Eine faustdicke Überraschung

Unter Corona-Bedingungen ist alles anders - besonders das 12. Mausefallenrennen, das am 14. September am Cecilien-Gymnasium in Düsseldorf stattfand. Wegen Corona hatte der Physiktreff (Physiklehrkräfte und Herr Uhlmann als Physikdezernent der Bezirksregierung Düsseldorf) den Termin von Ende Juni auf die Zeit nach den Sommerferien verschoben, um zumindest eine kleine Wettbewerbs-Version des Wettbewerbs - eine Endausscheidung unter den besten Teams der teilnehmenden Schulen sicherstellen zu können. An den Schulen sollten vorher jeweils die besten Teams ermittelt werden, die nun zum Finale ans "Ceci" reisen durften. An den Schulen hatten also jeweils Vorentscheidungsrennen stattgefunden. Entsprechend konnte die Anzahl der teilnehmenden Teams deutlich reduziert werden, was andererseits aber auch ein Garant für das Stattfinden des Wettbewerbs selbst unter verschärften Corona-Bedingungen galt.

Unter Corona-Bedingungen ist alles anders? Nicht alles! Die Teilnahmebedingungen entsprachen für alle teilnehmenden Teams den üblichen Vorgaben: Gesucht wurde ein weiteres Mal in diesem seit 2009 stattfindenden Wettbewerb dasjenige selbstgebaute Fahrzeug, dass allein durch eine zuklappende Standardmausefalle angetrieben wird und dabei die größte Strecke zurücklegt.

Das Albert-Einstein-Gymnasium Kaarst entsandte allein drei Teams aus den 6. und 7. Klassen. Weiter waren das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Düsseldorf-Benrath und das Leibniz-Gymnasium in Dormagen mit je einem Team vertreten. Hierbei war das Dormagener Team mit "Speedy Gonzalez" der absolute Favorit, weil dieses Auto immerhin mit 35 Metern die Nase weit vorn hatte. Aber unter Corona ist alles anders ....

Es wurde in drei Durchgängen gefahren, um das Auto mit der größten weite zu ermitteln. Und so kam es für das Dormagener Team zu einer großen Enttäuschung: Ihr Favorit Speedy Gonzalez bekam "kalte Füße" und erreichte auf dem Parkettboden in der Aula des Cecilien-Gymnasiums dann allerdings nur eine Weite von 6,75 m. Offenbar kam die getunte Konstruktion mit den veränderten Bodenverhältnissen überhaupt nicht zurecht. Ausgerechnet der Einzelteilnehmer aus Kaarst - Max S. - hatte sein Mausefallenfahrzeug optimal eingestellt und erreichte mit seiner Konstruktion stolze 25 Meter! Das war für alle Teilnehmer*innen und die Mitglieder des Physiktreffs eine faustdicke Überraschung! Den 2. Platz konnte sich die zum ersten Mal teilnehmende Schülerin Julia K. des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums aus Düsseldorf mit einer weite von 20,33 Metern sichern. Sophie K. und Jana R. vom AEG Kaarst erreichten den 3. Platz mit 16,72 m. Das weitere Team aus Kaarst erreichte den 4. Platz.

Und zum Schluss konnte das Dormagener Favoritenteam doch noch zufrieden sein. Es sicherte sich hochverdient den Preis für das beste Design aufgrund der beeindruckenden wie eigenwilligen Holzkonstruktion. Neben einer Urkunde erhielten die Teilnehmer*innen Preise, die - wie kann das auch anders sein - zum Experimentieren und Forschen einladen und in die Welt der Physik einladen. Bestes Beispiel hierfür ist "Einsteins Trinkende Ente", die nicht selten als Perpetuum Mobile bezeichnet wird.

Der Physiktreff bedankt sich ganz besonders bei der Schulleiterin des Cecilien-Gymnasiums, Frau Becker, die den Wettbewerb ermöglicht und stets unterstützt hat. Für eine besondere akustische Kulisse sorgte die 6. Klasse des Gymnasiums, deren Physiklehrerin den Unterricht spontan auf die Empore verlegte und ihre Schüler*innen auf diese Weise auch auf den kommenden Wettbewerb einstimmen konnte, der am 14.Juni 2022 an der Johannes-Kepler-Realschule in Viersen stattfinden wird.