Cecilienallee 1926

Das Regierungsgebäude in Düsseldorf

Das Gebäude wurde in den Jahren 1907 bis 1911 durch das preußische Ministerium für öffentliche Arbeiten unter Leitung von Geh. OBR (Oberbaurat) Kieschke und RBR (Regierungsbaurat) Schmalz erbaut. Die endgültige Planung und Ausführung erfolgte durch RBR von Salzwedel und RBR Endell.

Die Grundkonzeption des Gebäudes ist auf den Bautyp mehrflügeliger, um Innenhöfe gruppierter Barockschlossanlagen zurückzuführen.

Bei der Gestaltung der Außenansichten wurde auf die freie Lage des Gebäudes längs des Rheins und auf seine weite Sichtbarkeit Rücksicht genommen. Zusammen mit einigen imponierenden Verwaltungsbauten der Großindustrie und Banken sowie dem ehemaligen Warenhaus Tietz (heute Kaufhof), gehört das Gebäude zu den wichtigsten architektonischen Akzenten des frühen 20. Jahrhunderts in Düsseldorf.

Die Hauptfassade

Die 115 m lange Hauptfassade ist durch einen herausgehobenen Mittelbau und zwei Eckrisalite gegliedert. Der Mittelrisalit ist mit sechs Kolossalsäulen von 12,50 m Höhe und 1,25 m Durchmesser im römisch-ionischen Stil ausgestattet, die einen flachen Dreiecksgiebel mit plastischem Schmuck tragen. Den oberen Abschluß bildet eine Attika mit reichem Figurenschmuck und als Dachhaube dient ein kuppelartiges Mansarddach mit offener Laterne und bekrönendem Adler als "Sinnbild preußischer Kraft und Tüchtigkeit". Die turmartigen Eckrisalite zeigen eine ähnliche Bekrönung reduzierter Form.

Im Giebelfeld befinden sich die Personifizierungen von Industrie (männliche Gestalt mit Hammer und Rad) und Ackerbau (weibliche Gestalt mit Ähre und Sichel). Sie flankieren die preußische Krone die von Putten gehalten und von der Sonne hinterfangen wird. Den Dachreiter krönt ein kupferbeschlagener Adler von 5 m Spannweite. Am nördlichen Eckrisalit finden sich als krönende Fensterfiguren Darstellungen von Kunst und Wissenschaft, am südlichen (heute nicht mehr vorhanden) entsprechend Gesetz und Recht.

Das Schlösschen

Schlösschen mit dem Präsidentinnengarten

Auf der Dachkante des Plenarsitzungssaales standen als Pilasterkrönung, von zwei Obelisken flankiert, frei aufragend ursprünglich vier (heute nur noch zwei) weibliche Figuren, welche die "Beamtentugenden" Beredsamkeit, Gerechtigkeit, Wahrheit und Unbestechlichkeit verkörpern sollten. Ein fünfachsiger niedrig gehaltener Saalbau mit Attika und freistehenden Figuren bildet die Verbindung zu dem nach Art der kleinen Barockschlößchen gestalteten Präsidentenwohnschlößchen.

Dieses ist dreigeschossig mit Mansarddach. Die nach Süden gerichtete neunachsige Hauptfront betont in der Mitte ein durch Pilaster gegliedertes Mittelrisalit mit drei Eingängen, die ein Balkon zusammenfaßt. Eine Attika mit vier aufgesetzten Vasen bekrönt den Mittelrisalit; darüber ist das Mansarddach für die Plattform eines Belvederes vorgeschlungen. Zur Rheinseite ist ein weiteres durch Doppelbalken und Säulen ausgezeichnetes Risalit vorgelegt. Daneben befindet sich das Herrenzimmer des Präsidenten, nach außen hin durch einen Erker markant betont. Von hier hatte er unmittelbaren Zugang zum Plenarsitzungssaal und zu seinem Arbeitszimmer.

Von den Diensträumen sind nur die Sitzungssäle und das Arbeitszimmer des Präsidenten reicher ausgestattet. Im Arbeitszimmer befindet sich ein Gemälde von Heinrich Herrmann, welches die Jesuitenkirche und die lange Front des ehemaligen, als Regierungsgebäude genutzten Jesuitenkollegs mit dem gegenüberliegenden Präsidialgebäude, der ehemaligen Residenz zeigt.

Plenarsaal

Plenarsaal der Bezirksregierung Düsseldorf

Decke und Wände des Plenarsitzungssaales wurden von Professor Adolf Münzer gestaltet. Die südliche Figurengruppe der Deckengemälde stellt die Germania dar, von Rhein und Mosel rechts und links, von Flußnixen und Wassermännern unten begrüßt. Die nördliche Gruppe symbolisiert den Rhein, der die Phantasie anregt, Poesie und bildende Kunst zu erwecken. In der Deckenmitte sieht man das große Oval eines Figurenkranzes mit Monatsdarstellungen.

Die nach Ende des 1. Weltkrieges gefertigten Wandbilder sind Personifikationen der "staatstragenden" Tugenden und ihrer antithetischen Laster.

Speisezimmer

Die beiden großen Wandflächen im Speisezimmer führte der Maler Max Clarenbach aus. Sie zeigen charakteristische Landschaften des Regierungsbezirks Düsseldorf.