Deutscher und türkischer Reisepass, Mehrstaatigkeit

Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit beim Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit

Hintergrund

Sie möchten eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben, aber die deutsche nicht verlieren. Dann benötigen Sie eine entsprechende Genehmigung.

Gemäß § 25 Abs. 1 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) verliert ein Deutscher seine Staatsangehörigkeit mit dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit, wenn dieser Erwerb auf seinen Antrag oder auf Antrag des gesetzlichen Vertreters erfolgt, der Vertretende jedoch nur, wenn die Voraussetzungen vorliegen, unter denen nach § 19 StAG die Entlassung beantragt werden könnte. Der Verlust nach Satz 1 tritt nicht ein, wenn ein Deutscher die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der der Europäischen Union, der Schweiz oder eines Staates erwirbt, mit dem die Bundesrepublik Deutschland einen völkerrechtlichen Vertrag nach § 12 Abs. 3 StAG abgeschlossen hat.
Gemäß § 25 Abs. 2 StAG verliert die Staatsangehörigkeit nicht, wer vor dem Erwerbe der ausländischen Staatsangehörigkeit auf seinen Antrag die schriftliche Genehmigung der zuständigen Behörde seines Heimatstaates zur Beibehaltung seiner Staatsangehörigkeit erhalten hat.

Allgemeine Hinweise

Bewahren Sie die Beibehaltungsgenehmigung sorgfältig auf, da diese als Nachweis für den Fortbestand der deutschen Staatsangehörigkeit trotz Erwerbs einer anderen Staatsangehörigkeit dient. Auch Ihre Nachkommen, die ihre deutsche Staatsangehörigkeit von Ihnen ableiten, müssen dies unter Umständen eines Tages belegen oder nachweisen können.

Der Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit kann von deutschen Staatsangehörigen gestellt werden, die eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben wollen, die deutsche Staatsangehörigkeit beim Erwerb der ausländischen Staatsangehörigkeit jedoch nicht verlieren möchten.

Sofern Sie Ihren Lebensmittelpunkt im Inland haben, sind die jeweiligen Staatsangehörigkeitsbehörden zuständig. Für den Regierungsbezirk Düsseldorf ist die Bezirksregierung in Düsseldorf die Staatsangehörigkeitsbehörde, die über den Antrag die abschließende Entscheidung trifft. Sie können den Antrag bei der jeweiligen Wohnortgemeinde stellen oder den Antrag sofort an die Bezirksregierung Düsseldorf richten. Hier finden Sie den entsprechenden Antragsvordruck im PDF-Format.

Die Anschrift der Bezirksregierung Düsseldorf lautet:
Bezirksregierung Düsseldorf
Postfach 30 08 65
40408 Düsseldorf

Für weitere telefonische Auskünfte stehen Ihnen die folgenden Sachbearbeiterinnen zur Verfügung:

Sollten Sie dauerhaft im Ausland wohnen, wenden Sie sich bitte an das Bundesverwaltungsamt in 50728 Köln. (Telefon: 0188/358-0 oder 0221/758-0) (E-mail: poststelle[at]bva.bund.de) Internet: www.bundesverwaltungsamt.de

 

Die Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung erfordert eine Ermessensentscheidung. Die berührten öffentlichen und privaten Interessen sind hier von der Staatsangehörigkeitsbehörde gegeneinander und untereinander abzuwägen.
- öffentliche oder private Belange rechtfertigen den Fortbestand der deutschen Staatsangehörigkeit sowie den Erwerb der ausländischen Staatsangehörigkeit
- das andere Staatsangehörigkeitsrecht lässt die doppelte Staatsangehörigkeit zu

Für die Beantragung der Beibehaltungsgenehmigung benutzen Sie bitte das Antragsformular "Beibehaltungsantrag", das Sie unter "Downloads" finden.

- Deutscher gültiger Reisepass (beglaubigte Kopie)
- Aufenthaltsbescheinigung Ihrer Wohnortgemeinde
- Geburtsurkunde und ggf. Heiratsurkunde (beglaubigte Kopie)
- Ausführliche Stellungnahme zum Fortbestand der Bindungen an Deutschland
- Gründe / Nachweise für die Notwendigkeit des Erwerbs der ausländischen Staatsangehörigkeit

Bei Bedarf werden weitere Unterlagen direkt bei Ihnen angefordert.

Die Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung ist gebührenpflichtig. Die Verwaltungsgebühr beträgt 255,00 Euro (für minderjährige Kinder gemeinsam mit den Eltern: 51,00 Euro je Kind).