Regionalrat Düsseldorf stellt Weichen für die Zukunft der Tagebaufolgelandschaft Garzweiler
Klausurtagung zum Strukturwandel im Rheinischen Revier – Frühzeitig Planungssicherheit für die Entwicklung der Region schaffen.
Wie soll sich die Region rund um den Tagebau Garzweiler in den kommenden Jahrzehnten entwickeln? Mit dieser Frage hat sich der Regionalrat Düsseldorf bei seiner zweitägigen Klausurtagung am 3. und 4. September 2026 intensiv beschäftigt. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung der Tagebaufolgelandschaft, neue Perspektiven für (ehemalige) Kraftwerks- und Tagebauflächen sowie die Frage, welche regionalplanerischen Voraussetzungen dafür rechtzeitig geschaffen werden müssen.
Der Regionalrat befasst sich bereits seit mehreren Jahren mit den planerischen Folgen des Strukturwandels im Rheinischen Revier. Mit dem Fortschreiten der Rekultivierung werden nun auch die langfristigen Konturen der künftigen Landschaft immer konkreter. Gleichzeitig benötigen Projekte, deren Umsetzung in den 2030er-Jahren beginnen soll, schon heute verlässliche planerische Perspektiven. Dazu zählt insbesondere die Internationale Gartenausstellung Garzweiler 2037.
„Der Strukturwandel ist eine Aufgabe für mehrere Jahrzehnte. Aber viele Entscheidungen darüber, wie diese Region künftig aussehen und funktionieren soll, müssen wir deutlich früher vorbereiten. Unser Ziel ist es, die Entwicklungsmöglichkeiten der Kommunen zu sichern und gleichzeitig Wirtschaft, Wohnen, Mobilität, Freizeit und Natur zusammenzudenken“, sagt Regierungspräsident Thomas Schürmann.
Am ersten Tag der Klausurtagung informierten sich die Mitglieder des Regionalrates bei einer Befahrung vor Ort über die Entwicklung der Tagebaufolgelandschaft Garzweiler. Dabei standen sowohl bereits rekultivierte Bereiche als auch Flächen im noch aktiven Tagebau und deren langfristige Entwicklungsperspektiven im Mittelpunkt. Weitere Fachbeiträge beschäftigten sich unter anderem mit dem Rückbau des ehemaligen Kraftwerks Frimmersdorf, mit der Braunkohlenplanung sowie mit den gewerblichen Entwicklungsflächen im Rheinischen Revier.
Am zweiten Tag ging es insbesondere darum, die unterschiedlichen Entwicklungsüberlegungen in einen regionalplanerischen Zusammenhang zu stellen. Dabei wurden auch die Abhängigkeiten zur Braunkohlenplanung, zum Bergrecht und zur Verkehrsplanung betrachtet. Ziel ist es, frühzeitig zu klären, wo die Regionalplanung künftig Voraussetzungen für die Entwicklung der Tagebaufolgelandschaft schaffen muss.
Die Transformation der Region umfasst dabei sehr unterschiedliche Aufgaben. Ehemalige Kraftwerks- und Betriebsflächen bieten langfristig neue Möglichkeiten für Gewerbe, Industrie und innovative Nutzungen. Am ehemaligen Kraftwerk Frimmersdorf sind durch die 22. Regionalplanänderung die regionalplanerischen Voraussetzungen für die Entwicklung eines Digitalstandortes bereits weitgehend geschaffen.
Gleichzeitig sollen rund um den künftigen See neue Möglichkeiten für Freizeit, Tourismus und Naherholung entstehen. Die Internationale Gartenausstellung 2037 ist dabei ein wichtiger Impulsgeber. Parallel dazu geht es um die langfristige Entwicklung von Siedlungsräumen sowie um hochwertige Natur-, Freiraum- und Biotopverbindungen innerhalb der neuen Landschaft. Die bestehenden Planungen zeigen damit, dass die Tagebaufolgelandschaft künftig sehr unterschiedliche Funktionen miteinander verbinden soll.
„Der Strukturwandel im Rheinischen Revier wird uns über Jahrzehnte beschäftigen. Gerade deshalb brauchen wir frühzeitig Klarheit darüber, welche Entwicklungsperspektiven wir den Kommunen und der gesamten Region eröffnen. Mit Blick auf Garzweiler geht es um verlässliche Planungssicherheit und darum, Flächen und Infrastruktur rechtzeitig für die Zeit nach dem Tagebau vorzubereiten. Wir dürfen nicht erst handeln, wenn der Wandel vor der Tür steht – wir müssen heute die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Region auch morgen ein attraktiver Wirtschafts-, Wohn- und Lebensstandort bleibt“, so der Vorsitzende des Regionalrats Düsseldorf Dr. Stephan Keller.
Die Ergebnisse der Klausurtagung fließen nun in die weitere Arbeit der Regionalplanungsbehörde ein. In den kommenden Monaten wird sich der Regionalrat in seinen Sitzungen weiter mit der regionalplanerischen Konkretisierung zur raumordnerischen Entwicklung der Tagebaufolgelandschaft Garzweiler in der Planungsregion Düsseldorf beschäftigen.