochwasser zu schützen. Neben baulichen Maßnahmen kommt dabei der Kartierung von Risiken, der Information der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, der Vorsorgeplanung sowie der hochwassergerechten Entwicklungsplanung eine zentrale Bedeutung zu.

Bis Ende 2015 wurden in Nordrhein-Westfalen für alle Gebiete, in denen signifikante Hochwasserschäden auftreten können, sogenannte Hochwasserrisikomanagementpläne erarbeitet. Ziel der Pläne ist es, über bestehende Gefahren zu informieren und Maßnahmen unterschiedlicher Akteure zu erfassen. Dies soll dazu dienen, hochwasserbedingte Risiken für die menschliche Gesundheit, die Umwelt, Infrastrukturen und Eigentum zu verringern und zu bewältigen.

Grundlage dafür ist die europäische Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken (EG-HWRM-RL), die am 26. November 2007 in Kraft getreten ist. Die Zielsetzung der Richtlinie wurde von der Bundesregierung in die Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) übernommen (in Kraft seit 1. März 2010).

Zur Umsetzung des WHG sind folgende Schritte vorgesehen:

Bis Dezember 2011: Vorläufige Bewertung und Festlegung der Gebiete, in denen Hochwasser eine erhebliche Gefahr für menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturerbe, wirtschaftliche Tätigkeiten oder Sachwerte darstellen können (sogenannte Risikogebiete).

Bis Dezember 2013: Erstellung von Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten für die Risikogebiete.

Bis Dezember 2015: Erstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen für die Risikogebiete.

Die Ergebnisse dieser drei Arbeitsschritte sind alle sechs Jahre zu überprüfen und ggf. zu aktualisieren.

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Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos

Alle NRW-Gewässer wurden hinsichtlich der möglichen Auswirkungen eines Hochwassers bewertet. Hierbei als relevant eingestufte Gewässer finden Sie in der vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) im Ministerialblatt (MBl. NRW.) Nr. 34 vom 28.10.2010 veröffentlichten Gewässerliste.

Anschließend erfolgte in einer zweiten Stufe die Abschätzung der potenziellen Hochwasserauswirkungen für Menschen, Umwelt, Wirtschafts- und Kulturgüter. Zur Sicherstellung einer landesweit einheitlichen Vorgehensweise beauftragte das MKULNV eine Bürogemeinschaft mit der Durchführung dieser Arbeiten. Der Prozess wurde maßgeblich von den Bezirksregierungen als zuständigen Stellen und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) betreut. Der Abschlussbericht zur vorläufigen Risikobewertung ist auf der vom MKULNV eingerichteten Internet-Seite www.flussgebiete.nrw.de einsehbar.

Eine Übersichtskarte der Risikogewässer im Regierungsbezirk Düsseldorf können Sie über den Link am Seitenende aufrufen.

Für ausgewiesene Risikogebiete sind in der weiteren Bearbeitung sogenannte Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten sowie Hochwasserrisikomanagementpläne zu erstellen.

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Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten

Die Erstellung von Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten für die ausgewiesenen Risikogebiete wurde fristgerecht Ende 2013 abgeschlossen. In Einzelfällen finden noch Überprüfungen der erhaltenen Ergebnisse statt.

Die Karten enthalten Informationen für Hochwasserszenarien unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit (seltene bzw. extreme Ereignisse, Ereignisse mit mittlerer Wahrscheinlichkeit und häufig auftretende Ereignisse). Dabei informieren Hochwassergefahrenkarten über das Ausmaß möglicher Überflutungen, d.h. über Ausdehnung, Wassertiefen und – sofern relevant – Strömungsgeschwindigkeiten. Hochwasserrisikokarten liefern Aussagen über mögliche nachteilige Auswirkungen des Hochwassers für potentiell betroffene Einwohner, wirtschaftliche Tätigkeiten sowie Natur, Sach- und Kulturgüter.

Die Karten sind auf der Internet-Seite www.flussgebiete.nrw.de einsehbar. Die Geoportale www.uvo.nrw.de und www.elwasweb.nrw.de bieten außerdem eine interaktive Kartendarstellung von Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten sowie anderen Umweltdaten für alle Ortslagen in NRW.

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Hochwasserrisikomanagementpläne

Basierend auf den Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten wurden unter Beteiligung der zuständigen Akteure sowie interessierter Stellen (Kommunen, Kreise, Wasserverbände, Land- und Forstwirtschaft,...) Hochwasserrisikomanagementpläne für die Flussgebiete Rhein, Maas, Ems und Weser in NRW erstellt. Die Pläne beinhalten eine Vielzahl von Maßnahmen, die dabei helfen, Hochwasserschäden zu minimieren oder sogar gänzlich zu vermeiden. Auch die Bewirtschaftungsplanung nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie wurde dabei berücksichtigt.

Von April bis Juni 2015 konnte sich die Öffentlichkeit zu den Entwürfen der Hochwasserrisikomanagementpläne sowie zu möglichen Auswirkungen der Planungen auf die natürliche Umwelt, den Menschen oder materielle Werte äußern. Nach Auswertung der Stellungnahmen und Überarbeitung der Pläne liegen nun die Endfassungen der Hochwasserrisikomanagementpläne in NRW vor. Für den Regierungsbezirk Düsseldorf sind die Hochwasserrisikomanagementpläne Rhein NRW und Maas NRW relevant.

Alle Pläne sowie weitere Dokumente zum Hochwasserrisikomanagement, wie z.B. Kommunale Steckbriefe, stehen ab dem 22. Dezember 2015 auf der Internet-Seite www.flussgebiete.nrw.de zur Verfügung. Die Maßnahmenplanung für jede Kommune in NRW kann auch über die Geoportale www.elwasweb.nrw.de und www.uvo.nrw.de eingesehen werden.

Weitere Informationen zu den Hochwasserrisikomanagementplänen können Sie über den Link am Seitenende abrufen.


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Überschwemmungsgebiete

In Nordrhein-Westfalen werden seit vielen Jahren, d.h. auch schon vor Inkrafttreten der EG-HWRM-RL, die durch Hochwasser gefährdeten Flächen rechnerisch ermittelt und als sogenannte Überschwemmungsgebiete durch ordnungsbehördliche Verordnung festgesetzt bzw. vorläufig gesichert (§ 76 WHG). Berechnungsgrundlage ist dabei ein Hochwasserereignis, wie es statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist.

Die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten erfolgt mit dem Ziel, Schäden durch Hochwasserereignisse zu verringern oder sogar gänzlich zu vermeiden. Sie zählt zu den strategischen Vorsorgemaßnahmen im vorbeugenden Hochwasserschutz. Überschwemmungsgebiete dienen u.a.

  • dem Erhalt oder der Gewinnung, insbesondere Rückgewinnung von Rückhalteflächen,
  • der Regelung des Hochwasserabflusses,
  • dem Erhalt oder der Verbesserung der ökologischen Strukturen des Gewässers und seiner Überflutungsflächen,
  • der Verhinderung erosionsfördernder Maßnahmen,
  • dem hochwasserangepassten Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
  • sowie der Vermeidung von Störungen der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung.

In den Überschwemmungsgebieten gelten besondere Schutzvorschriften(§ 78 WHG). So sind dort zur Vermeidung späterer Hochwasserschäden die Ausweisung neuer Baugebiete ebenso wie die Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen in der Regel untersagt. Weiterhin ist es im Allgemeinen nicht zulässig, Grünland in Ackerland umzuwandeln oder Baum- und Strauchpflanzungen anzulegen.

Wir empfehlen Ihnen, sich über bestehende oder geplante Festsetzungen von Überschwemmungsgebieten im Internetangebot der Bezirksregierung Düsseldorf zu informieren. Den Link zu Karten, Berichten und Verordnungstexten finden Sie am Ende dieser Seite. Auch über die Geoportale www.uvo.nrw.de und www.elwasweb.nrw.de sind rechtlich gesicherte (d.h. festgesetzte oder vorläufig gesicherte) wie auch rechnerisch ermittelte (also rechtlich noch nicht verbindliche) Überschwemmungsgebiete einsehbar.

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Hochwasseraktionspläne

Neben den Überschwemmungsgebieten wurden in der Vergangenheit für einzelne Gewässer im Regierungsbezirk auch Hochwasseraktionspläne aufgestellt. Hochwasseraktionspläne dienten der Koordination und Abstimmung von Hochwasserschutzmaßnahmen. Die Hochwasserrisikomanagementpläne nach EG-HWRM-RL haben als neues und in ihrer Rechtsposition stärkeres Instrument die Hochwasseraktionspläne in dieser Funktion abgelöst.


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weiterführende Informationen / Links:

EG-Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken (EG-HWRM-RL)

Wasserhaushaltsgesetz (WHG)

Gewässerliste NRW

Risikogewässer im Regierungsbezirk Düsseldorf


Hochwasserrisikomanagementpläne in NRW

Überschwemmungsgebiete im Regierungsbezirk Düsseldorf

Umweltbezogene Internet-Adressen und WMS-Dienste

Übersicht über die in diesem Bereich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf


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