03.07.2018

Deutsche und holländische Experten setzen sich für die Fische im Niederrhein ein

Fischerei-Experten aus den Niederlanden und Deutschland haben in einem gemeinsamen Workshop Methoden und aktuelle Monitoring-Programme in der Grenzregion diskutiert und Empfehlungen erarbeitet. Ziel

Fischmonitoring


Deutsche und holländische Experten setzen sich für die Fische im Niederrhein ein

Fischerei-Experten aus den Niederlanden und Deutschland haben in einem gemeinsamen Workshop Methoden und aktuelle Monitoring-Programme in der Grenzregion diskutiert und Empfehlungen erarbeitet. Ziel des Interreg-Projekts „Grün Blaue Rhein Allianz“ ist es, eine gemeinsame Datenbasis zu entwickeln und notwendige Standardisierungen auf den Weg zu bringen  - als Grundlage für eine einheitliche Bewertung des ökologischen Potentials des Niederrheins.

Im Plenarsaal der Bezirksregierung Düsseldorf diskutierten die Teilnehmenden, ob sie die Wege und Aufenthaltsorte der Fische ausreichend kennen und schützen. Positive Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen beim Fisch-Monitoring im Niederrhein auf niederländischer und deutscher Seite wurden ausgetauscht. Erste Empfehlungen für die Überwachung von Langdistanzwanderfischen, Flussfischen und für Jungfischen sind erarbeitet worden.

Die Langdistanzwanderfische wie Lachs, Aal und Maifisch stehen in beiden Regionen bereits länger im Fokus der Öffentlichkeit und der Fachwelt z. B. im Rahmen von Wiederansiedlungsprogrammen. Schutzwürdig sind aber auch andere weniger bekannte Arten mit langen Wanderdistanzen wie die Meer- und die Flussneunaugen und die Nordseeschnäpel.

Alle Arten brauchen geeignete Laich- und Jungfischhabitate oder Nahrungs- und Ruheräume. Diese müssen sie in überwindbaren Distanzen vorfinden, um sich in der vielgenutzten Wasserstraße halten zu können oder in die angrenzenden Zuflüsse zu wandern.

Ein weiteres Thema war die Überwachung der Bestände. So wurde festgestellt, dass ein Abstimmungsbedarf in Bezug auf Zeitraum der Erfassungen  und verwendete Methoden besteht.  Ebenso sind für seltene Arten wie die Langdistanzwanderfische spezifische Methodiken notwendig, um deren Vorkommen, Gefährdungen und Entwicklungspotentiale im Rheinhauptlauf und in der Aue abschätzen und in Genehmigungsverfahren angemessen berücksichtigen zu können.

Die „Grün Blaue Rhein Allianz“ ist ein Projekt, das von zehn Partnern aus Deutschland und den Niederlanden ausgeführt wird. Dabei handelt es sich um Naturschutzorganisationen und Institutionen, wie ARK Natuurontwikkeling, die Bezirksregierung Düsseldorf, Rijkswaterstaat Oost Nederland, Waterschap Rijn en IJssel, Sportvisserij Nederland, Vereniging Cultuurlandschap Nederland und das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V..

Ziel des Interreg-Projektes ist es, die deutsch-niederländische Zusammenarbeit im Rhein-Waal-Gebiet in Bezug auf Wasser, Natur, Flussbewirtschaftung, Fischerei und Natur- und Umweltbildung zu verstärken, Kenntnisse diesbezüglich auszutauschen und Biotop-verbindende Maßnahmen für Otter und Wanderfische durchzuführen.