Hauptnavigation



 
Wir über uns - Jahresrückblicke
 

 
 

04.05.2017

29 Kampfmittel auf Gewerbefläche in Moers-Utfort

Sprengung war unumgänglich

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf überprüft regelmäßig vor dem Beginn von geplanten Bauarbeiten mittels Luftbildauswertungen Verdachtsflächen. Auf dieser Grundlage werden Flächen anschließend untersucht. Wenn sich hierbei ein Hinweis auf einen Bombenblindgänger ergibt, wird ein Bereich in der Regel anschließend aufgegraben.

Recht 'ergiebig' war die Untersuchung einer Gewerbefläche in Moers-Utfort im Jahr 2017: Auf einer Fläche von 75.000 Quadratmetern wurden hier 29 Kampfmittel und insgesamt 42 kg weitere Munitionsteile und Explosivstoff gefunden. Unter den Kampfmitteln befanden sich neben Brandbomben und Granaten auch zehn Fliegerbomben mit Sprengstoffgewichten zwischen 60 und 250 kg.

Acht Bomben konnten vor Ort entschärft werden - darunter auch eine Bombe mit einem besonders gefährlichen chemisch-mechanischen Langzeitzünder. Eine weitere Bombe hatte keinen Zünder mehr und wurde daher gefahrlos abtransportiert.

Im März 2017 sollten zwei Bomben entschärft werden. Während die Entschärfung bei einer der beiden Bomben gelang, scheiterten bei der zweiten Fliegerbombe alle Entschärfungsversuche. Es hat sich herausgestellt, dass der Zünder stark verformt war. Dadurch ließ er sich nicht mehr entfernen. Der Zustand des Zünders hat einen Transport nicht zugelassen. Letztendlich hat sich der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Düsseldorf für eine Sprengung der Bombe am Fundort entschieden. Dazu bedurfte es einiger Vorbereitungen:


Zunächst wurde vor Ort eine sechs Meter tiefe Grube gegraben, in die Bombe für die Sprengung verlagert wurde. Die Grube wurde zusätzlich mit Sand abgedeckt. Weiterhin wurde in Richtung der nächstgelegenen Infrastruktur (oberirdische Fernwärmeleitung in 30 m Entfernung und Wohngebäude in 50 m Entfernung) ein Splitterschutzwall aus Strohballen errichtet. Mit Maßnahmen dieser Art können die Auswirkungen einer Sprengung erheblich abgemildert werden.

So hat sowohl die Entschärfung der einen Bombe als auch die Sprengung der zweiten Bombe weder die Fernwärmeleitung noch die Wohngebäude beschädigt.

Übersicht 2017