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28.09.2018

Anerkennung der Berufsbezeichnung "Ingenieur / Ingenieurin"

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ durch gesetzliche Regelungen der Bundesländer geschützt. Die Führung der Berufsbezeichnung ist eine Form der Berufsausübung und setzt den erfolgreichen Abschluss eines naturwissenschaftlichen oder technischen Hochschulstudiums voraus.

Nach dem Ingenieurgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen (IngG NRW) darf die Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ führen, wer in Deutschland ein naturwissenschaftliches oder technisches Hochschulstudium mit der Dauer von mindestens drei Studienjahren erfolgreich absolviert hat.

Wer im Ausland einen Studienabschluss als Ingenieurin oder als Ingenieur erworben oder eine Ingenieurausbildung absolviert hat, darf die Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ führen, wenn er von der zuständigen Bezirksregierung die Genehmigung hierzu erhalten hat. Die Genehmigung wird erteilt, wenn die im Ausland erworbene berufliche Qualifikation einem deutschen Ingenieurabschluss gleichwertig ist.

Der Antrag auf Genehmigung zur Führung der Berufsbezeichnung "Ingenieur/Ingenieurin" ist im Land Nordrhein-Westfalen schriftlich bei der für den Wohnort zuständigen Bezirksregierung zu stellen. Ist dieser nicht gegeben, ist der Antrag bei der Bezirksregierung zu stellen, in deren Zuständigkeitsbereich sich der Sitz des Arbeitgebers befindet.

Bei Antragstellern, die im Bauwesen tätig sind und zukünftig Kammermitglied in der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen werden möchten, besteht nach der am 31.08.2018 in Kraft getretenen Verordnung des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE NRW) die Möglichkeit, sich hinsichtlich eines Antrages auf Erteilung der Genehmigung zur Führung der Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ direkt an die Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen zu wenden.

Antrag
Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Identitätsnachweis (Kopie des Ausweises)
  • tabellarischer Lebenslauf mit genauen Angaben über den Ablauf Ihres Bildungsganges (Schulbesuchszeiten, Studienzeiten) sowie Angaben zur Staatsangehörigkeit
  • Fotokopie der Heiratsurkunde bei Namensänderungen (bei fremdsprachigen Urkunden ist auch eine deutsche Übersetzung vorzulegen)
  • amtlich beglaubigte Fotokopie des ausländischen Originaldiploms oder Abschlusszeugnisses;
  • amtlich beglaubigte Fotokopie der Übersetzung des Diploms oder Zeugnisses;
  • amtlich beglaubigte Fotokopie des Notenspiegels (Index) zum Diplom/Zeugnis;
  • amtlich beglaubigte Fotokopie der Übersetzung des Notenspiegels (Index) zum Diplom/Zeugnis ins Deutsche.

Sofern bereits eine Zeugnisbewertung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) vorgenommen worden ist, kann diese zur Entscheidungsfindung herangezogen werden. Daher wird empfohlen, eine Kopie der gesamten Zeugnisbewertung den Antragsunterlagen beizufügen.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Übersetzungen in die deutsche Sprache (Schrift) ausschließlich von Übersetzerinnen bzw. Übersetzern zu erstellen sind, die in der Bundesrepublik Deutschland durch die Oberlandesgerichte zugelassen sind. Weitere Informationen über die allgemein beeidigten, öffentlich bestellten bzw. allgemein ermächtigten Übersetzerinnen und Übersetzer erhalten Sie unter dem folgenden Link: www.justiz-dolmetscher.de.

Amtliche Beglaubigungen erhalten Sie bei Ihrer Stadtverwaltung oder bei einem Notar.

Gebühr
Für die Genehmigung ist grundsätzlich eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 200,00 Euro zu entrichten. Wenn Sie Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) beziehen, kann die Gebühr ermäßigt werden. Zum Nachweis des Leistungsbezuges wird um Vorlage einer Fotokopie des aktuellen Leistungsbescheides gebeten.

Ordnungswidrigkeitenverfahren
Darüber hinaus führen wir Ordnungswidrigkeitenverfahren durch, wenn sich jemand „Ingenieurin“ oder „Ingenieur“ nennt, ohne die erforderliche Berechtigung hierzu zu haben.

Führung akademischer Grade
Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass durch die Genehmigung zur Führung der Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ eine Umwandlung eines ausländischen Grades in einen entsprechenden inländischen Grad nicht zulässig ist, d. h. die Führung des inländischen Grades „Diplom-Ingenieur/Diplom-Ingenieurin“ ist mit dieser Genehmigung nicht zulässig. Informationen zur Führung des akademischen Grades können beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW eingeholt werden.

Verlinkungen
Ingenieurgesetz NRW (IngG NRW)

Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz NRW (BQFG NRW)

Verordnung über die Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz NRW für die nach dem Ingenieurgesetz reglementierte Berufsbezeichnung vom 10. Juli 2018

Zeugnisbewertung für ausländische Hochschulqualifikationen

Ausländische Abschlüsse und Grade

Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen