Dürre

Klimawandel – Folgen, wachsende Risiken und Herausforderungen für die räumliche Planung

Der Klimawandel führt auch hierzulande bereits zu akuten Gefahren für Mensch, Umwelt und Raumnutzungen.

So landete Deutschland aufgrund von Hitze-, und Dürreschäden des Jahres 2018 hinter Japan und den Philippinen auf Platz drei im Klima-Risiko-Index 2020, den Germanwatch vergangene Woche im Zuge der Weltklimakonferenz in Madrid vorstellte. Der jährlich veröffentlichte Klima-Risiko-Index basiert auf einer Datenbank des Rückversicherers Munich Re und Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er zeigt, wie stark Länder von Wetterextremen wie Überschwemmungen, Stürmen, Hitzewellen etc. betroffen sind. Untersucht werden die menschlichen Auswirkungen (Todesopfer) sowie die direkten ökonomischen Verluste. Eine Zusammenfassung in deutscher Sprache finden Sie hier.

Dass diese Gefahren global eine wachsende Bedeutung haben werden – und damit auch für Raumnutzungen in unserer Region – zeichnet sich bereits ab. In einer aktuellen Publikation im der renommierten Fachzeitschrift nature warnt eine Gruppe führender Wissenschaftler davor, dass zahlreiche Kipp-Elemente des Erdsystems deutlich schneller ausgelöst werden könnten, als bisher gedacht. Kippelemente sind Teile des Erdsystems von überregionaler Größe, die bereits durch kleine externe Störungen in einen qualitativ neuen Zustand versetzt werden können, sofern sie schon nahe an einem Schwellenwert operieren. Das könnte zu Dominoeffekten führen und diese möglichen Kaskaden von Veränderungen sind ein großes Risiko für die Lebensgrundlagen und die Stabilität des Erdsystems. Ein Beispiel sind die Eiskörper: Wo helles Eis schwindet, kommt meist ein dunklerer Untergrund zum Vorschein (felsiges Bett eines Gletschers, Meer etc.). Diese freigelegte dunkle Oberfläche nimmt mehr Sonnenwärme auf, welche wiederum den Schwund des verbliebenen Eises beschleunigt. Ein anderes Beispiel sind Methanausgasungen in Folge des Auftauens der Permafrostböden; diese Gase verstärken wiederum den Klimawandel und damit auch das Auftauen der Permafrostböden. Eine zusammenfassende Pressemitteilung dazu hat das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung Ende November als Pressemitteilung veröffentlicht. 

Im Rahmen der räumlichen Planung muss man sich hierzulande daher nicht nur – aber auch – um eine schnelle und deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen bemühen. Ebenso sind verstärkt Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels zu planen. In diesem Kontext ist darauf hinzuweisen, dass das Umweltministerium NRW jüngst ein neues Programm „Kommunalberatung Klimafolgenanpassung NRW“ gestartet hat.

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