Porträt von Regierungspräsident Dr. Fritz Behrens

Dr. Fritz Behrens

1986–1995

Im Dezember 1986 wurde Dr. Fritz Behrens (SPD) zum Regierungspräsidenten in Düsseldorf ernannt. Der promovierte Jurist war im Dezember 1977 in den Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen getreten. Sein Weg in der Verwaltung führte über viele verschiedene Stationen: Referent in der Staatskanzlei, ab 1979 persönlicher Referent des Chefs der Staatskanzlei und ab 1980 des Innenministers Dr. Herbert Schnoor, ab 1983 Büroleiter von Ministerpräsident Rau bis zu seiner Ernennung zum Regierungspräsidenten in Düsseldorf.

Behrens war beim Amtsantritt mit 38 Jahren der bis dahin jüngste Regierungspräsident der Bezirksregierung Düsseldorf und entsprach äußerlich so gar nicht dem Bild eines Spitzenbeamten in preußischer Tradition. Er trug einen dichten schwarzen Bart und er beschrieb sich damals selbst so: „Ich sah aus, als ob ich immer noch wie in den 60-er Jahren in meiner Heimatstadt Göttingen in der Schülerband „Saints“ Beatmusik machen würde.“

Behrens wagte den Aufbruch in die Moderne und brach mit Althergebrachtem. Ihm war es wichtig, die streng gelebte Hierarchie aufzubrechen. Als Regierungspräsident hat er sich oft auch in interne Abläufe eingemischt und diese verändert. Beratungen bei und mit ihm wurden zum ganz normalen Bestandteil der täglichen Arbeit. Sein besonderes Interesse galt der Modernisierung der Verwaltung in Nordrhein-Westfalen, die er immer wieder in direkten Berichten an den Ministerpräsidenten Johannes Rau zum Thema machte. Er legte zudem besonderen Wert auf enge Kontakte zu den Kommunen in seinem Bezirk, besuchte sie alle in den ersten zwei Jahren seiner Amtszeit und führte regelmäßige Besprechungen mit den Spitzen der Kommunalverwaltungen durch.

In seine Amtszeit fiel auch die Umbenennung der Behörde von „Der Regierungspräsident" in „Die Bezirksregierung".

Behrens war nach Bäumer der zweite Regierungspräsident, der nach seiner Amtszeit als Regierungspräsident in ein Ministeramt wechselte. Zunächst berief Johannes Rau ihn 1995 zum Justizminister. Nach dem Neuzuschnitt der Ressorts durch Ministerpräsident Wolfgang Clement 1998 wurde ihm zusätzlich das Innenressort übertragen. Beide Ämter hatte er bis Februar 1999 inne. Mit der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes, dass die Zusammenlegung von Innen- und Justizressort verfassungswidrig sei, wurde diese rückgängig gemacht und Behrens schied aus dem Justizressort aus. Er blieb dann bis zum 24.06.2005 Innenminister und gehörte von 2003 bis 2012 dem Landtag NRW an.

Behrens‘ besonderes Interesse galt Kunst und Kultur in Nordrhein-Westfalen. Als Abgeordneter im Landtag wurde er Vorsitzender des Kulturausschusses und war von 2011 bis 2021 Präsident der Kunststiftung. In zahlreichen Ehrenämtern engagierte er sich seither weiter in diesem Bereich.