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Wir über uns - Jahresrückblicke
 

 
 

02.11.2017

Sicherheit für Klein und Groß

Arbeitsschützer kontrollierten Aussteller auf der Spielemesse in Essen

Vom 26. bis 29. Oktober 2017 stellten etwa 1100 Anbieter aus nahezu allen Ecken der Welt ihre Produkte bei den Internationalen Spieletagen auf dem Messegelände in Essen vor. An rund 750 Ständen konnten sich kleine und große Spielbegeisterte vier Tage lang über die Neuheiten auf dem Markt informieren, diese an Ort und Stelle testen und auch direkt mit nach Hause nehmen. Damit es für die Kundinnen und Kunden dann keine böse Überraschung gab, kontrollierten die Kolleginnen und Kollegen des technischen Arbeitsschutzes der Bezirksregierung Düsseldorf auf der Messe stichprobenartig Waren.

Insgesamt wurden 17 Aussteller unter die Lupe genommen und folgende Mängel festgestellt:

  • Auf elf Produkten fehlten Namen und Kontaktanschrift des Herstellers bzw. Einführers.
  • Sieben Produkte waren ohne Warnhinweise in deutscher Sprache.
  • Sechs Produkte hatten keine CE-Kennzeichnung, und es fehlte damit der Nachweis, dass das Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt wurde, also die vorgeschriebenen Tests zu chemischen Inhaltsstoffen, Entflammbarkeit, mechanischen Gefährdungen oder verschluckbaren Kleinteilen. Bei den hier beanstandeten Produkten handelte sich überwiegend um Plüschspielzeug, das auch bei Kindern unter drei Jahren sehr beliebt ist. Freiwillig verzichteten die betroffenen Händler daraufhin auf den Verkauf dieser Ware.

Bei ihren Tests wie auf der Spielemesse in Essen folgen die Kolleginnen und Kollegen des technischen Arbeitsschutzes klaren Regeln:
Verschiedene Hinweise und Aufdrucke auf den Verpackungen müssen belegen, dass die Spielsachen den Anforderungen entsprechen und auf dem deutschen Markt verkauft werden dürfen.
Hier einige Beispiele:

Der Gesetzgeber spricht bei Spielzeug von allen Produkten, „die ausschließlich oder nicht ausschließlich dazu bestimmt oder gestaltet sind, von Personen unter 14 Jahren für den Gebrauch beim Spielen verwendet zu werden“. Sie müssen das so genannte CE-Kennzeichen haben. Dies bringt zum Ausdruck, dass der Hersteller für dieses Spielzeug ein Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt hat, und es dem hohen Standard gerecht wird, den nicht nur Deutschland, sondern auch die Europäische Union setzt.

Enthält ein Spielzeug Teile, die von Kleinkindern verschluckt werden können, ist es für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet. Dieser Hinweis muss auf dem Produkt in deutscher Sprache vorhanden sein. Hat der Hersteller dies nicht unmittelbar auf die Verpackung drucken lassen, kann er ihn nachetikettieren. Anders das CE-Kennzeichen. Es darf nicht nachträglich angebracht werden, außer es kann z.B. durch Testberichte nachgewiesen werden, dass alle Sicherheitsanforderungen z. B. zu chemischen Inhaltsstoffen, Entflammbarkeit oder anderen Gefährdungen erfüllt werden.


Um im Fall des Falles bei möglichen Mängeln am Produkt den Weg zum Hersteller zurückverfolgen und ihn in die Pflicht nehmen zu können, müssen auf den Spielsachen der Name und eine Kontaktanschrift innerhalb der Europäischen Union angegeben werden. Anbieter aus Drittstatten müssen eine solche Vertretung ihrer Firma in einem EU-Staat haben (Bevollmächtigter) und dies auf dem Produkt deutlich machen. Alternativ kann ein im Europäischen Wirtschaftsraum ansässiger Einführer seinen Namen und seine Kontaktanschrift auf dem Spielzeug anbringen. Der Hinweis darf ebenfalls nachetikettiert werden, allerdings nicht auf einem einfachen Haftzettel, der sich schnell ablöst.


Diese Maßgaben gelten in jedem Fall, wenn das Spielzeug noch auf der Messe verkauft werden soll. Werden nur Schaustücke ausgestellt, können die Qualitätshinweise fehlen, es muss allerdings deutlich gemacht werden, dass die Produkte nicht zum Verkauf bestimmt sind.

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