Kraft-Wärme-Kopplung

Künftige Wärmeversorgung: Potenzialstudie zur Kraft-Wärme-Kopplung erschienen

Das LANUV hat die Potenzialstudie Kraft-Wärme-Kopplung* vorgelegt. Aufgabenstellung war es, die Potenziale zur Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) für Nah- und Fernwärme (Allgemeine Versorgung) sowie für die energieintensive Industrie in zuvor definierten Szenarien jeweils für die drei Zeitpunkte 2030, 2040 und 2050 zu ermitteln. 

Beitrag Zukunftsplaner - newsletter 4/2021 (15.12.2021)

Aufgrund der Konkurrenzen und Wechselwirkungen geht es in dem Bericht neben KWK aber auch um alternative Wärmequellen – z.B. Wärmepumpen, Abwärme oder Solarthermie.

Einige zentrale Ergebnisse (S. 122-125) sind:

  • Es wird ein deutlicher Ausbau der Nah- und Fernwärme in NRW als notwendig erachtet. Auch wenn das größte Fernwärme-Potenzial in den Gebieten vorhanden sei, wo jetzt schon ein Fernwärmenetz besteht, so habe bis auf wenige Ausnahmen jede Gemeinde in NRW ein theoretisches Fernwärmeausbaupotenzial.
  • Der Einsatz von erneuerbaren und klimafreundlichen Energien in der allgemeinen (Wärme-) Versorgung und der Industrie müsse im Rahmen des Transformationsprozesses deutlich zunehmen. In der Allgemeinen Versorgung werde bis 2050 ein deutlicher Zuwachs des Anteils industrieller Abwärme, der Wärmepumpe und von Wasserstoff erwartet. Jedoch nähmen auch die große Solarthermie (ggf. im Freiraum), Abfall, Klärgas und die Bioenergie eine bedeutende Rolle ein. 
  • Der Anteil der KWK an der leitungsgebundenen Wärmeversorgung werde abnehmen, aber weiter eine wichtige Rolle einnehmen. 
  • Der Energiemix der KWK müsse sich aber deutlich verändern. Der Reihenfolge nach werden hier Wasserstoff, Biomasse, Abfall und Klärgas als die zentralen langfristigen KWK-Energieträger gesehen. 

Hingewiesen wird im Bericht auch darauf, dass schon jetzt absehbar sei, dass KWK-Anlagen zukünftig durch steigende Anteile erneuerbarer Energien an der Strom- und Wärmeerzeugung größeren wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüberstehen. Durch sinkende Einsatzzeiten und erzielbare Stromerlöse der KWK werde – sofern sich die aktuelle Marktausgestaltung nicht substanziell ändert – deren Wirtschaftlichkeit beeinträchtigt. Dies liege darin begründet, dass die Nutzung von Abwärme und Wärmepumpen durch ihre hohe Effizienz in der Zukunft voraussichtlich geringere Betriebskosten im Vergleich zur KWK aufweisen werden (S. 126). Insoweit muss man sich hier auf der lokalen Ebene sehr genau mit dem Thema und den standörtlichen Perspektiven beschäftigen.

Angekündigt wurde, dass die räumlichen Ergebnisse im Energieatlas NRW veröffentlicht werden sollen und so seitens der Kommunen, Planer und Energieversorger genutzt werden können, um die eigene Wärmeplanung voranzutreiben. Denn die KWK- und Wärmethematik ist operativ insbesondere ein lokales Thema.