Agri-PV Anlage

Regionale Potenziale für Freiflächensolarenergieanlagen

Der Schutz des Klimas und die Sicherstellung einer kostengünstigen und sicheren Energieversorgung zählen zu den zentralen gesellschaftlichen Zukunftsaufgaben. Einen wesentlichen Beitrag dazu sollen nach den aktuellen Plänen des Bundes Freiflächensolarenergieanlagen liefern.

Beitrag Zukunftsplaner - newsletter 2/2022 (22.06.2022)

Freiflächensolarenergieanlagen (FFSA) können schnell errichtet werden, produzieren sehr günstig Strom oder Wärme und beanspruchen in Relation zum Energieertrag wenig Raum. So werden bei normalen PV-Freiflächenanlagen mit engen Modulabständen Werte von knapp unter einer Million Kilowattstunden Jahresertrag pro Hektar Anlagenfläche genannt.

Je nach Ausgestaltung der Vorhaben können auf den Standorten auch weiterhin große landwirtschaftliche Erträge erzielt werden. So gibt es bei der sogenannten Agri-PV Anlagenvarianten mit senkrecht errichteten Modulen, zwischen denen landwirtschaftliche Fahrzeuge verkehren können. Bei anderen Varianten werden die Anlagen in größerer Höhe errichtet und dienen dann z.B. Beerenkulturen als Schutz vor Hagel. Alternativ oder ergänzend zur landwirtschaftlichen Produktion ist es aber auch möglich, innerhalb der Anlagenstandorte Nischen für den Artenschutz und den Biotopverbund zu schaffen. Denn es gibt eine große Bandbreite möglicher Anlagenformen und - standorte. Selbst auf den vielen Abgrabungsgewässern der Region können sich Möglichkeiten für schwimmende Solaranlagen ergeben.

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat sich dieses spannenden Themas angenommen und eine Potenzialflächenanalyse für die Planungsregion Düsseldorf erstellt. Darin werden zunächst Ausbauziele, die Technik und zentrale Rahmenbedingungen vorgestellt. Kernteil der Arbeit sind jedoch Karten, die flächendeckend für den Planungsraum aufzeigen, in welchen Bereichen gegebenenfalls raumbedeutsame Anlagen errichtet werden könnten und wo Restriktionen, offene Fragen oder Vorbehalte bestehen. Die Arbeit soll dabei Transparenz schaffen für die Akteure in der Region – gerade mit Blick auch auf die überregionalen Festlegungen zur Raumkulisse. Ganz konkret soll die Potenzialanalyse mit den Basisdaten aber auch die Umsetzung des Grundsatzes 1 des Kapitels 5.5.2 des Regionalplans Düsseldorf (RPD) erleichtern. Denn gemäß dieser Festlegung sollen seitens der Bauleitplanung auf geeigneten Standorten Möglichkeiten für eine Zulassung raumbedeutsamer Solarenergieanlagen geschaffen werden – innerhalb der mit raumordnerischen Festlegungen vereinbaren Flächenkulisse.

Aufgrund der Raumkulissen im Erneuerbare-Energien-Gesetz des Bundes und im Landesentwicklungsplan kommen hierbei vor allem vorbelastete Standorte z.B. entlang von Autobahnen und Schienenwegen oder in aufgeschütteten Bereichen in Frage. Dies erlaubt, naturnähere und landschaftlich wertvollere Bereiche freizuhalten.

Die Studie der Bezirksregierung, die am 2. Juni 2022 im Ausschuss für Mobilität, Umwelt und Klimaschutz des Regionalrates Düsseldorf vorgestellt wurde, ersetzt nicht politische Entscheidungen und entsprechende planerische Konzepte. Sie erlaubt aber den Akteuren in der Region den Einstieg in diese komplexe Thematik und kann dazu beitragen, raum- und umweltverträgliche Standorte und Vorhabenvarianten innerhalb der größeren Potenzial- oder Suchbereiche zu identifizieren. Zu beachten ist dabei aber, dass sich die maßgeblichen rechtlichen Rahmenbedingungen sukzessive ändern können und damit auch die Raumkulissen. Hier besteht derzeit eine hohe Dynamik.