05.04.2019

Bezirksregierung siedelt Bienenvölker auf Behördendach an

Auf der begrünten Dachterrasse im 5. Stock der Bezirksregierung am Düsseldorfer Bonneshof summt und brummt es. Nebeneinander stehen drei Holzkästen. An der offenen Seite herrscht reges Kommen und

Artenschutz


Bezirksregierung siedelt Bienenvölker auf Behördendach an

Auf der begrünten Dachterrasse im 5. Stock der Bezirksregierung am Düsseldorfer Bonneshof summt und brummt es. Nebeneinander stehen drei Holzkästen. An der offenen Seite herrscht reges Kommen und Fliegen. Denn ab sofort gehören auch 9000 Bienen zum Stab der Bezirksregierung Düsseldorf. 

Herr der Bienen ist Burkhard Drenkpohl. Der 43-jährige ist im Abfallwirtschaftsdezernat der Behörde zuständig für den Bodenschutz und in seiner Freizeit schon seit dem 12. Lebensjahr begeisterter Imker, betreut privat 15 Völker. Deshalb hat er die Idee von Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher, die Dachterrasse für ein solch ökologisch sinnvolles Projekt zu nutzen, gerne aufgegriffen. 

Angst vor Stichen hat er nicht. Er ist das gewohnt und sein Interesse an den Bienen wurde im Alter von 6 Jahren ausgerechnet durch einen schmerzhaften Stich ins Gesicht erst ausgelöst. Ohne Handschuhe oder Imkerschutz nimmt er einen Rahmen aus dem mittleren Stock heraus und zeigt der Regierungspräsidentin das Gewusel an der Wabe. Während ein Teil der Bienen die Waben mit Nektar füllt, sind an der anderen Seite die abgelegten Eier und einige frisch geschlüpfte Tierchen zu sehen, die von den anderen eifrig geputzt werden.

Natürlich darf die Regierungspräsidentin auch probieren – mit einem Holzstäbchen taucht sie in die süße Masse ein und ist sehr angetan vom Geschmack. „Ich freue mich, dass wir in Herrn Drenkpohl jemanden gefunden haben, der die Idee, der bedrohten Tierart hier einen zusätzlichen Lebensraum zu bieten, mit Begeisterung umgesetzt hat und danke allen, die das möglich gemacht haben.“

Er hat die Königinnen der drei jungen Völker selbst gezüchtet und wird sich um die Bezirksregierungs-Bienen kümmern. Die werden angesichts der ersten Frühlings-Sonnenstrahlen langsam munter und fliegen eifrig in die umliegenden Gärten und Innenhöfe. „Sie finden hier viel Nahrung“, sagt Drenkpohl, „im Moment blühen die Weiden. Mit einer Art Tanz teilen sie den Artgenossen mit, wohin sie fliegen müssen.“

Bis der erste Bezirksregierungs-Honig fertig ist, haben die Tierchen aber noch ein straffes Programm zu erledigen: „Zwei bis fünf Millionen Blüten braucht man für ein Glas“, weiß der Experte. „Dafür müsste eine Biene quasi einmal um die Welt fliegen.“ Der tatsächliche Radius, in dem die Tiere Pollen sammeln, beträgt allerdings „nur“ rund drei Kilometer.

In diesem ersten Jahr rechnet Drenkpohl damit, dass er nur einmal Honig schleudern wird – es sind halt junge Bienenvölker. Die mehrjährigen Völker liefern aber weitaus mehr – ein Volk kommt auf bis zu 50 Kilo pro Jahr.