Grundwasserschutz (Symbolbild)

Grundwasser und Wasserversorgung

Dieser Bereich gliedert sich in „Grundwasser“ und „Wasserversorgung“.

Allgemeine Informationen

Die Grundwasserqualität hat sich durch vielfältige anthropogene Einflüsse negativ verändert. Sowohl durch Einträge von Schadstoffen aus dem gewerblichen und industriellen Bereich als auch durch Auswirkungen aus dem Bereich landwirtschaftlicher Nutzungen sind Belastungen des Grundwassers und der Oberflächengewässer festzustellen. Beispielhaft seien hier für den Bereich Gewerbe und Industrie Kontaminationen des Bodens und des Grundwassers mit chlorierten und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und für die Landwirtschaft Verunreinigungen mit Nitraten und Pflanzenbehandlungsmitteln genannt.

Rohwasserqualität
Die Qualität des Trinkwassers wird entscheidend beeinflusst durch die Beschaffenheit seines Ausgangsproduktes, des so genannten Rohwassers, also des zur Trinkwasserversorgung gewonnenen Grund- und Oberflächenwassers.

Das Rohwasser ist geprägt durch die geogenen Verhältnisse im Einzugsgebiet und die dortigen Nutzungen. Seine Inhaltsstoffe bestimmen Art und Umfang einer notwendigen Wasseraufbereitung.

Um lokale Veränderungen im Zustrombereich einer Wassergewinnungsanlage zu erkennen, sind Rohwasseruntersuchungen im Regelfall für alle einzelnen Entnahmestellen vorzunehmen. Der Untersuchungsturnus und die zu untersuchenden Parameter sind in der Rohwasserüberwachungsrichtlinie vom 12.3.1991 festgelegt worden. Die Richtlinie aus 1991 berücksichtigt mittlerweile nicht mehr alle relevanten Parameter. Im Bereich der Pflanzenbehandlungsmittel sind die Metabolite (Abbauprodukte) als Parameter hinzugekommen. Bei der Nutzung von Oberflächengewässern sind eine Vielzahl von Spurenstoffen zu betrachten, wie z. B. Arzneimittel und deren Abbauprodukte, Flammschutzmittel, Komplexbildner etc. Deshalb werden in den turnusmäßig stattfindenden Besprechungen mit den Wasserversorgern und den Gesundheitsämtern die aktuellen Belastungen im Grund- und Oberflächenwasser als Grundlage für die Festlegung der zu untersuchenden Parameter herangezogen.

Trinkwasseraufbereitungsanlagen
Vor der Abgabe von Grund- und Oberflächenwasser als Trinkwasser ist es erforderlich, das Rohwasser so aufzubereiten, dass es den Anforderungen der Trinkwasserverordnung genügt.

In der Trinkwasserverordnung sind für physikalische, chemische und mikrobiologische Parameter Grenzwerte festgelegt, die unter Berücksichtigung des Minimierungsgebotes einzuhalten sind.

Zur Wasseraufbereitung dienen zum Beispiel folgende Verfahren:

  • Entsäuerung durch Belüftung, Verdüsung, Verrieselung
  • Enthärtung durch teilweise Ausfällung von Calciumcarbonat (Kalk)
  • Enteisenung und Entmanganung durch Belüftung in Kombination mit Filtration
  • Entfernung organischer Spurenstoffe durch Aktivkohlefiltration
  • Entfernung mikrobiologischer Verunreinigungen durch Filtrationsverfahren (auch Membranfiltration) in Kombination mit Desinfektion

Aufgaben

  • Erteilung von wasserrechtlichen Erlaubnissen und Bewilligungen nach § 9 Wasserhaushaltsgesetz
              -          für die öffentliche Trinkwasserversorgung (ab einer Fördermenge von 600.000 m3 pro Jahr),
              -          zur Entnahme von Grundwasser für Betriebswasserzwecke (nur für Zaunanlagen*),
              -          zur Errichtung und Betrieb von Erdwärmeanlagen (nur für Zaunanlagen*),
              -          zum Einbau von RCL-Material (nur für Zaunanlagen*) und
              -          für Grundwasserhaltungen (nur für Zaunanlagen*)
  • Festsetzung von Wasserschutzgebieten (ab einer Fördermenge von 600.000 m3 pro Jahr)
  • Mitwirkung/ Beteiligung im Aufgabenbereich anderer Fachdezernate/ -behörden:
              -          Abgrabungen
              -          Flächennutzungsplanung
              -          Gebietsentwicklungsplanung
              -          Landschaftsplanung
              -          Verkehrsanlagen
              -          Wasserrahmenrichtlinie

* Zaunanlagen = Anlagen, die nach der Zuständigkeitsverordnung Umweltschutz (ZustVU) vom 3. Februar 2015 (GV. NRW. S. 268) – in der jeweils geltenden Fassung – in den Aufgabenbereich der Bezirksregierung fallen.

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