Denkmalschutzplakette (Symbolbild)
13.09.2026

Tag des offenen Denkmals - Denkmalförderung, die wirkt: Historisches bewahren, Zukunft ermöglichen

Regierungspräsident Schürmann besucht vier geförderte Denkmalprojekte und übergibt in Krefeld und Duisburg Förderbescheide über insgesamt 353.000 Euro

Wie Denkmalschutz und heutige Nutzung zusammengehen, davon konnte sich Regierungspräsident Thomas Schürmann am Tag des offenen Denkmals bei Besuchen in Krefeld, Duisburg und Oberhausen selbst überzeugen. 

Schürmann eröffnete zunächst den Tag des offenen Denkmals in der Bezirksregierung Düsseldorf an der Cecilienallee. Anschließend besuchte er vier Denkmalprojekte, für die das Land Nordrhein-Westfalen insgesamt 607.600 Euro bereitgestellt hat. Bei zwei der Projekte übergab er neue Förderbescheide über zusammen 353.000 Euro. 

„Denkmalschutz bedeutet nicht, Gebäude aus der Vergangenheit unveränderlich zu bewahren. Entscheidend ist, dass diese Orte auch heute und morgen für die Menschen da sind. Wenn wir historische Substanz erhalten und zugleich soziale, kulturelle oder gesellschaftliche Nutzungen sichern, bewahren wir Geschichte und ermöglichen diesen Orten eine Zukunft. So wird Denkmalförderung ganz konkret wirksam für unsere Region, in dem sie unser kulturelles Erbe dauerhaft sichert“, sagt Regierungspräsident Thomas Schürmann. 

129.000 Euro für Krefelder Obdachlosenunterkunft 

In Krefeld übergab Schürmann einen Förderbescheid über 129.000 Euro an die Stadt Krefeld. Mit den Mitteln des Landes wird die Instandsetzung der Ziegelfassade der städtischen Obdachlosenunterkunft an der Feldstraße unterstützt. Die zuwendungsfähigen Gesamtkosten liegen bei rund 430.000 Euro. 

Bei dem dreigeschossigen Backsteinbau handelt es sich um ein ehemaliges Schulgebäude aus dem Jahr 1889 mit einem eingeschossigen Anbau aus dem Jahr 1913. 1939 wurde der Keller des Schulgebäudes zu einem öffentlichen Luftschutzraum ausgebaut. 

Die städtische Notschlafstelle soll saniert und neu gestaltet werden. Damit verbindet das Projekt den Erhalt historischer Bausubstanz mit einer sozialen Nutzung, die unmittelbar Menschen zugutekommt. 

Kaisersaal zeigt Wirkung früherer Förderung 

Beim historischen Kaisersaal am Karlsplatz stand dagegen das Ergebnis einer bereits erfolgten Förderung im Mittelpunkt. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte die Ertüchtigung der Außenhülle sowie die Sicherung und Instandsetzung der historischen Stuckdecke mit 187.600 Euro unterstützt. Der Zuwendungsbescheid stammt vom 2. November 2023. Die geförderten Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen. 

Der große Festsaal mit seiner reich verzierten Gewölbestuckdecke war erst nach dem Rückbau späterer Einbauten wieder vollständig zum Vorschein gekommen. Feuchtigkeit hatte der historischen Bausubstanz stark zugesetzt. Durch die Sanierung konnte ein erheblicher Verlust denkmalwerter Substanz verhindert werden. 

Bereits am Tag des offenen Denkmals 2025 konnte der Kaisersaal wieder für Interessierte geöffnet werden. 

224.000 Euro für die Duisburger „Nikolausburg“ 

In Duisburg übergab Schürmann dem Caritasverband Duisburg einen Förderbescheid über 224.000 Euro. Die Landesmittel fließen in die Sicherung und Instandsetzung des Turms der sogenannten Nikolausburg an der Fürst-Bismarck-Straße. Die zuwendungsfähigen Gesamtkosten dieses Bauabschnitts liegen bei rund 448.000 Euro. 

Das ehemalige Schifferkinderheim wurde zwischen 1923 und 1927 im Stil des Backsteinexpressionismus errichtet. Der markante Gebäudekomplex ist eng mit der Geschichte Ruhrorts und der Rheinschifffahrt verbunden. 

Heute betreibt der Caritasverband dort eine Einrichtung der Jugendhilfe mit Angeboten für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Die Sanierung des Turms ist dringend erforderlich: Tragende Bauteile und die Dachkonstruktion weisen erhebliche Schäden auf. Wegen der Gefahr herabfallender Ziersteine können Teile der Außenanlagen derzeit nicht genutzt werden. 

„Die Nikolausburg zeigt, wie unmittelbar Denkmalschutz und soziale Verantwortung miteinander verbunden sein können. Wir erhalten einen Ort, der für die Geschichte Duisburgs steht, und tragen zugleich dazu bei, dass Kinder und Jugendliche ihn auch künftig sicher nutzen können“, sagt Schürmann. 

Gemeindehaus in Oberhausen bleibt Ort der Begegnung 

Beim denkmalgeschützten Gemeindehaus der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde an der Nohlstraße in Oberhausen informierte sich Schürmann über die Wirkung einer früheren Landesförderung. 

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte die Sicherung und Instandsetzung des historischen Erkers mit 67.000 Euro unterstützt. Der Zuwendungsbescheid wurde am 19. Oktober 2021 erteilt. 

Die Förderung war notwendig geworden, weil tragende Mauerwerkspfeiler im Bereich des Erkers stark beschädigt und teilweise nicht mehr tragfähig waren. Es bestand die Gefahr eines Einsturzes des Erkers und angrenzender Gebäudeteile. 

Das 1910/1911 errichtete Gemeindehaus wird bis heute intensiv genutzt. Es beherbergt Gemeindebüros und bietet Raum für Gremienarbeit, Chöre und Orchester, Kinder- und Jugendarbeit sowie kulturelle Veranstaltungen. 

607.600 Euro für Denkmäler mit unterschiedlichen Nutzungen 

Die vier Projekte zeigen die Bandbreite der Denkmalförderung im Regierungsbezirk Düsseldorf: von der Obdachlosenhilfe über Kultur und Jugendhilfe bis zum kirchlichen Gemeindehaus. Insgesamt wurden beziehungsweise werden sie mit 607.600 Euro aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. 353.000 Euro davon entfallen auf die beiden Förderbescheide, die Schürmann am Tag des offenen Denkmals in Krefeld und Duisburg übergab.