Hans Otto Bäumer, geboren 26.12.1926 in Velbert, gestorben 24.11.1998 in Düsseldorf

Hans Otto Bäumer

1967–1975

Nachfolger von Baurichter wurde 1967 Hans Otto Bäumer (SPD), ein streitbarer Jurist und Volkswirt, der unter anderem als Richter am Bundesarbeitsgericht in Kassel gearbeitet hatte.
Bäumer hielt nicht viel von sogenanntem Wohlverhalten und diplomatisches Schweigen war ihm zuwider.1
Auch Parteigenossen waren vor seiner scharfen Kritik nicht sicher. Er nahm kein Blatt vor den Mund und scheute sich nicht, Klartext zu reden.

Dennoch galt der Politiker Bäumer zeitlebens als sozialdemokratisches „Urgestein“. Vor allem an der Parteibasis und in Arbeiterkreisen wurde er stets als Held verehrt. Sein oft polterndes Auftreten, sein bisweilen erratisches Verhalten, seine immer wiederkehrenden Attacken auch gegen das eigene Partei-Establishment brachten ihm schon früh den als Tadel gemeinten Beinamen „Rebell vom Niederrhein“ ein. Bäumer verstand es geschickt, diesen Titel in seinem Sinne als Kämpfer gegen Duckmäuser und Mitläufer umzudeuten. 2
Bäumer war der letzte Präsident, der das Präsidentenschlösschen bewohnte.

Am 04. Mai 1979 wurde Bäumer als Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in die Landesregierung berufen.


Fußnoten

1 Landtag intern 07.02.1977 Porträt der Woche Nr. 4/8/8- Seite 15
2 Der Spiegel 25/72 vom 11.06.1972 Quelle: Landtagsarchiv NRW; Stadtarchiv Velbert)