Windkraftanlage (Symbolbild)

Bericht zum Stand des Ausbaus Erneuerbarer Energien und insbesondere der Windenergienutzung

Der mit dem EEG 2021* neu vorgesehene Bund-Länder-Kooperationsausschuss* hat am 22.10.2021 seinen ersten Bericht* zum Stand des Ausbaus der Erneuerbaren Energien sowie zu Flächen, Planungen und Genehmigungen für die Windenergienutzung an Land vorgelegt.

Beitrag Zukunftsplaner - newsletter 4/2021 (15.12.2021)

Die zentralen Ergebnisse finden sich auf den Seiten 45-48. Darin wird festgestellt (S. 45):

„Das EEG 2021 sieht als Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch 65 % für das Jahr 2030 vor. Hierfür ist ein erheblicher Zubau sowohl von Windenergie- als auch von Photovoltaikanlagen erforderlich. Die Entwicklung bei Windenergie an Land und PV verlief im Jahr 2020 – wie bereits im Jahr davor – sehr gegensätzlich. Während bundesweit der Ausbau von Windenergieanlagen an Land mit 1,4 GW an brutto neuinstallierter Anlagenleistung weniger als die Hälfte des im Jahr 2017 im EEG festgelegten und für das Jahr 2020 vorgesehen sogenannten Bruttozubaus erreichte, stand bei Photovoltaik dem im EEG festgelegten Zubau von 2,5 GW ein tatsächlicher Zubau von 4,8 GW gegenüber.“

Dazu ist ergänzend anzumerken, dass aufgrund des konstanteren Energiedargebotes bei der Windenergienutzung pro installierter Leistung i.d.R. deutlich mehr Strom produziert wird, als bei der Solarenergienutzung. Im Bericht wird zudem hervorgehoben (S. 3), dass schon jetzt absehbar sei, dass die Ausbauziele des EEG angehoben werden müssen, um dem wachsenden Strombedarf im Wärme-, Verkehrs- und Industriesektor und den angehobenen deutschen und europäischen Klimazielen Rechnung zu tragen. Daher enthält der Bericht auch Aussagen zur Erfüllung eines höheren Ambitionsniveaus – unter anderem (S. 47) bezogen auf Arbeiten des Umweltbundesamtes (UBA):

„Die UBA-Studie zeigt auch, wie sich der Flächenbedarf entwickeln würde, wenn man einen Ausbau der Windenergie an Land entsprechend dem BMWi-Langfristszenario TN Strom annimmt. Hier ergibt sich ein entsprechend höherer Flächenbedarf von 3.400 km² (0,9 % der Bundesfläche), um 80 GW im Jahr 2030 zu erreichen, und von 6.000 km² (1,7 % der Bundesfläche), um 130 GW im Jahr 2040 zu erreichen, und schließlich von 6.800 km² (1,9 % der Bundesfläche), um 155 GW im Jahr 2050 zu erreichen. Zusätzlich wären damit Flächen in Höhe von 1.000 km² bis 2030, 3.600 km² bis 2040 und 4.400 km² bis 2050 erforderlich.“

Gemäß § 98 Abs. 1 EEG 2021 sind jährlich erneute Berichte vorgesehen.

Ergänzend wird auf eine kürzlich erschienene Studie zur Thematik der Wertschöpfung und Beschäftigung durch die Windenergienutzung (On- und Offshore) in Nordrhein-Westfalen hingewiesen. Diese kommt u.a. zum Ergebnis (S. 8), dass hier innerhalb des Bundeslandes gerade im Raum Düsseldorf und Umgebung ein besonders hoher Anteil an den Beschäftigten und Umsatz zu verzeichnen ist. Insgesamt seien bei ca. 350 Marktteilnehmern in Nordrhein-Westfalen 2020 bereits ca. 20.000 Vollzeitäquivalente zu verzeichnen (S. 13) bei einem erwirtschafteten Umsatz von ca. 7 Mrd. Euro für das Jahr 2019 (S. 7). Einen Pressebericht dazu finden Sie hier.

Zur PV-Nutzung, die der Bericht des Kooperationsausschusses ebenfalls anspricht, wird ergänzend auf den Sachstandsbericht Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-FFA) der Bezirksregierung Düsseldorf vom Sommer 2020 hingewiesen. Dies Thema war auch Gegenstand eines Vortrages im Planungsausschuss am 17.06.2021. 

Informativ ist auch ein im Internet verfügbarer Faktencheck zur Windenergienutzung. Darin werden seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie etwaige Vorurteile gegenüber dieser regenerativen Energienutzung sachlich eingeordnet.