Frauen im Fokus – Corinna Glombitza
In diesem Interview gibt uns Corinna Glombitza aus Dezernat 47 Einblicke in ihre Arbeit in der Schulabteilung. Sie erklärt, warum Wissensmanagement so wichtig ist und spricht über ihre große Leidenschaft – den Sport.
Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Position gekommen?
Ich habe 1993 die Ausbildung zur Diplomverwaltungswirtin bei der Bezirksregierung Düsseldorf abgeschlossen und bin anschließend direkt in die Schulabteilung eingestiegen. Für mich ideal, denn die Arbeit im Personalbereich hat mir von Anfang an viel Freude gemacht.
Nach der Elternzeit habe ich zunächst meine Arbeit als Personalsachbearbeiterin fortgesetzt.
Vor zwei Jahren wurde eine Stelle im Wissensmanagement ausgeschrieben. Ich habe mich beworben und bin seitdem in diesem Bereich tätig.
Welche Aufgaben gehören zu Ihrem Tätigkeitsbereich?
Allgemein werden im Dezernat 47 Personalangelegenheiten der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen bearbeitet. Das können Einstellungen, Teilzeitgesuche, Beförderungen, Entlassungen, Dienstaufsichtsbeschwerden und vieles mehr sein. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ist für bestimmte Schulen im Regierungsbezirk zuständig.
Meine Hauptaufgabe ist der Aufbau des Wissensmanagement in der Datenbank SharePoint. Die Datenbank befülle ich mit Dokumenten wie beispielsweise Erlassen. Zudem erstelle ich Beiträge zu häufigen Aufgaben und Fragestellungen unserer Arbeit: Wie regelt man eine Beförderung? Wie geht man bei einer Entlassung vor? So können neue Kolleginnen und Kollegen direkt nachschauen, wie mit einem Thema umgegangen und wie es bearbeitet wird.
Darüber hinaus bin ich Leiterin der Registratur. In der Registratur befinden sich alle Personenakten der Lehrerinnen und Lehrer des Regierungsbezirks. Hier ist übrigens noch nichts digitalisiert. Die Kolleginnen und Kollegen müssen daher noch alles in den Personalakten abheften. Sich hier um die Sorgen und Nöte der Kolleginnen und Kollegen zu kümmern, macht mir besonders Freude.
Für die Pflege der Homepage bin ich ebenfalls zuständig.
Außerdem betreue ich selber zwei Realschulen. Früher war ich ausschließlich Personalsachbearbeiterin. Um im Wissensmanagement weiterhin nah an den fachlichen Themen zu bleiben, habe ich mich bewusst entschieden, auch weiterhin zwei Schulen zu betreuen. In Remscheid bin ich also Ansprechpartnerin für zwei Realschulen und kümmere mich um alle personalrelevanten Anliegen der Schulleitungen sowie Lehrkräfte.
Wie funktioniert die Kommunikation mit den Schulen? Die Schulabteilung sitzt ja am Bonneshof in Düsseldorf.
Wir besuchen die Schulen in der Regel nicht. Die Kommunikation läuft überwiegend telefonisch und per E-Mail. Es kommt aber schon mal vor, dass wir zu Abschiedsfeiern von Schulleiterinnen und Schulleitern eingeladen werden. Manchmal fährt man auch zu einer Dienstbesprechung der Schulleitungen. So lernen wir die Menschen kennen.
Welche Herausforderungen begegnen Ihnen im Arbeitsalltag und wie gehen Sie damit um?
In der Schulabteilung gibt es einen hohen Stresspegel. Das Thema Schule ist häufig in den Medien, zum Beispiel wegen des Lehrkräftemangels. Bei Krankheitsfällen braucht es kurzfristige Vertretungsregelungen. Da wird dann von einer Schule heute ein Antrag auf Vertretung gestellt, der eigentlich schon gestern hätte bearbeitet werden sollen.
Wichtig ist dabei, stets gesetzeskonform zu handeln und gleichzeitig den Lehrkräften gegenüber wohlwollend zu bleiben.
Welche Qualifikationen sind für Ihren Beruf entscheidend?
Ich habe das Studium zur Diplomverwaltungswirtin absolviert.
Darüber hinaus muss man stressresistent sein und Organisationsfähigkeit mitbringen. Am wichtigsten in der Personalsachbearbeitung ist jedoch Empathie. Man sollte Spaß daran haben, mit Menschen zu arbeiten.
Was motiviert Sie an Ihrer Arbeit?
Dass jeder Tag anders ist und es nie langweilig wird. Man kann hier 25 Jahre arbeiten und es kommt immer mal wieder etwas Neues. Das ist der Grund, warum ich hier so lange geblieben bin.
Am Ende geht es darum, Schulleitungen und Lehrkräfte zu unterstützen – und damit einen Beitrag zu funktionierenden Schulen zu leisten.
In einem großen Haus wie der Bezirksregierung gibt es viele verschiedene Aufgabenbereiche. Was schätzen Sie besonders an der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden?
Wir sind hier ein Team mit 160 Mitarbeitenden. Unabhängig davon, ob man für Grundschulen, Realschulen, Gymnasien oder Berufskollegs zuständig ist: Man kann immer Fragen stellen und es wird geholfen.
Zwei Teamtage und After-Work-Events haben dabei geholfen, uns untereinander besser kennenzulernen. Der Austausch ist dadurch enger geworden. Das Arbeiten macht deshalb noch mehr Spaß.
Neben Ihrer Arbeit bei der Bezirksregierung sind Sie auch sportlich aktiv. Sie wurden 2025 Deutsche Meisterin im Sportschießen. Wie schaffen Sie es, diese beiden Welten – Verwaltungsalltag und Leistungssport – miteinander zu verbinden?
Mit dem Sportschießen habe ich mit zehn Jahren in der DDR begonnen. Wegen meiner Kinder habe ich später 15 Jahre Pause gemacht, was ich ein wenig bereue. Ich sage allen jungen Müttern immer: Bloß nicht mit den eigenen Interessen aufhören.
Vor drei Jahren habe ich wieder mit dem Sport angefangen. Dieses Jahr wurde ich Deutsche Meisterin im 60-Schuss-Liegend. Da ist man alleine an der Schießbahn und für etwa 70 Minuten kann einen niemand anquatschen. Hier auf der Arbeit ist das natürlich ganz anders, denn meine Bürotür geht ständig auf und jemand kommt herein und fragt mich etwas. Das mag ich aber auch!
Zudem habe ich vor drei Jahren mit Sommerbiathlon angefangen, wo ich sogar Deutsche Vizemeisterin geworden bin. Beim Sommerbiathlon läuft man, statt auf Skiern unterwegs zu sein. Laufen war zwar nie mein Ding, mittlerweile gefällt mir das aber richtig gut. Ich mag es, mich auszupowern, an meine Grenzen zu gehen und festzustellen, was ich alles schaffen kann. Ich brauche den Sport, er ist einfach ein Ausgleich für mich.
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