29.04.2020

Kampfmittelbeseitigung: Bezirksregierung gräbt wieder Verdachtspunkte auf

29.04.2020

Ab Montag, 4. Mai 2020, führt der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf wieder Aufgrabungen von Verdachtspunkten durch.
Geophysikalische Untersuchung einer Baufläche


Kampfmittelbeseitigung: Bezirksregierung gräbt wieder Verdachtspunkte auf

Ab Montag, 4. Mai 2020, führt der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf wieder Aufgrabungen von Verdachtspunkten durch. Diese waren Mitte März mit Rücksicht auf die Kommunen ausgesetzt worden - aufgrund der erheblichen Auswirkungen, die möglicherweise notwendige Evakuierungen auf das öffentliche Leben haben, sowie den Personalbedarf in den Kommunalverwaltungen. 

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland, zuständig für die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln, wird am Anfang Mai tätig, sofern die Kommunen den Bedarf melden.

Allgemeine Hintergrundinformation zur Kampfmittelbeseitigung

Zunächst erfolgt eine Luftbildauswertung. Hierfür verfügt die Bezirksregierung Düsseldorf über Luftbilder der alliierten Streitkräfte, die während des Zweiten Weltkriegs aufgenommen wurden.  Diese werden mit aktuellen Luftbildern und verfügbaren Geodaten abgeglichen. Bei der Auswertung lassen sich z.B. Laufgräben, Schützenlöcher und auch Einschlagstellen von Bombenblindgängern erkennen.

Diese Stellen, aber auch großräumige Verdachtsflächen, werden dann vor Ort durch die Bezirksregierung auf Kampfmittel untersucht. Mit Hilfe von geophysikalischen Messverfahren versuchen die Experten, die Kampfmittel im Untergrund zu lokalisieren. Diese Messungen werden entweder an der Oberfläche oder mit Hilfe von Bohrungen in Bohrlöchern durchgeführt. Wenn sich hierbei ein Hinweis auf einen Kampfmittelfund ergibt, so wird der Bereich anschließend aufgegraben.

Zudem gibt es die Überprüfung durch eine sogenannte Sicherheitsdetektion. Dies geschieht überall dort, wo geplant ist, mit großer Kraft ins Erdreich vorzudringen, also beispielsweise bei Ramm- oder Vortriebsarbeiten. Mittels geomagnetischer Messverfahren wird der entsprechende Korridor untersucht. Dies erfolgt durch Sondierungsbohrungen. Lassen die Messwerte den Rückschluss auf ein metallisches Objekt im Boden zu, wird die entsprechende Stelle aufgegraben, um den Verdacht zu überprüfen und einen sich möglicherweise im Boden verbliebenen Blindgänger zu beseitigen.

Wichtig zu wissen: Liegen Blindgänger unbewegt im Erdreich, ist nicht mit einer Detonation zu rechnen.