Zeelink-Pipeline

Zeelink - Wenn die Leitung durch den Deich muss

Wenn die Leitung durch den Deich muss

Derzeit muss das Erdgasfernleitungsprojekt Zeelink gleich an zwei Stellen den Rhein queren und damit auch durch die Deiche. Dezernat 54 der Bezirksregierung achtet darauf, dass der Hochwasserschutz zu jeder Zeit gewährleistet ist.

Die Gasleitung, die einmal von Legde (Kreis Borken) bis Lichtenbusch (bei Aachen) führen wird, quert den Rhein mit einer Gasleitung und drei Kabelschutzrohren bei den Ortschaften Wallach (Rheinberg) und Ork (Voerde) in offener Bauweise. Die Ausführungsplanung und die Bauausführung ist in enger Abstimmung mit den Hochwasserschutzpflichtigen (Deichverbände Duisburg-Xanten und Mehrum) und dem Sachgebiet „Hochwasserschutz am Rhein“ der Bezirksregierung erfolgt.

Zusätzlich hat die Bezirksregierung einen Qualitätssicherungsplan (QSP) gefordert, geprüft und anschließend freigegeben. Unterstützt wurden wir bei der Ausarbeitung des QSP, in dem geotechnische Besonderheiten und Regeln für den Wiederaufbau festgelegt sind, durch ein Fachingenieurbüro für Geotechnik.

Dieses Büro hat zudem die Funktion des sogenannten Fremdüberwachers (FÜ). Der FÜ ist ständig vor Ort und überprüft und kontrolliert alle geforderten Auflagen und meldet jede Unregelmäßigkeit. Auch die technischen Kolleginnen und Kollegen der Bezirksregierung sind regelmäßig vor Ort und kontrollieren den Baufortschritt.

Der Aushub der Deichbaumaterialien erfolgt getrennt nach den verschiedenen Bodenarten (Stützkörper, Filter, Dichtungsschichten, Deichkörper, Vorschüttung etc.). Diese Materialien werden anschließend witterungsgeschützt gelagert. Nach dem Verlegen der Rohrleitung werden die Böden entsprechend den einzelnen Deichzonen in Lagen von bis zu 30 Zentimeter wieder eingebaut und lagenweise verdichtet.

Je nach Beschaffenheit des Bodens wird die Rohrleitung dabei unterschiedlich gegründet (Betonbett oder Betonsockel), dabei werden die Leitungen mit einer entsprechenden Dichtungsschicht ummantelt. Ziel ist es, das Einsacken der Leitung zu vermeiden und die Dichtigkeit des Deichs trotz der durchgeführten Rohrleitung dauerhaft zu gewährleisten.

Wie für jede Baumaßnahme an den Hochwasserschutzanlagen, musste auch für diese Deichquerung zur Sicherheit ein Hochwassereinsatzplan für den eventuellen Hochwasserfall vom Bauherren vorgelegt werden. Dieser wurde durch die Bezirksregierung geprüft und freigegeben. Seitens des Bauherren werden die Bezugspegel des Rhein beobachtet und die langfristige Entwicklung abgeschätzt.

Darüber hinaus regelt der Hochwassereinsatzplan im Detail wie der baubedingte Deichbruch bei einem aufkommenden Hochwasser geschlossen würde. Da linksrheinisch der Deich durch die Vorschüttung etwa 115 Meter breit ist, wird die Querung in zwei Abschnitten durchgeführt, so dass der Hochwasserschutz zu keinem Zeitpunkt offen ist.

Das Planfeststellungsverfahren und die anschließende Genehmigung für das Zeelink-Projekt in dem gut 100 Kilometer langen Abschnitt zwischen Jüchen-Hochneukirch und Schermbeck-Dämmerwald wurden übrigens auch bei der Bezirksregierung durchgeführt – allerdings in einer anderen Abteilung  - aber auch unter Beteiligung des Hochwasserschutzes.