Bevölkerter Boden mit Regenwürmern

Schutzwürdige Böden: Sicherung durch die Regionalplanung

Warum sind Böden schutzwürdig, welche Funktionen erfüllen sie und welche Instrumente stehen der Regionalplanung zum Schutz von Böden zur Verfügung? Zu diesen Fragen informierte ein Vortrag der Regionalplanungsbehörde die Mitglieder des Ausschusses für Mobilität, Umwelt und Klimaschutz des Regionalrates Düsseldorf.

Boden ist mehr als Sand, Löss, Lehm oder Humus – im Boden findet sich ein Universum von Lebewesen, rund 15 Tonnen pro Hektar. Deren Stoffwechselprozesse machen den Boden zu einem der bedeutendsten Kohlenstoffspeicher überhaupt: Mit etwa 1.500 Milliarden Tonnen allein im Humus binden die Böden fast dreimal mehr Kohlenstoff als die gesamte lebende Biomasse, also alle Lebewesen inklusive Bäumen, Sträuchern und Gräsern.

Grafik Bevölkerte Böden

Abhängig von ihrer Struktur können Böden erhebliche Mengen an Wasser aufnehmen. Ein aktives Bodenleben ist wichtig als Voraussetzung für die Wasserspeicherung im Boden. So können zeitweise auftretende Niederschlagsdefizite kompensiert werden, Niederschläge versickern, der Oberflächenabfluss reduziert und die Wasserversorgung der Vegetation – also auch des Waldes und landwirtschaftlicher Kulturen – gesichert werden.

Land- und Forstwirtschaft könnten nicht ohne die Böden als Produktionsgrundlage funktionieren, ganz abgesehen von den vielfältigen Landschaften, die sich unter dem Einfluss unterschiedlicher Böden und deren Bewirtschaftung entwickelt haben. Von Bedeutung sind Böden darüber hinaus auch als Zeugnisse der Natur und Kulturgeschichte sowie als Standorte für zahlreiche Nutzungen wie Wohnen, Industrie und Gewerbe und die Rohstoffsicherung.

In der Planungsregion Düsseldorf sind nach Angaben des Geologischen Dienstes (2019) auf rund 47% der Fläche schutzwürdige Böden mit besonderer Funktionserfüllung anzutreffen. Grundlage für die Planung ist als Fachbeitrag des Bodenschutzes die Karte der schutzwürdigen Böden im Maßstab 1:50.000 des Geologischen Dienstes NRW. Die Mitglieder des Ausschusses erfuhren in dem Vortrag, dass auf der Ebene der Regionalplanung unter anderem Festlegungen in Raumordnungsplänen, die Berücksichtigung von Böden im Rahmen der Strategischen Umweltprüfung sowie bei der Anpassung der Bauleitplanung an die Ziele der Raumordnung dazu beitragen, dass Böden nicht mehr als erforderlich in Anspruch genommen werden. Gleichwohl stellt der Schutz von Böden die Stadt- und Regionalplanung gerade in den Teilräumen der Planungsregion, in denen schutzwürdige Böden nahezu flächendeckend vorkommen, vor besondere Herausforderungen.