12.05.2026

Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt Haushalt 2026 des Kreises Kleve

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat den Haushalt des Kreises Kleve für das Haushaltsjahr 2026 geprüft und genehmigt.

Der Haushalt des Kreises Kleve weist für das Jahr 2026 Gesamterträge in Höhe von rund 692,3 Millionen Euro sowie Gesamtaufwendungen von rund 705,2 Millionen Euro aus. Daraus ergibt sich zunächst ein Jahresfehlbetrag von rund 13 Millionen Euro. Durch die Berücksichtigung eines globalen Minderaufwandes ( eingeplante pauschale Einsparung bei Aufwendungen) in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro reduziert sich das geplante Defizit auf rund 9,4 Millionen Euro.  

Zum Ausgleich des Fehlbetrages nimmt der Kreis Kleve die bestehende Ausgleichsrücklage in entsprechender Höhe teilweise in Anspruch. Nach der geplanten Entnahme verbleibt ein Bestand von rund 20,7 Millionen Euro. Gleichzeitig reduziert sich die Allgemeine Rücklage insbesondere durch die anteilige Ausbuchung der Bilanzierungshilfe für die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges um rund 5,3 Millionen Euro auf etwa 66,7 Millionen Euro.  

Die mittelfristige Finanzplanung des Kreises für die Jahre 2027 bis 2029 sieht nach derzeitiger Planung durchgängig einen Haushaltsausgleich vor.  

Zur Stabilisierung der Finanzlage erhöht der Kreis Kleve die Kreisumlage um 0,79 Prozentpunkte auf künftig 30,65 Prozent.  

Auf der Ertragsseite steigen insbesondere die Einnahmen aus Zuwendungen und Umlagen um 8,9 Prozent an. Ausschlaggebend hierfür sind vor allem die höhere Kreisumlage, steigende Schlüsselzuweisungen sowie eine erhöhte Jugendamtsumlage. Gleichzeitig nehmen auf der Aufwandsseite nahezu alle Positionen zu – vielfach mit hohen einstelligen Steigerungsraten.  

Besonders belastend wirken weiterhin die steigenden Transferaufwendungen, insbesondere im Bereich der Sozialleistungen. Dazu zählen unter anderem Aufwendungen für das Bürgergeld nach dem SGB II, Hilfen zur Pflege sowie darüber hinaus die Landschaftsumlage.  

Trotz der angespannten Haushaltslage setzt der Kreis Kleve weiterhin klare Investitionsschwerpunkte. Im Fokus stehen insbesondere Maßnahmen im Bereich der Förderzentren und Förderschulen sowie Investitionen in den Straßenbau und das Radwegenetz. Unterstützungsmöglichkeiten könnten sich dabei auch aus dem Infrastrukturprogramm 2025 bis 2036 ergeben.  

Für Investitionen plant der Kreis Kleve im Jahr 2026 eine Nettoneuverschuldung von rund 19,8 Millionen Euro. Ab dem Jahr 2027 ist nach derzeitiger Planung jedoch wieder ein Abbau der Verschuldung vorgesehen. 

Regierungspräsident Thomas Schürmann erklärt: „Der Haushalt zeigt, dass der Kreis Kleve trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen konsequent an einer nachhaltigen Haushaltsentwicklung arbeitet. Besonders wichtig ist, dass zugleich weiter in zentrale Zukunftsbereiche wie Bildung und Infrastruktur investiert wird.“ 

Die Bezirksregierung Düsseldorf begleitet den Kreis Kleve im Rahmen ihrer kommunalaufsichtlichen Aufgaben weiterhin eng bei der Haushaltsentwicklung und der Sicherung einer langfristig tragfähigen Finanzsituation.