Nils Karsten

Wir im Fokus – Nils Karsten

Bevor eine neue Lehrkraft ihren Dienst antreten kann, gibt es einiges zu organisieren. Nils Karsten aus Dezernat 47 nimmt uns mit hinter die Kulissen der Personalverwaltung, erzählt von seinem Arbeitsalltag und warum ihm sein Engagement in der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) besonders wichtig ist. 

Wie sind Sie zur Bezirksregierung Düsseldorf und in den Schulbereich gekommen?

Ursprünglich habe ich eine Ausbildung zum Vermessungstechniker im Rhein-Kreis Neuss gemacht. Die Bezirksregierung ist in diesem Bereich die Prüfungsbehörde. Durch Kollegen aus der Verwaltung habe ich erfahren, wie vielfältig die Aufgaben der Bezirksregierung und das duale Studium sind. Das hat mich sehr interessiert, sodass ich mich nach meiner Ausbildung zum Vermessungstechniker als Regierungsinspektoranwärter (RIA)*  hier beworben habe.

Zum Schulbereich bin ich gekommen, weil ich im Dezernat 47 während des dualen Studiums schon zwei Praxisabschnitte absolvieren durfte. Die Arbeit hat mir viel Spaß gemacht, auch wegen des tollen Teams.  

Mittlerweile bin ich seit 2021 bei der Bezirksregierung. Davon drei Jahre als RIA und seit zwei Jahren in Dezernat 47.  

Was genau machen Sie in Dezernat 47? 

Wir begleiten Lehrkräfte während ihres gesamten Berufslebens – von der Einstellung bis zum Eintritt in den Ruhestand. Ich bin für Lehrkräfte an Gymnasien zuständig. Wir unterteilen uns in die verschiedenen Schulformen, da jede Schulform etwas anders funktioniert. Auch haben wir separate Teildezernate für die Referendare, die Einstellungs- und Versetzungsverfahren, den Stellenplan und für Landespersonal an Schulen, welche keine Lehrkräfte sind, beispielsweise Schulpsychologinnen und Schulpsychologen. 

Zu meinen Aufgaben gehören die Einstellungsverfahren, die Erstellung von Urkunden für Beamtinnen und Beamte sowie von Arbeitsverträgen für Tarifbeschäftigte. Außerdem bearbeiten wir Elternzeitanträge und führen die entsprechenden Personalunterlagen. 

Darüber hinaus begleite ich Klageverfahren am Verwaltungs- oder Arbeitsgericht, beispielsweise im Zusammenhang mit dem Beamtenrecht.  

Ich bereite außerdem Disziplinarverfahren für unser Personaldezernat vor und bearbeite Dienstaufsichtsbeschwerden sowie Beförderungsverfahren.

Was passiert hinter den Kulissen, wenn eine Lehrkraft neu eingestellt wird?

Zunächst stellen wir die Personalakte zusammen und prüfen, welche Unterlagen bereits vorliegen. Dazu recherchieren wir beispielsweise, ob es noch Akten aus dem Referendariat oder bei anderen Bezirksregierungen gibt, und fordern fehlende Dokumente an.

Nach Abschluss des Auswahlverfahrens und Beteiligung des Personalrats erhalten wir die Information über die geplante Einstellung. Wir fordern weitere Unterlagen bei den Lehrkräften an und warten auf erforderliche Nachweise, bei Beamtinnen und Beamten beispielsweise das Führungs- und Gesundheitszeugnis.

Sobald alles vorliegt, erstellen wir für verbeamtete Lehrkräfte die Ernennungsurkunde und Zuweisungsverfügung*, für Tarifbeschäftigte den Arbeitsvertrag. Die Unterlagen gehen anschließend an die Schulleitung. Danach errechnen wir unter anderem die Erfahrungs- und Entgeltstufen sowie die Probezeit.

Bis der Einstellungsvorgang abgeschlossen ist, dauert es in der Regel bis zu einem Monat – abhängig davon, wie schnell alle Unterlagen vorliegen.

Bei Personalangelegenheiten treffen rechtliche Vorgaben und persönliche Situationen aufeinander. Wie gelingt es Ihnen, beides miteinander in Einklang zu bringen?

Ich versuche, auch auf mein Bauchgefühl zu hören. Wenn ich Zweifel habe, frage ich lieber noch einmal nach. Die rechtlichen Vorgaben stehen dabei aber immer im Vordergrund.

Was wissen viele Lehrkräfte vermutlich nicht über die Arbeit, die hinter der Personalverwaltung steckt?

Wie viele Unterlagen wir bearbeiten und wie groß unser Aktenarchiv, die sogenannte Registratur, ist. Ich bin in der Sachbearbeitung für sieben Gymnasien zuständig. Insgesamt betreut man hier zwischen 600 und 1.000 Gymnasiallehrkräfte. In anderen Schulformen kann das variieren.

Was motiviert Sie besonders an Ihrer Arbeit?

Zu wissen, dass man mit seiner Arbeit einen kleinen, aber wichtigen Unterschied machen kann. Gerade angesichts des Lehrkräftemangels ist es wichtig, dass wir versuchen, dem bestmöglich entgegenzuwirken. Das betrifft insbesondere die Sicherstellung des Vertretungsunterrichts.

Sie engagieren sich zusätzlich in der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV). Was hat Sie dazu gebracht, diese Aufgabe zu übernehmen, und wie sieht Ihre Arbeit dort im Alltag aus?

Schon während meiner Ausbildung zum Vermessungstechniker bin ich zur JAV gekommen. Ein Ausbilder hatte mir damals einen Aufnahmeantrag für die Gewerkschaft auf den Tisch gelegt und gesagt: „Mach mal.“ Kurz darauf kam auch das Formular für die JAV-Tätigkeit. Das habe ich sehr gerne gemacht.

Mit dem Wechsel an die Bezirksregierung habe ich mich bei der ersten Wahl aufstellen lassen. 

Als JAV sind wir Ansprechpersonen für Auszubildende, die bestimmte Anliegen vielleicht nicht direkt mit dem Ausbildungsbüro besprechen möchten. Wir vertreten ihre Interessen gegenüber dem Personaldezernat, begleiten sie bei Personalgesprächen und Prüfungen und beraten sie bei ganz unterschiedlichen Fragen.

Mich motiviert vor allem, dass ich mich für andere einsetzen und mich für Dinge starkmachen kann, die sonst möglicherweise nicht ausreichend Gehör finden.

In einem großen Haus wie der Bezirksregierung gibt es viele verschiedene Aufgabenbereiche. Was schätzen Sie besonders an der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden?

Ich schätze die kurzen Wege. Bei Fragen kann ich jederzeit kurzfristig bei Kolleginnen und Kollegen vorbeigehen oder anrufen. Das erleichtert die Zusammenarbeit sehr.

Was ist für Sie der perfekte Ausgleich zu Ihrem Arbeitsalltag?

Seit etwas über einem Jahr mache ich Fitboxing am Boxsack, seit Kurzem auch Rudern. Ansonsten gehe ich gerne am Rhein spazieren, zum Beispiel auf dem Heimweg. Manchmal tut es auch gut, einfach mal nichts zu tun.  


*Regierungsinspektoranwärterinnen und -anwärter (RIA): Das ist die offizielle Bezeichnung für Menschen, die ein duales Studium für den gehobenen Verwaltungsdienst beim Land Nordrhein-Westfalen (NRW) absolvieren – in diesem Fall mit der Bezirksregierung Düsseldorf als Arbeitgeber. Das Studium erfolgt bei der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV). In den Praxisphasen durchlaufen die Auszubildenden mehrere Abteilungen in der Bezirksregierung Düsseldorf. 

*Zuweisungsverfügung: Rechtsverbindlicher Verwaltungsakt, der bestimmt, an welcher Schule eine Lehrkraft eingesetzt wird. 

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