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Pressemitteilung
 

 
 

08.06.2021

Bibliotheken und Kitas Hand in Hand: Sprachförderung durch kreativen Einsatz digitaler Medien

Kinder anregen, digitale Medien kreativ zu nutzen, selbst zu gestalten und dadurch gleichzeitig die Sprach- und Lesekompetenz fördern – das sind die Ziele des Projekts „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW. Nach einer zweijährigen Pilotphase an sechs Standorten in Nordrhein-Westfalen stehen nun allen öffentlichen Bibliotheken und Kitas die Anregungen zur Durchführung solcher medienpädagogischen Angebote sowie der Abschlussbericht zur Verfügung.

Die Sprachförderung soll dabei insbesondere Kinder unterstützen, die zu Hause nicht oder nicht überwiegend Deutsch sprechen. Deshalb wurde die Erprobung gemeinsam mit der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren bei der Bezirksregierung Arnsberg durchgeführt. In dem Projekt kooperierten die Öffentlichen Bibliotheken in Bergneustadt, Euskirchen, Krefeld, Oberhausen, Ochtrup und Plettenberg jeweils mit ein bis zwei Kinder­tagesstätten sowie mit dem örtlich zuständigen Kommunalen Integrationszentrum (KI). Die Teilnehmenden erprobten mit Unter­stützung von Medienpädagogen Methoden zur Förderung der Sprachbildung und vereinbarten Kooperationsmöglichkeiten. Das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft finanzierte Projekt wurde von der Universität Paderborn wissenschaftlich begleitet.

„Sprache ist der Schlüssel zu Bildung und zu Teilhabe an der Gesellschaft. Das Projekt hat gezeigt, dass digitale Medien im Kita-Alltag eine sinnvolle Ergänzung zu analogen Medien darstellen und die Sprachkompetenz fördern können. Denn insbesondere im Kinder­gartenalter steht eine kreative Mediennutzung im Vordergrund, die nicht nur konsumierend, sondern aktiv und gestaltend ist“, sagt Petra Büning, Leiterin der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW, anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichts des Projekts.

Beispiele für entsprechende medienpädagogische Angebote in Kindertagesstätten zeigen 20 so genannte Impulskarten. Neben der Verlaufsbeschreibung gibt es eine Materialliste sowie Tipps für die Vorbereitung. Die verwendeten digitalen Medien reichen von Tablets, programmierbaren Robotern, digitalen Lesestiften und Digitalkameras bis hin zu Apps, zum Beispiel zur Erstellung von kleinen Zeichentrick-Filmen (Stop-Motion-Filmen). Oft werden digitale und analoge Medien kombiniert. „Wir möchten mit den Impulskarten möglichst viele Bibliotheken und Kindertagesstätten motivieren, eine Sprachschatz-Kooperation einzugehen“, erklärt Christina Kaper von der Fachstelle, die mit Eva Göring das Projekt begleitet hat. Interessierte finden im Abschlussbericht Hinweise für den Aufbau von Kooperationen zur Umsetzung medienpädagogischer Arbeit.

Um den Erfahrungsaustausch zur Entwicklung digitaler Angebote im Bereich Sprachbildung weiter zu fördern, lädt die Fachstelle im Herbst zu einem Fachtag ein. Zusätzlich sind Online-Veranstaltungen zu den Themen „Kooperation in der digitalen Medienbildung“ und „Mehrsprachigkeit in der frühkindlichen Medienbildung“ geplant.

Der Abschlussbericht und die Impulskarten stehen auf dem Blog der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW zur Verfügung.

Hintergrund:

Die für ganz Nordrhein-Westfalen zuständige Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken ist bei der Bezirksregierung Düsseldorf im Dezernat 48 angesiedelt. Im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW entwickelt das Team der Fachstelle unter anderem Programme zur Förderung der Lese-, Sprach- und Medienkompetenz sowie Förderprogramme für die Ausstattung und technische Erneuerung von öffentlichen Bibliotheken und die Einführung neuer Bibliotheksangebote.