13.12.2020

88 Menschen in der Landeseinrichtung in Neuss positiv getestet

Nach einem umfassenden Corona-Test durch ein mobiles Team am Sonntag in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes in Neuss wurde bei 88 Menschen das Virus nachgewiesen. Darauf hat das

Corona (Symbolbild)


88 Menschen in der Landeseinrichtung in Neuss positiv getestet

Nach einem umfassenden Corona-Test durch ein mobiles Team am Sonntag in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes in Neuss wurde bei 88 Menschen das Virus nachgewiesen. Darauf hat das Ordnungsamt der Stadt Neuss auf Empfehlung des Kreis-Gesundheitsamtes am heutigen Montag für die Einrichtung eine Vollquarantäne angeordnet. Insgesamt wurden 483 Personen getestet, bei 46 steht das Ergebnis aktuell noch aus. Bis zum Ende der Vollquarantäne werden keine neuen Bewohner aufgenommen oder aus der ZUE Neuss verlegt.

„Obwohl die Infektionsschutzvorschriften beachtet wurden, konnte leider nicht verhindert werden, dass sich 88 Menschen infiziert haben“, sagt Henning Strohmeyer, Hauptdezernent des zuständigen Dezernat 20 – Unterbringung von Flüchtlingen - der Bezirksregierung. „Jetzt gilt es, alles zu unternehmen, um eine weitere Ausbreitung des Virus in der Landeseinrichtung zu verhindern.“ Dazu sei man mit dem Rhein-Kreis Neuss in enger Abstimmung. 

Infizierte Menschen, ihre Kontaktpersonen und nicht infizierte Bewohner müssen kurzfristig voneinander getrennt untergebracht werden. Das ist vor Ort möglich, weil das Land angesichts der Pandemie bereits vor einigen Monaten die Belegungsquote in seinen Unterbringungseinrichtungen reduziert hatte. Außerdem sind zusätzliche Plätze für die Unterbringung geflüchteter Menschen in Liegenschaften in Wuppertal und Weeze aktiviert worden. 

In der ZUE Neuss sind nur knapp zwei Drittel der 850 Plätze für Geflüchtete belegt. Die Menschen leben in acht Häusern, die über jeweils 126 Plätze verfügen. Um sie trotz der Quarantäneanordnung bestmöglich zu versorgen, werden das Personal aufgestockt; die Öffnungszeiten der Sanitätsstation ebenso wie die des Kiosks im Haus ausgeweitet und ein Shuttleservice eingerichtet, um Bestellungen zu erledigen.

Um Kontakte innerhalb der Einrichtung konsequent zu vermeiden, werden Getränke auf den Fluren bereitgestellt und das Essen für die Bewohner in Quarantäne auf deren Zimmer gebracht. „In den Gesprächen und mithilfe von Flyern werden wir alle informieren und erläutern, welche Vorsichtsmaßnahmen wir ergreifen und welche Regeln sie zu ihrem eigenen Schutz befolgen müssen“, erläutert Hauptdezernent Henning Strohmeyer. „Wir wollen die Einschränkungen so erträglich wie möglich machen, aber natürlich achten unsere Mitarbeiter konsequent darauf, dass die Vorgaben eingehalten werden.“