Schulleiterin Martina Zella Seifert und Schülerin Lujain Drkazli bei der virtuellen Verleihung des Preises durch Bundespräsident Steinmeier

Gesamtschule Körnerplatz: Durch Zusammenarbeit Krise als Chance genutzt

Pandemie als Chance genutzt

Zusammenarbeit – das ist der Kerngedanke der Gesamtschule Körnerplatz in Duisburg. Dank des Kollaborations-Konzepts konnte die Schule in der Pandemie trotz schwieriger Voraussetzungen das gesamte Schulleben in die digitale Welt verlegen und ist mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet worden.

Zusammenarbeit – auch schon vor der Corona-Pandemie ist das ist der Kerngedanke der Gesamtschule Körnerplatz in Duisburg-Rheinhausen. Dank dieses Kollaborations-Konzepts hat die Schule im ersten Lockdown 2020 trotz schwieriger Voraussetzungen und in kürzester Zeit das gesamte Schulleben in die digitale Welt verlegt und die Pandemie für eine positive Weiterentwicklung genutzt. Für die konsequente Teamarbeit auf allen Ebenen wurde die Schule in diesem Jahr von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet.

Schulleiterin Martina Zella Seifert sagt selbstbewusst: „Bei uns gab es keine Schulschließung. Wir haben kein Kind zurückgelassen. Wir sind privilegiert, weil wir die Pandemie für unsere Schul- und Unterrichtsentwicklung nutzen können.“ Von Privilegien sprechen Außenstehende selten, wenn es um die Gesamtschule Körnerplatz geht. „Unsere Schule stellt sich der gesellschaftlichen Realität, die hier von Armut geprägt ist“, sagt Schulleiterin Seifert. Vor dem ersten Lockdown hat die Schule kein WLAN, die wenigsten Schülerinnen und Schüler besitzen ein digitales Endgerät. In vielen Familien wird kein Deutsch gesprochen. Viele der insgesamt 90 Lehrkräfte sind Seiteneinsteigende, die durch konsequente Teamarbeit auf allen Ebenen integriert werden.

Mit enormen Engagement führte das Kollegium im ersten Lockdown 2020 den digitalen Unterricht ein. Und nicht nur das: Auch die zahlreichen Kunst- und Kulturprojekte zogen in die virtuelle Schulwelt um, Theaterproben fanden digital statt, es gab Wettbewerbe, Auszeichnungen und virtuelle Partys. Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher sagt: „Gerne zolle ich der Schulleitung, dem Kollegium und der Schülerschaft großen Respekt für das, was sie geleistet haben und leisten. Eine Krise als Chance zu sehen und sie auch zu nutzen, verdient unsere Anerkennung.“

Vorrangiges Ziel in ersten Lockdown war, dass die Schülerinnen und Schüler sich weiter austauschen konnten. Denn das gehört zum Konzept der Schule, die das kooperative Lernen an die Bedürfnisse ihrer Schülerschaft angepasst hat und drei Aspekte des Lernens herausgestellt: kooperatives Lernen, projektorientiertes Lernen und interkulturelles Lernen über Theater- und Musikprojekte.

Auch in der Pandemie wollte die Schule ihr Konzept aufrechterhalten und übertrug es dafür in den digitalen Raum. Alle 860 Schülerinnen und Schüler wurden technisch eingebunden. Wer kein Endgerät hatte, wurde durch intensive Telefonate beschult. Auch in den Ferien riss der Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen nicht ab. Als der teilweise Präsenzunterricht wieder startete, wurden einige digitale Aufgabenformate und Teile des Onlineunterricht beibehalten.

Die Schulleiterin ist überzeugt, dass Schulen, deren Kollegien daran gewöhnt sind, eng zusammen zu arbeiten, gut durch die Pandemie kommen. Dinge, die als positiv beobachten werden, können den Präsenzunterricht bereichern. Lehrkräfte und Schulleitung der Gesamtschule Körnerplatz denken jetzt über veränderte Aufgabenformate, fächerübergreifende Projekte, veränderte Leistungsbeurteilungen sowie neue Möglichkeiten der Zusammen- und Gruppenarbeit im Digitalen nach.

„Unsere Schülerinnen und Schüler fordern uns weiter heraus – auch und vor allem durch herausragende Leistungen, die sie uns übermitteln und über die wir uns gemeinsam freuen“ so Martina Zeller Seifert.

Ausführlich Informationen zum Konzept der Schule unter:
https://deutsches-schulportal.de/schulpreis-2021/#schule=staedt-gesamtschule-koernerplatz

Bild:
Schulleiterin Martina Zella Seifert und Schülerin Lujain Drkazli bei der virtuellen Verleihung des Preises durch Bundespräsident Steinmeier © Robert Bosch Stiftung/Max Lautenschläger