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08.07.2019

Aktuelle Förderprogramme und Projektförderung

2013 hat das Land Nordrhein-Westfalen die Fördergrundsätze für die Bibliotheksförderung aktualisiert. Möglichkeiten zur Förderung bestehen durch:

  • 1. Teilnahme an einem vom Land NRW ausgeschriebenen Förderprogramm
  • 2. Einreichen eines individuellen Projektantrages zur Modernisierung der Bibliotheksarbeit vor Ort

1. Teilnahme an einem Förderprogramm:

Zur Teilnahme an folgenden Förderprogrammen können Anträge eingereicht werden:

1.1 Förderprogramm Leseförderung

Lesefähigkeit ist und bleibt eine zentrale Schlüsselkompetenz. Neben der Lesetechnik und der Fähigkeit zum sinnentnehmenden Lesen, die im Schulunterricht im Vordergrund stehen, geht es dabei auch um Lesefreude und Lesemotivation. Vor allem für diese Aspekte des Lesens bieten Bibliotheken ein großes Potential an Unterstützungsmöglichkeiten, mit dem sie die schulische und häusliche Leseförderung ergänzen und erweitern. Neben Kindern und Jugendlichen sind auch Erwachsene, vor allem solche mit nichtdeutscher Muttersprache, und Menschen in Alphabetisierungs-maßnahmen eine wichtige Zielgruppe für Leseförderangebote der Bibliotheken.
2013 initiierte das Kulturministerium NRW deshalb das Förderprogramm „Leseförderung“ mit folgenden Zielen:

  • innovative und zielgruppenspezifische Maßnahmen der Leseförderung für die unterschiedlichen Zielgruppen zu entwickeln,
  • die Kooperation mit anderen Einrichtungen der Leseförderung zu stärken
  • vernetzte Strukturen zu entwickeln bzw. auszubauen, mit denen möglichst viele Kinder erreicht werden.

Weitere Informationen: Förderprogramm Leseförderung

1.2 Förderprogramme für kirchliche Büchereien 2018 - 2021

Ehrenamtlich betriebene Büchereien in kirchlicher Trägerschaft sind wichtige Partner für die Lese- und Sprachförderung. Um ihre Arbeit zu unterstützen, hat das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW für die Haushaltsjahre 2018 bis 2020 ein Förderprogramm von insgesamt 1,5 Millionen Euro aufgelegt. Aufgrund des Erfolges und der weiterhin großen Nachfrage wurde das Förderprogramm um zusätzliche 500.000 Euro aufgestockt und um ein weiteres Jahr bis 2021 verlängert. Bis 2021 wird das Land damit insgesamt zwei Millionen Euro für die kirchlichen Büchereien zur Verfügung gestellt haben.

Das Programm zielt darauf ab, die Medienangebote der Büchereien zu erweitern und umfasst zwei Module:

  • Die Anschaffung von zielgruppenspezifischen Medienboxen für die Zusammenarbeit mit Kitas, Grundschulen und Seniorenheimen sowie weiteren Kooperationspartnern vor Ort. Die Medienboxen enthalten neben Büchern auch digitale Medien, Hörspiel-würfel und weitere Materialien zur Lese- und Sprachförderung. (Haushaltsjahr 2018)
    Der Antragsschluss ist bereits abgelaufen.
    Weitere Informationen:
    Förderprogramm Medienpakete 2018
  • Die Aktualisierung des Mediengrundbestandes. Auch hier können die Büchereien neue Akzente setzen, indem sie zum Beispiel E-Books oder multimediale Bilderbücher in den Bestand aufnehmen. Gefördert wird aber auch die Beschaffung von neuen Romanen, Kinder- oder Sachbüchern. (Haushaltsjahr 2021)
    Antragsschluss für das Haushaltsjahr 2021 ist der 31. Oktober 2020.
    Weitere Informationen zum Förderprogramm:
    Förderprogramm Mediengrundbestand 2021

1.3 Programm zur Stärkung der Sonntagsöffnung in Bibliotheken

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft hat im Rahmen der Stärkungsinitiative Kultur ein Programm in Höhe von 1,2 Millionen Euro aufgelegt, das die Bibliotheken bei der Umsetzung der Sonntagsöffnung unterstützen soll. Ziel der Förderung ist es, Anreize für Bibliotheken zu geben, damit diese die durch das Bibliotheksstärkungsgesetz geschaffene Möglichkeit der Sonntagsöffnung nutzen. Es handelt sich um eine Modellförderung, deren Effekte nach 3 Jahren ausgewertet und, sofern sie sich bewährt, in eine Förderrichtlinie überführt werden soll. Bibliotheken sind die am meisten nachgefragten Kulturorte. Eine Öffnung am Sonntag stellt eine sinnvolle Erweiterung dieses attraktiven Kulturangebotes dar, denn gerade am Sonntag haben viele Menschen Zeit und Interesse, eine Bibliothek zu besuchen. Für Bibliotheken bietet der Sonntag die Chance, ihr Profil als Dritter Ort im Sinne der nichtkommerziellen Sinnstiftung und Begegnung, der Medienbildung und nicht zuletzt als Forum zum interkulturellen Austausch zu stärken. Mit dem Modellprogramm sollen vor allem Bibliotheken im ländlichen Raum gestärkt werden.

Das Programm besteht aus 3 Modulen, für die zunächst von 2020 bis 2022 1,2 Mio. Euro p.a. zur Verfügung stehen; eine Verstetigung des Programms über 2022 hinaus ist vorgesehen:

  • Modul 1: Einmalige Zuschüsse zur Organisationsberatung
  • Modul 2: Personelle Unterstützung
  • Modul 3: Veranstaltungsprogramm „Sonntags in der Bibliothek“

Die Module 1 und 2 des Programms richten sich ausschließlich an hauptamtlich geleitete Öffentliche Bibliotheken mit bibliotheksfachlichem Personal. Das Modul 3 steht auch nicht fachlich bzw. ehrenamtlich geleiteten kommunalen und kirchlichen Büchereien offen.

Antragsschluss für das Haushaltsjahr 2020 ist der 31. März 2020. Für die Haushaltsjahre 2021 sowie 2022 können Anträge jeweils bis zum 31.10. des Vorjahres gestellt werden.

Weitere Informationen:

Programm Stärkung Sonntagsöffnung – Ausschreibung

Programm Stärkung Sonntagsöffnung  – FAQs

Programm Stärkung Sonntagsöffnung  – Antragsformular für Modul 1+2

Programm Stärkung Sonntagsöffnung  – Antragsformular für Modul 3

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2. Individuelle Projekte zur Modernisierung der Bibliotheksarbeit vor Ort

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert Öffentliche Bibliotheken mit dem Ziel, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern und einen kontinuierlichen Modernisierungsprozess zu unterstützen.

Was wird gefördert?

  • Innovative Projekte in einzelnen Bibliotheken
  • Kooperationsprojekte in einer Region (auch mit anderen Bildungs-, Informations- und Kultureinrichtungen)
  • Pilotprojekte, in denen die Voraussetzungen für einen flächendeckenden Einsatz neuer Angebote erarbeitet werden.

Weitere Informationen finden Sie in den Fördergrundsätzen

„Aufbau einer Bibliothek zur Bibliothek 1. Stufe“

Kommunen, die bisher eine Bibliothek unterhalb der 1. Stufe unterhalten und diese zur Bibliothek 1. Stufe (Kriterien für die Förderfähigkeit siehe Fördergrundsätzen) ausbauen möchten, haben die Möglichkeit einen Förderantrag zu stellen. Der Aufbauprozess und damit die Förderdauer wird individuell auf die örtliche Situation abgestimmt und beträgt in der Regel 3 Jahre. Folgende Rahmenbedingungen sind zu beachten:

    • Fördervoraussetzung ist die Vorlage eines Entwicklungskonzeptes, das u.a. einen Maßnahmen- und Zeitplan beinhaltet. Das Konzept wird Teil des Zuwendungsbescheides und sollte vom Rat der Kommune verabschiedet sein.
    • Die Personalkosten für eine im Rahmen der Fördermaßnahme neu eingerichtete hauptamtliche fachliche Bibliotheksleitung sind förderfähig. Die Förderung erfolgt degressiv über maximal drei Jahre. Bei Antragstellung muss die Finanzierung der hauptamtlichen Leitung über den Förderzeitraum hinaus sichergestellt sein.
    • Der Aufbau des Medienbestandes ist förderfähig soweit der aktuelle Gesamtbestand unter 10.000 Medieneinheiten liegt

Für weitere Informationen sprechen Sie uns bitte an.

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3. Qualifizierungsprogramme

3.1 Qualifizierungsprogramm „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand 2017-2019“

Die Pilotphase hat bereits begonnen. Bewerbungen sind daher leider nicht mehr möglich.

Öffentliche Bibliotheken und Kindertagesstätten sind wichtige Akteure im Bereich der Sprach- und Leseförderung im kommunalen Raum. In vielen Kommunen arbeiten beide Institutionen bereits eng zusammen. Während eine systematische Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule seit mehr als 10 Jahren geübte Praxis ist, wurden für die Zusammenarbeit von Kindergärten und Bibliotheken bisher kaum Ansätze für die systematische Zusammenarbeit entwickelt. Im Rahmen des Pilotprojektes „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ sollen nach dem Vorbild des Projektes „Medienpartner Bibliothek und Schule“ Module für die systematische Zusammenarbeit beider Institutionen entwickelt werden. Auf der Grundlage einer Projektevaluation sollen die Ergebnisse anschließend in die Fläche getragen werden.

Dabei soll das Pilotprojekt die Vermittlung von Sprachbildung und Medienkompetenz unter besonderer Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit in den Blick nehmen. Das Projekt richtet sich an eine breite Zielgruppe mit besonderem Augenmerk auf Geflüchtete und Kinder mit Migrationshintergrund.

Das Pilotprojekt wird in Kooperation der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW bei der Bezirksregierung Düsseldorf und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren bei der Bezirksregierung Arnsberg durchgeführt. Die Projektleitung obliegt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW. Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Pilotprojektes sowie das Verfassen des Abschlussberichtes obliegt Prof. Timm Albers, Universität Paderborn – AG Inklusive Pädagogik.

Ziele des Pilotprojektes sind:

  • Förderung der Sprach- und Lesekompetenz von Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren durch systematische Kooperation von Kindertagesstätten und Bibliotheken unter Einbezug der örtlichen Kommunalen Integrationszentren.
  • Entwicklung von Modulen für die systematische Zusammenarbeit von Öffentlicher Bibliothek und Kindertagesstätten zur Förderung der Sprach- und Lesekompetenz im Kindergartenalter unter Einbezug digitaler Medien. In das Modulkonzept können auch bewährte Methoden der „klassischen“ Sprach- und Leseförderung integriert bzw. als Grundlage für die Weiterentwicklung genutzt werden.
  • Schaffung einer tragfähigen Organisationsstruktur für eine langfristige Zusammenarbeit von Bibliothek und Kindertagesstätten auf kommunaler Ebene.
  • Schaffung eines NRW-weiten Netzwerkes von Bibliotheken und Kindertagesstätten mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von Bibliotheken und Kindertagesstätten auch nach Abschluss der Pilotphase weiter zu entwickeln, den Erfahrungsaustausch zu fördern und die Ergebnisse in die Fläche zu tragen.

Weitere Informationen: Sprachschatz Pilotprojekt 2017-2019 Ausschreibung

3.2 Qualifizierungsprogramm „Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken 2019-2020“

Die Bewerbungsphase endete am 7. Juni 2019.

Die Digitalisierung der Gesellschaft hat in den vergangenen 10 Jahren einen umfassenden Veränderungsprozess in Öffentlichen Bibliotheken angestoßen. Aufgabenprofile und Angebote werden hinterfragt und an die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst. Gleichzeitig entsteht eine Vielzahl an neuen Angeboten.

Dieser Veränderungsprozess betrifft Zentralbibliotheken ebenso wie Stadtteilbibliotheken. Während in vielen Bibliothekssystemen in den Zentralbibliotheken eine Neuausrichtung angestoßen wurde, befinden sich die Stadtteilbibliotheken häufig noch am Anfang dieses Prozesses. Dabei wird es immer wichtiger, das Bibliotheksprofil auf die spezifischen Bedürfnisse des jeweiligen Stadtteils auszurichten.

Das Land Nordrhein-Westfalen schreibt für den Zeitraum September 2019 bis Dezember 2020 das Qualifizierungsprogramm „Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken“ aus. Das Qualifizierungsprogramm wird als Pilotprogramm durchgeführt.

Ziele des Qualifizierungsprogramms

  • Die teilnehmenden Stadtteilbibliotheken sollen durch das Qualifizierungs-programm angeregt werden ihr aktuelles Profil zu überprüfen, auf die sich verändernden Rahmenbedingungen neu auszurichten und mit Blick auf die Bedarfe ihres Einzugsgebietes zu schärfen.
  • In den teilnehmenden Stadtteilbibliotheken soll ein für das Gesamtsystem exemplarischer Veränderungsprozess initiiert werden, der in einem nachfolgenden Prozess auf das Gesamtsystem übertragen werden kann.
  • Die im Rahmen des Prozesses erarbeiteten Angebote stellen Bausteine dar, die als Bestandteile in eine umfassende Stadtteilstrategie sowie in die Gesamtstrategie des Bibliothekssystems integriert werden können.
  • Der in den beteiligten Stadtteilbibliotheken angestoßene Veränderungsprozess soll für alle am Programm Beteiligten transparent und kontinuierlich dokumentiert werden.

Weitere Informationen:
Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken 2019 – 2020 Ausschreibung

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