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Verkehr - Verkehrsplanung
 

 
 

15.05.2013

Güterverkehr, Logistik und Häfen

Wasserstraßen und Häfen

  • Ziele und Erläuterungen des GEP 99 (S. 63ff., S. 86ff.) hier.
  • Konferenzen im Regierungsbezirk Düsseldorf zum Thema Häfen und Güterverkehrszentren

Angesichts zu befürchtender Wettbewerbsverzerrungen als Folge subventionierter Infra- und Suprastruktur in den Niederlanden und einer kaum wahrnehmbaren Zusammenarbeit der deutschen Niederrhein-Häfen berief Regierungspräsident Büssow zwei "Konferenzen der Häfen und Güterverkehrszentren" im Plenarsaal der Bezirksregierung ein. Die Hauptziele waren eine konkrete Zusammenarbeit der deutschen Niederrhein-Häfen untereinander und eine gleichberechtigte grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Niederlanden.

Auf der ersten Hafenkonferenz am 7. Oktober 1996 wurde ein „Aktionsprogramm der Häfen am Niederrhein“ verabschiedet mit dem Ziel, ein gemeinsames Marketingkonzept zu entwickeln und die Gründung einer gemeinsamen Dachgesellschaft zu prüfen. Wichtigstes Ergebnis der Konferenz war die Initiative „PORTNET RHEINRUHR“ der Niederrhein-Häfen von Dormagen bis Emmerich, um weltweit auf ihre Wasserumschlagplätze aufmerksam zu machen und Produzenten zu ermuntern, ihre für die Bundesrepublik bestimmte Fracht über Rotterdam an die Kais am Niederrhein zu leiten.

Zur zweiten Hafenkonferenz am 21. April 1997 konnten auch Repräsentanten der Seehäfen Rotterdam und Antwerpen begrüßt werden. Themen waren die Zusammenarbeit der niederrheinischen Häfen mit den Seehäfen in Rotterdam und Antwerpen (Stichwort Hafennetz) mit dem Ziel, gemeinsam die Wettbewerbsfähigkeit sowohl der Binnen- als auch der Seehäfen zu stärken. Wesentliche Bestandteile dieses Hafennetzes, seien sogenannte Hinterlandknotenpunkte. Daher müssten auch die Hinterlandverbindungen ausgebaut werden (Eiserner Rhein, Betuwe-Linie und den Ausbau der Wasserstraßen), da sie als Drehscheibe für das Umfeld dienten. Regierungspräsident Büssow hob die Chancen eines logistisch verknüpften Raumes, eines "Kraftvierecks REAK“ mit den Eckpunkten Rotterdam, Emmerich, Antwerpen, Köln für alle Menschen und Unternehmen in der Region hervor.

Auf der ersten NRW-Hafenkonferenz am 22. Juli 2004 (Thema: Binnenschifffahrt stärken, Hafenstandorte ausbauen) wurde das im Februar 2004 von der Landesregierung vorgestellte Wasserstraßenverkehrs- und Hafenkonzept NRW diskutiert. Das Land hat angekündigt, den Verkehrsträger Binnenschifffahrt weiter zu stärken.

Außerdem wurden u.a. die folgenden Themen behandelt. Die Erschließung der Hafenstandorte solle landseitig verbessert werden. Die Flächenentwicklung für hafenaffine Nutzungen solle mit besonderer Priorität behandelt werden. Wichtig sei die Planungssicherheit im Bereich der Hafengebiete und an den an Häfen angrenzenden Gebieten (langfristiges perspektivisches Flächenmanagement). Eine weitere Verstärkung der Kooperation mit den Seehäfen (Rotterdam, Antwerpen) sei anzustreben, um z.B. Abfertigungszeiten für Binnenschiffe zu senken.

Zur zweiten NRW-Hafenkonferenz am 3. Dezember 2004 (Thema: Seehafenhinterland NRW – Impulse für die Kooperation zwischen See- und Binnenhäfen) waren auch Vertreter der Seehäfen in den Niederlanden, Belgien und an der deutschen Nordseeküste eingeladen. Ziel war es, dass das Seehafenhinterland NRW das Potenzial seiner Hafen- und Wasserstraßeninfrastruktur besser nutzt. Es wurde unterstrichen, dass die Binnenhäfen die natürlichen Partner der Seehäfen seien. Sie könnten, durch ihre größere Nähe zu den Absatzmärkten, einen kostengünstigen, mautfreien Nachlauf im Hinterland der Seehäfen organisieren.

Am 31. Oktober 2008 hat das Land Nordrhein-Westfalen zu einer weiteren „Hafenkonferenz Nordrhein-Westfalen“ (Thema: Binnenhäfen als moderne Logistikdrehscheiben) eingeladen. Hier stand die Bedeutung der Binnenhäfen als Drehscheiben für Verkehre von und zu den Seehäfen sowie ins Hinterland im Mittelpunkt. Mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung wurden die Handlungsoptionen für die Hafenstandorte in Nordrhein-Westfalen, die das Land in der Fortschreibung des Wasserstraßen- und Hafenkonzepts formuliert hat, näher beleuchtet. Die Themen waren Flächenoptimierung, Hinterlandverbindungen und trimodaler Warenumschlag sowie die Möglichkeiten von Hafenkooperationen.

Fazit der Hafenkonferenz ist das, der Containerwachstum weiter anhalten wird. Prognosen gehen von einer globalen Steigerungsrate von 5,5 Prozent pro Jahr bis 2025 aus. Aufgrund dieser Zuwächse haben die Binnenhäfen in Nordrhein-Westfalen hervorragende Perspektiven. Während die logistischen Kapazitäten der großen Seehäfen bald ausgereizt sind, können die Binnenhäfen das anhaltende Wachstum der Containermärkte auf­fangen. Mit ihrer Nähe zu Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam und guten Hinterlandverbindungen verfügen die Binnenhäfen in Nordrhein-Westfalen über die besten Voraussetzungen, als leistungsfähige Logistikdrehscheiben eine Schlüsselrolle im Umschlag der Güterströme zu übernehmen.

  • Wasserstraßenverkehrs- und Hafenkonzept NRW

Das MVEL (heute MWEBWV NRW) hat im Februar 2004 das o.g. Konzept veröffentlicht. Inhalt des Konzeptes ist eine allgemeine Einschätzung der Entwicklungen im Binnenschifffahrtsverkehr in NRW; es enthält eine Bestandsanalyse im Bereich Güterverkehr der Binnenschifffahrt (Modal-Split, Zustand der Infrastruktur, Rahmenbedingungen), beschreibt Handlungsoptionen zur Stärkung der Binnenschifffahrt und zeigt für die einzelnen öffentlichen Häfen NRWs Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale auf. Das Wasserstraßenverkehrs- und Hafenkonzept NRW ist auch ein Beitrag zur IGVP und soll als Grundstein für eine konstruktive Diskussion und für ein zukunftsorientiertes Handlungsprogramm für die Binnenschifffahrt in NRW dienen.

Die Landesregierung NRW hat am 22. Februar 2008 die Fortschreibung des Wasserstraßenverkehrs- und Hafenkonzept NRW veröffentlicht. Es benennt die Potenziale der Binnenhäfen und zeigt Handlungsoptionen auf.

Güterverkehrszentren (GVZ)
Um den zukünftig besonders stark steigenden Güterverkehr im Regierungsbezirk Düsseldorf so umweltverträglich wie möglich zu betreiben und für den Wachstumsmarkt Verkehr/ Logistik im internationalen Standortwettbewerb besser gerüstet zu sein, sollen die Verkehrsträger Schiene, Straße und/ oder Wasserstraße unter transportwirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten stärker verknüpft werden. Dazu sollen in den vom Land festgelegten Standorträumen Düsseldorf/ Neuss, Duisburg/ Niederrhein, Arnheim /Nimwegen/ Emmerich und Wuppertal in den im Gebietsentwicklungsplan dargestellten Standorten leistungsfähige dezentrale Güterverkehrszentren (GVZ) und Umschlagseinrichtungen für den Kombinierten Ladungsverkehr (KLV) entwickelt werden. Vor einem Neubau sollen Güterverkehrseinrichtungen dort genutzt und ausgebaut werden, wo ein Transportträgerwechsel verkehrsgerecht und umweltschonend erfolgen kann. Dies ist besonders bei grenzüberschreitenden Standorten notwendig.

Güterverkehrszentren sind Transportgewerbegebiete mit Infrastruktureinrichtungen für den Kombinierten Ladungsverkehr an geeigneten Schnittstellen der Verkehrsträger Straße, Schiene und/oder Wasserstraße. Daher sind insbesondere Häfen als Güterverkehrsstandort geeignet. Als aktuelle Entwicklungen größeren Ausmaßes sind v.a. der Zusammenschluss der Häfen Düsseldorf und Neuss am 01.01.2003 zur Neuss-Düsseldorfer Häfen Gmbh & Co. KG der Ausbau der Duisburger Häfen zum Logistikzentrum (Stichwort Logport) sowie der Kooperationsvertrag der beiden Häfen Dortmund und Duisburg (27.8.2004) zu nennen. Seit 2008 besteht die aus den ehemaligen Hafen- Bahnbetrieben Krefeld in Kooperation mit den Neuss-Düsseldorfer Häfen hervorgegangene Hafen Krefeld GmbH& Co. KG. Von Experten wird eine Hafenkooperation am Niederrhein gefordert, ein Masterplan dazu wurde 2010 fertig gestellt. 

Für weitere Informationen zu dem Themenkomplex GVZ siehe auch:  Internetauftritt von Dezernat 32.

 

Weitere Informationen:

Das Integrierte Schienenkonzept für den Güterverkehr in NRW finden Sie hier (pdf, 5,64 MB).

Das NRW-Luftverkehrskonzept 2010 finden Sie hier.

Informationen zum Masterplan Güterverkehr und Logistik der Bundesregierung finden Sie hier.

Die Broschüre Luftverkehrsinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.