Windkraftanlage (Symbolbild)

Luftfahrthindernisse

Luftfahrthindernisse

Gebäude, Windkraftanlagen oder Krane können unter Umständen eine Gefahr für den Luftverkehr darstellen. Nicht nur in der unmittelbaren Umgebung von Flughäfen oder Flugplätzen.

Gebäude, Windenergieanlagen, Kräne und andere Objekte können aufgrund ihrer Höhe und ihres Standortes ein Hindernis für die Luftfahrt darstellen. Solche Luftfahrthindernisse bedürfen der luftrechtlichen Zustimmung im Genehmigungsverfahren bzw. der unmittelbaren luftrechtlichen Genehmigung, wenn keine Baugenehmigung erforderlich ist (z.B. Kran).

Die Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 26 – Luftverkehr, nimmt diese Zuständigkeit in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln war (für die Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster ist die Bezirksregierung Münster zuständig).

Als Luftfahrthindernisse kommen Bauwerke aller Art (Gebäude, Windenergieanlagen, Schornsteine, Funk-/Sendemasten, Hochspannungsfreileitungen) ebenso in Betracht, wie temporär errichtete Objekte (Kräne, Betonpumpen, Steiger, Bühnen oder andere Baugeräte).

Eine luftrechtliche Zustimmung bzw. Genehmigung ist für Hindernisse gem. der §§ 12 ff. Luftverkehrsgesetz (LuftVG) in folgenden Fällen erforderlich:

  • Grundsätzlich ab einer Höhe von 100 Meter über Grund (§ 14 Abs. 1 LuftVG)
  • auf natürlichen oder künstlichen Bodenerhebungen ab einer Höhe von 30 Meter Höhe über Grund (§ 14 Abs. 2 LuftVG)
  • bei Freileitungen oder Seilbahnen ab einer Höhe von 20 Meter über Grund (§ 16a LuftVG)
  • in den Bauschutzbereichen von Flugplätzen (mit unterschiedlichen Höhenstufen, §§ 12 und 17 LuftVG)

Flughäfen sind grundsätzlich von „großen“ Bauschutzbereichen gem.§ 12 LuftVG (bis zu 15 km Umkreis) umgeben. Für andere Flugplätze ist die Festsetzung eines beschränkten Bauschutzbereiches gem.§ 17 LuftVG (bis zu 4 km Umkreis) in Abhängigkeit von den jeweiligen Gegebenheiten möglich.

Die Bezirksregierung Düsseldorf erteilt die Zustimmung bzw. Genehmigung für Luftfahrthindernisse in den Bauschutzbereichen folgender Verkehrsflughäfen und –landeplätze:

  • Aachen-Merzbrück
  • Bonn-Hangelar
  • Dinslaken/Schwarze Heide
  • Düsseldorf
  • Essen/Mülheim
  • Köln/Bonn
  • Mönchengladbach
  • Niederrhein (Weeze)

Unabhängig von der Festlegung eines Bauschutzbereichs, sind Flugplätze und die dort festgelegten flugbetrieblichen Verfahren (z.B. die sog. Platzrunde) vor Hindernissen zu schützen. Es ist daher empfehlenswert, Planungen und Vorhaben in der Umgebung sämtlicher Flugplätze möglichst frühzeitig mit der Luftfahrtbehörde abzustimmen.

Turmdrehkran (Symbolbild)

Gebühren

Viele verschiedene Euro-Geldscheine (Symbolbild)

Die Gebühren für die Genehmigung eines Luftfahrthindernisses sind vom Einzelfall abhängig. Je nach Verwaltungsaufwand können Kosten zwischen 70 Euro und 5.000 Euro entstehen.

Für die Zustimmung zu einem festen Luftfahrthindernis sind – je nach Art um Umfang des Bauwerks – in der Regel zwischen 70 Euro und 300 Euro zu veranschlagen, bei Windkraftanlagen in der Regel 600 Euro pro Anlage. Die Gebühren für die Genehmigung eines temporären Hindernisses, wie zum Beispiel eines Krans, betragen in der Regel 110 Euro bis 150 Euro.

Hinzu kommen die Gebühren der Deutschen Flugsicherung GmbH für die Erstellung eines Gutachtens.

Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen

Eine Zustimmung bzw. Genehmigung für Luftfahrthindernisse kann mit Auflagen verbunden sein. Als mögliche Auflagen kommen Kennzeichnung oder Bauhöhenbeschränkungen von Luftfahrthindernissen in Betracht.

Man unterscheidet dabei Tages- und Nachtkennzeichnung. Die Tageskennzeichnung für flächige Hindernisse, wie zum Beispiel Windkraftanlagen, erfolgt durch Farbauftrag in Grau-Rot oder Weiß-Orange. Die Kennzeichnung seilförmiger Hindernisse, wie Hochspannungsleitungen, erfolgt durch farbige Seilmarker. Statt Farbauftrag kann auch ein weiß blitzendes Feuer (Lichtsignal) eingesetzt werden. Temporäre Hindernisse, wie zum Beispiel Kräne, sind gelb, rot oder orange oder durch Flaggen oder  Warntafeln zu kennzeichnen. Die Nachtkennzeichnung von Luftfahrthindernissen erfolgt durch rote Hindernisfeuer (stetig) und/oder Gefahrenfeuer (blinkend).

Hochhäuser (Symbolbild)

Anlagenschutzbereiche

Schornsteine (Symbolbild)

Zum Schutz vor Störungen sind um Flugsicherungsanlagen (Funk-, Ortungs- und Navigationsanlagen) Anlagenschutzbereiche eingerichtet. Durch Störungen dieser Anlagen kann die Kommunikation zwischen Pilot und Fluglotsen beeinträchtigt werden, oder Positionen im Luftfahrzeug oder durch das Radar werden fehlerhaft dargestellt. Da Navigationsanlagen sehr sensibel auf Reflektionen von Windenergieanlagen reagieren, gelten für Windenergieanlagen im Vergleich zu anderen Luftfahrthindernissen erweiterte Anlagenschutzbereiche.

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) hält auf seiner Webseite eine interaktive Karte bereit, die die Flugsicherungseinrichtungen und deren Anlagenschutzbereiche darstellt. Karte der Anlagenschutzbereiche

Ansprechpersonen:

Feste Luftfahrthindernisse im Regierungsbezirk Düsseldorf
bettina.koestermann[at]brd.nrw.de (Frau Köstermann) 0211 475-5250  
Genehmigungsbehörden aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf werden um Beachtung der Beteiligungsregelungen der Bezirksregierung Düsseldorf gebeten (Informationen unter Beteiligung als Träger öffentlicher Belange).
Feste Luftfahrthindernisse im Regierungsbezirk Köln
jens.karrenberg[at]brd.nrw.de (Herr Karrenberg) 0211 475-4059  
Temporäre Luftfahrthindernisse
Bitte nutzen Sie immer den bereitgestellten Antrag zur Aufstellung von temporären Luftfahrthindernissen und beachten Sie die dortigen Hinweise zum zeitlichen Vorlauf (min. 10 Arbeitstage). Bei Rückfragen stehen Ihnen wie folgt Ansprechpersonen zur Verfügung:
Regierungsbezirk Düsseldorf – Linksrheinisch sowie Flughafen Köln-Bonn rudolf.dohmes[at]brd.nrw.de (Herr Dohmes) 0211 475-3700
Regierungsbezirk Düsseldorf – Rechtsrheinisch jens.karrenberg[at]brd.nrw.de (Herr Karrenberg) 0211 475-4059
Regierungsbezirk Köln (ohne Bauschutzbereich Flughafen Köln-Bonn) manuela.lichtenfels[at]brd.nrw.de (Frau Lichtenfels)
herbert.kader[at]brd.nrw.de (Herr Kader)

0211 475-4275
0211 475-3785

Raumordnung, Bauleitplanung, Landschaftsplanung und sonstige Angelegenheiten als TöB in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln
luftverkehr-bauleitplanung[at]brd.nrw.de (Herr Karrenberg) 0211 475-4059  
Behörden / TöB’s  aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf werden um Beachtung der Beteiligungsregelungen der Bezirksregierung Düsseldorf gebeten (Informationen unter Beteiligung als Träger öffentlicher Belange).