Klimaneutralität

Auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045: Ariadne-Szenarienreport erschienen

Im Zuge einer zum 31.08.2021 in Kraft getretenen Änderung des Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG) wurden die Klimaschutzvorgaben auf der Bundesebene verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045* verankert. Bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken.

Beitrag Zukunftsplaner - newsletter 4/2021 (15.12.2021)

Der im Oktober 2021 erschienene Ariadne-Szenarienreport skizziert nun entsprechende Transformationspfade hin zur Klimaneutralität 2045. Die Publikation ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kopernikus-Projektes Ariadne.

In der Ergebniszusammenfassung (S. 1-15) des Reports wird insbesondere mehr Tempo bei der Energiewende angemahnt. In der laufenden Dekade seien im Vergleich zum letzten Jahrzehnt deutlich gesteigerte Klimaschutzanstrengungen in allen Sektoren notwendig, um die für 2030 festgelegten Emissionsminderungsziele des KSG zu erreichen und gleichzeitig entscheidende Weichen für das Langfristziel der Klimaneutralität zu stellen.

Eine zunehmende erneuerbare Stromversorgung sei dabei die tragende Säule der weiteren Dekarbonisierung des Energiesystems (S.2). In den kostenoptimalen Zielszenarien erfolge der Ausbau von Wind und Photovoltaik (PV) deutlich stärker und der Kohleausstieg deutlich früher als bislang vorgesehen. So können die Emissionen der Energiewirtschaft bis 2030 um etwa zwei Drittel gegenüber 2019 gesenkt werden (S. 4). Der überwiegende Teil der Stromnachfrage werde durch einen massiven Ausbau der einheimischen Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie auf 630-1.480 TWh im Jahr 2045 gedeckt (S. 6). In einem Großteil der Szenarien müssten die ermittelten Potenziale für Sonnenstromerzeugung (Dach und Freifläche) und Windstromerzeugung (On- und Offshore) vollständig genutzt werden. Unter anderem wird als ein Teil der Lösung aber auch von einer deutlichen Steigerung der Energieeffizienz ausgegangen (S. 3).

Beim Flächenbedarf werden zwar deutliche Veränderungen erwartet, aber in der Summe könne der Flächenbedarf des Energiesektors sogar sinken (S. 11-12):

„Die Energiewende hat eine deutliche Auswirkung auf die Flächennutzung in Deutschland. Der Anstieg des Bedarfs an einheimischem erneuerbaren Strom auf etwa 1000 TWh führt zu einem Anstieg des Flächenbedarfs durch Onshore Wind- und Freiflächen-PV von heute 0,7 % auf über 3 % der Landesfläche Deutschlands (Abbildung Z.15). Dieser Bedarf kann jedoch durch den in den Szenarien unterstellten Rückgang des Biomasseanbaus kompensiert werden, sodass der Gesamtflächenbedarf für die Erneuerbaren Energien leicht sinkt. (...) Zudem kann der größte Teil der von Windparks genutzten Fläche gleichzeitig land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Auch für PV-Freiflächenanlagen besteht die Möglichkeit einer dualen Nutzung durch Agriphotovoltaik (Wirth, 2021).“

Eine Pressemitteilung zum Ariadne-Szenarienreport mit weiterführenden Links ist im Internet verfügbar. Nähere Angaben zum Flächenbedarf und zur Flächeneffizienz speziell von PV-Freiflächenanlagen finden Sie bei Interesse im Übrigen auch auf der Seite 43 des Papiers „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ (Wirth, 2021; Fassung vom 06.08.2021). Danach schneidet z.B. bei der Effizienz der Flächennutzung zur Stromproduktion hochaufgeständerte Agri-PV um Faktor 32 besser ab als die Stromproduktion in Biogasanlagen auf Basis von Mais. Bei normalen PV-Freiflächenanlagen beträgt der Faktor nach den dortigen Angaben sogar rund 52. Die konkreten Werte hängen aber vom spezifischen Vorhaben und dem konkreten Standort ab.

Zur Thematik der PV-Freiflächenanlagen hat die Regionalplanungsbehörde bereits im Jahr 2020 einen Sachstandsbericht zu PV-Freiflächenanlagen mit entsprechenden Informationen und Quellen vorgelegt. Zudem wurde verwaltungsseitig in der Sitzung des Planungsausschusses vom 17.06.2021 zum Thema Freiflächenanlagen für die Solarenergienutzung vorgetragen. Die zugehörige Präsentation ist im Ratsinformationssystem bei der entsprechenden Sitzung hinterlegt.

Der Regionalplan Düsseldorf trägt derzeit zum Ausbau der Erneuerbaren Energien insbesondere durch die zeichnerisch festgelegten Windenergiebereiche und Windenergievorbehaltsbereiche bei. Die entsprechenden Festlegungen haben dabei keine Konzentrationswirkungen und schließen somit weitere Anlagen außerhalb nicht aus.