Jan Ewersmeyer

Wir im Fokus – Jan Ewersmeyer

Wie bringt man Behördenarbeit in den Social-Media-Feed? Und was macht ein gutes Foto im Verwaltungsalltag aus? Jan Ewersmeyer spricht über seine Arbeit im Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bezirksregierung Düsseldorf.

Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Position gekommen? 

Schon früh entwickelte ich eine große Begeisterung für Film und Fotografie. Als Kind besaß ich eine alte Kamera vom Flohmarkt, mit der ich zunächst spielte, bevor ich schließlich meine ersten Fotos auf Film aufnahm. Mit sechs Jahren entdeckte ich die VHS-Kamera meines Vaters und begann, eigene Videoaufnahmen zu erstellen. Später übernahm ich häufig die fotografische Begleitung von Familienfeiern und dokumentierte verschiedene Projekte. So wurde aus einer kindlichen Neugier eine echte Leidenschaft für Film und Fotografie, die mich bis heute begleitet.

Nach dem Abitur studierte ich Medienproduktion an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Detmold. Besonders faszinierte mich die Vielfalt des Studiengangs, da er kreative und technische Aspekte miteinander verbindet. Fotografie, Film sowie Medien- und Webdesign haben mich von Anfang an besonders begeistert. 

Im Anschluss an das Studium suchte ich nach beruflichen Möglichkeiten im Rheinland. So führte mich mein Weg schließlich in die Bezirksregierung Düsseldorf.

Welche Aufgaben gehören zu Ihrem Tätigkeitsbereich? 

Ich erstelle Foto- und Videoaufnahmen und betreue die Social-Media-Kanäle der Bezirksregierung Düsseldorf. Als Behörde sind wir auf LinkedIn, Instagram und WhatsApp vertreten. 

Zudem bin ich Teil des Teams der Digitalredaktion, das für die Website und das Intranet zuständig ist. Wir stellen beispielsweise im Intranet Neuigkeiten oder Eilmeldungen ein, auf der Website arbeiten wir viel an den jeweiligen Dezernatsseiten. Zudem stehen wir den Dezernaten bei ihren Webauftritten beratend zur Seite und setzen Änderungen um. 

Welche Rolle spielen die Social-Media-Kanäle für die Bezirksregierung Düsseldorf? 

Sie sind ein zentrales Kommunikationsmittel für unsere Behörde. Viele Bürgerinnen und Bürger wissen gar nicht, was eine Bezirksregierung ist. Wir versuchen mit unseren Beiträgen zu zeigen, womit unsere Mitarbeitenden tagtäglich zu tun haben und welchen Einfluss dies auf die Bevölkerung hat. 

Darüber hinaus helfen sie auch bei der schnellen Verbreitung von Informationen, beispielsweise bei Bombenentschärfungen. Dafür ist vor allem unser WhatsApp-Kanal geeignet, da wir die Bevölkerung im Krisenfall hier direkt informieren können. 

Außerdem können wir über unsere Social-Media-Kanäle mit den Bürgerinnen und Bürgern interagieren. So entsteht eine bürgernahe Kommunikation, die das Vertrauen in die Verwaltung stärken kann.

Wie entscheiden Sie, welche Themen kommuniziert werden?

Die Themenauswahl basiert größtenteils auf aktuellen Ereignissen. 

Die Dezernate kommen beispielsweise mit Ideen auf uns zu und wir überlegen, wie wir diese anschaulich auf unseren Social-Media-Plattformen darstellen können. 

Auch den Terminkalender des Regierungspräsidenten haben wir im Blick. Gemeinsam im Team überlegen wir, welche Termine für die Öffentlichkeit von Interesse sein könnten.

Daneben versuchen wir auch Trends in den sozialen Medien aufzugreifen und abzubilden. So zeigen wir, dass auch eine Verwaltung mit der Zeit geht und aktuelle Entwicklungen im Blick hat.

Auch das Thema Recruiting spielt eine Rolle: Über unsere Kanäle sprechen wir potenzielle Bewerberinnen und Bewerber an, indem wir unsere vielfältigen Aufgabenbereiche und Karrieremöglichkeiten sichtbar machen.

Können Sie an einem konkreten Beispiel erklären, wie ein Beitrag von der Idee bis zur Veröffentlichung entsteht?

Zur Fußball-Europameisterschaft 2024 hat das Dezernat 26 – Luftverkehr – in Zusammenarbeit mit der Polizei eine Drohnendetektion durchgeführt. Hier wird überprüft, ob Drohnenflugverbotszonen eingehalten werden. Ich habe die Kolleginnen und Kollegen einen Tag lang begleitet und gefilmt. Im Nachgang habe ich aus den Mitschnitten ein Video erstellt. Daraus ist ein Instagram-Reel entstanden. 

Wir überlegen uns auch, auf welchem Social-Media-Kanal die Inhalte am ehesten passen würden. Je nach Zielgruppe verwenden wir hier unterschiedliche Sprachstile.

Die Veröffentlichungszeiten richten sich nach unserem Content-Plan, der festlegt, an welchem Tag, welcher Kanal wie bespielt wird. 

Was sind die größten Herausforderungen in Ihrem Arbeitsalltag?

Eine große Herausforderung ist der Wandel der digitalen Medien: Neue Plattformen, Formate, Funktionen und Nutzungsgewohnheiten erfordern eine kontinuierliche Anpassung unserer Inhalte und Strategien.

Termine, die sich im Voraus nur begrenzt planen lassen, können organisatorisch herausfordernd sein. Daher ist es wichtig, flexibel zu bleiben, um auf unvorhergesehene Situationen angemessen reagieren zu können. Im Zuge der Geldwäscheprävention war ich einmal bei einer Kontrolle verschiedener Juweliere dabei. Im Vorfeld wusste ich nicht, wie die Gegebenheiten vor Ort aussehen würden und was mich konkret erwarten würde. Oft ergibt sich die „Story“ oder Herangehensweise erst beim Termin.  

Was macht für Sie ein gutes Foto im Kontext einer Behörde aus? 

Ein gutes Behördenfoto im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit sollte im Idealfall eine Geschichte erzählen und darf die Realität nicht verzerren. Mit Photoshop lassen sich Farbanpassungen zwar vornehmen, dennoch muss das Ergebnis authentisch bleiben. Gleichzeitig ist ein professioneller Anspruch stets zu gewährleisten. 

Darüber hinaus müssen Informationen vollständig transportiert und aufbereitet werden. 

Gibt es typische Fehler, die Menschen vor der Kamera machen?

Häufig sind Personen vor der Kamera ein bisschen unsicher und verkrampft. Da hilft es, die Menschen ein wenig „an die Hand zu nehmen“. Beispielsweise ein lockeres Klima zu schaffen und davon abzulenken, dass ich gerade eine Kamera in der Hand halte. 

Auch wissen viele nicht, wohin mit den Händen – gerade bei Videos. Da hilft es, ihnen das Mikrofon in die Hand zu geben statt es ihnen anzustecken. Dadurch ergibt sich meist eine natürliche Dynamik und Gestik. Häufig gebe ich bei Fotos auch Anweisungen, wie sich die Menschen vor der Kamera positionieren sollen. 

Was motiviert Sie an Ihrem Beruf und welche Eigenschaften sind dafür besonders wichtig?

Mich motivieren zum einen der kreative Aspekt meiner Arbeit, zum anderen politisch und gesellschaftlich relevante Themen nach außen zu kommunizieren. Darüber hinaus erhält man viele verschiedene Einblicke in Bereiche, mit denen man sonst gar nicht in Kontakt gekommen wäre. Das Haus ist einfach vielseitig – wir haben unfassbar viele Themen über alle Abteilungen und Dezernate hinweg. Es bleibt immer spannend. 

Eigenschaften wie Kreativität, das Gespür für Trends und Zielgruppen sowie Kommunikationsfähigkeit spielen eine große Rolle. Der offene Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus den Fachdezernaten ist enorm wichtig, weil dadurch neue Perspektiven und Ansätze entstehen.

In einem großen Haus wie der Bezirksregierung gibt es viele verschiedene Aufgabenbereiche. Was schätzen Sie besonders an der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden?

Gerade dieser Austausch, die unterschiedlichen Blickwinkel und Expertisen im Haus, sind schon toll. Beispielsweise mache ich hin und wieder Drohnenaufnahmen. Da habe ich jetzt in Dezernat 26 einen Ansprechpartner, mit dem ich mich gut verstehe und der mir immer beratend zur Seite steht. 

Fotografieren Sie auch in Ihrer Freizeit? Wenn ja, welche Motive interessieren Sie dabei am meisten?

Ich fotografiere sehr gerne auch privat, um mich kreativ auszuleben. Aktuell habe ich drei Kameramodelle: Die Sony A7 IV, die Fuji X100 VI und die analoge Canon AE-1 Program. Gerade die Fuji ist schön klein und kompakt und lässt sich einfach zu Geburtstagen, Stadtfesten oder Museumsbesuchen mitnehmen. 

In letzter Zeit habe ich auch wieder die Street Photography für mich entdeckt: Architektur, Landschaften und Straßenleben. Ich fotografiere auch sehr gerne in Schwarz-Weiß. Hier lassen sich auch gut eigene kreative Licht- und Stilmittel umsetzen. 


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