Barcode des Kilmas

Warming Stripes NRW – Barcode des Klimawandels

Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich in diesen Tagen – für alle  spürbar – wieder in Form einer extremen Hitzeperiode.

Beitrag Zukunftsplaner - newsletter 2/2019 (26.06.2019)

Wie sehr die Durchschnittstemperaturen in den letzten hundert Jahren gestiegen sind, veranschaulicht eindrucksvoll diese Grafik. Die EnergieAgentur.NRW hat die Temperaturwerte aus Nordrhein-Westfalen in farbige Striche umgewandelt. Dabei wird jedes Jahr seit 1881 mit einer Farbe belegt - je nach Jahresdurchschnittstemperatur - von dunkelblau (kühl) über hellblau und hellrot bis dunkelrot (heiß). So wird anschaulich dargestellt, dass die Häufigkeit warmer und heißer Jahre in NRW in den letzten Dekaden aufsehenerregend stark zugenommen hat. Komplettiert wird die Grafik mit den Werten der globalen CO2-Entwicklung.

Was bedeutet das konkret für die Regionalplanung, die sich gerade anschickt, zusätzliche Flächen für Wohnen im Regionalplan darzustellen? Inwieweit passt die 1. Änderung des RPD mit den klimapolitischen Herausforderungen zusammen, auf die der Barcode hinweist? 

Die aktuelle Flächenknappheit macht deutlich, dass neue Flächen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Und jede neu versiegelte Fläche steht künftig für den Klimaschutz und für ökologische Ressourcen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Klar ist allerdings auch, dass Menschen, die aufgrund des Arbeitsplatz-Angebotes neu in die Region ziehen oder auch Menschen, die innerhalb der Region umziehen wollen, bezahlbaren Wohnraum benötigen. Genauso klar ist aber auch, dass jede Planung auch die Herausforderungen des Klimawandels mitdenken muss.

Die 1. Änderung zeigt die Spielräume auf, innerhalb derer in der Region Wohnraum geschaffen werden kann. Für die konkrete Ausgestaltung dieser Spielräume haben die Kommunen ihre eigenen Instrumente. Über Bauleitplanung und Flächenpolitik können sie die Lage neuer Standorte für Wohnen, den Umfang neuer Flächenausweisungen, Wohndichten und Ausgestaltung des Städtebaus steuern. Gleichzeitig können sie im Rahmen ihrer Planung zur Klimawandel-Vorsorge und Klimaanpassung beitragen. Dies gilt zum Beispiel für die Erhaltung und Entwicklung Grüner Infrastruktur, aber auch für die Bereiche Energie und Mobilität. 

Für die Umsetzung von Projekten hat am 17.06.2019 das Regionalforum kommunaler Klimaschutz der Energieagentur.NRW bei der Bezirksregierung Düsseldorf vielfältige Anregungen gegeben.

Dass eine umfangreiche Umstellung auf erneuerbare Energien zur Energieversorgung der Wohnbevölkerung sowohl bei der Entwicklung neuer Quartiere als auch im Bestand gelingen kann, haben eindrucksvoll Städte wie Bottrop mit dem Projekt „InnovationCity Ruhr“ bewiesen. Über freiwillige Maßnahmen konnte hier der Anteil der Solarenergie in den Wohnquartieren signifikant erhöht und durch energetische Sanierung der CO2-Ausstoß verringert werden. Hierzu bedarf es weiterer Instrumente, die über den Bereich der Planung hinausgehen.