IST GmbH
Datum
02.03.2022
zuletzt geändert Datum
17.03.2022
Datum der Umweltinspektion
13.12.2021
Anlagenbezeichnung
Altfahrzeugbehandlungsanlage
Standort

Stauderstr. 83-85

45326 Essen

Einstufung der Anlage

Einstufung nach Anhang 1 der IE-RL
keine IE-Anlage
Einstufung nach Anhang 1 der 4. BImSchV
Nr. 8.9.2, 8.12.2, 8.12.1.2, 8.12.3.2
Art der Umweltinspektion
unangemeldet
Dauer der Inspektion vor Ort
3 Stunden 45 Minuten
Gesamtaufwand der Inspektion
35 Stunden
Weitere beteiligte Behörden
keine
Umfang der Umweltinspektion

Medienübergreifende Umweltinspektion mit den Schwerpunkten:

  • Genehmigungskonformität
  • Entwässerung
  • Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
  • Abfallwirtschaft
Grundlage der Umweltinspektion
  • § 52 BImSchG 
  • § 47 Abs. 2 KrWG
  • § 100 WHG i. V. m. § 116 LWG 
Ergebnis der Umweltinspektion
Geringfügige und erhebliche Mängel¹⁾²⁾
Beschreibung der Mängel

1. Im Zufahrtsbereich von der Stauderstr. bis zum Betriebsgelände sind in der Fahrbahn tiefe Schlaglöcher vorhanden. 1)
Der Mangel wurde abgestellt.
2. Errichtung eines Vorschredders, eines Förderbands mit Abscheider und eine Vorlage am Kabelschredder, ohne das hierfür vorab eine Änderungsgenehmigung eingeholt wurde. 2)
3. Behandlung von Erdkabeln ohne die erforderliche Genehmigung. 2)
Der Mangel wurde abgestellt.
4. Errichtung einer Mühle für den Keramikteil von Katalysatoren mit angeschlossener Filteranlage ohne die erforderliche Genehmigung. 2)
5. Errichtung eines Probenteilers ohne die erforderliche Genehmigung. 2)
6. Errichtung eines Schwimmseparators zur Entfernung von Kabelresten aus geschredderten Kupferkabeln ohne die erforderliche Genehmigung. 2)
7. Lagerung von Altöl in einem nicht gemäß AwSV geprüften Tankauflieger, in dessen Auffangwanne sich viel Altöl befand. 2)
8. Errichtung und Betrieb von sechs neuen Anlagen zum Trockenlegen von Autos inkl. der dazugehörigen Tankbatterie je Anlage ohne die erforderliche Genehmigung. Zusätzlich zu den Tankbatterien wurde für je zwei Trockenlegungen ein ca. 0,9 m³ Doppelwandtank für verunreinigte Kraftstoff/Altöl errichtet. 2)
Der Betreiber verzichtet freiwillig bis zur Erteilung der in Kürze beantragten Genehmigung auf den Betrieb der nicht genehmigten Anlagen.
9. Eine der sechs Trockenlegungen wurde nicht witterungsgeschützt aufgestellt was gemäß AwSV ein Mangel darstellt. 2)
Der Mangel wurde abgestellt.
10. Nutzungsänderung der alten Trockenlegung ohne die erforderliche Anzeige. 1)
11. Betanken von Fahrzeugen an den Tankbatterien ohne den erforderlichen Abfüllplatz gemäß AwSV. 2)
12. Errichtung und Betrieb einer zweiten Predator-Autopresse auf der Hoffläche ohne Auffangwanne. Die zweite Presse wird genutzt, wenn die erste Presse ausfällt. 2)
Der Betreiber verzichtet freiwillig bis zur Erteilung der in Kürze beantragten Genehmigung auf den Betrieb der nicht genehmigten Anlagen.
13. Die wiederkehrenden AwSV-Prüfungen an den noch vorhandenen Tanken der genehmigten Trockenlegung wurde nicht durchgeführt. 2)
14. Nicht genehmigungskonforme Nutzung des ca. 20 m³ großen, einwandigen Pufferbehälters. Der Tank wird zum Trennen von Altöl- /Wassergemischen, welches in der Motorenbox und auf der abgedichteten Fläche der Autopresse anfällt, genutzt. 2)
15. Der vorhandene E-Bagger neben der genehmigten Presse wird beim Ausfall der Baggers 830E genutzt, obwohl lt. Auflage Nr. 10 des Bescheides vom 09.03.2021 auf die Nutzung des Beladekrans zu verzichten ist. 1)
16. Die genehmigte Presse wurde nicht über einer Auffangwanne, sondern einer Stahlableitfläche mit Gefälle zum Tiefpunkt und seitlicher Aufkantung im hinteren Bereich aufgestellt. 1)
17. Der Nachweis der Stahlqualität und der Dichtheit der Auffangwanne unter der Presse wurde nicht bis zum 12.09.2021vorgelegt. 1)
18. Die letzte Änderung der Betriebsorganisation gemäß § 52b BImSchG wurde nicht mitgeteilt. 1)
Der Mangel wurde abgestellt.
19. Die in der Genehmigung vom 09.03.2021 auf 60 t/d festgelegte Durchsatzleitung bei der Behandlung von Altfahrzeugen (ASN 160104* + 160106) wird erheblich überschritte. 2)
Der Betreiber verzichtet freiwillig bis zur Erteilung der in Kürze beantragten Genehmigung auf den Betrieb der nicht genehmigten Anlagen.
20. Die gemäß Bescheides vom 09.03.2021 vorgegebene Beschränkung auf 45 PKW/d wird erheblich überschritten. 2)
Der Betreiber verzichtet freiwillig bis zur Erteilung der in Kürze beantragten Genehmigung auf den Betrieb der nicht genehmigten Anlagen.
21. Der Nachweis, dass lt. Bescheides vom 09.03.2021 nur externe trockene Altfahrzeuge (ASN 160106) angenommen werden, wenn sie aus einer nach AltfahrzeugV zugelassenen Demontage kommen, konnten nicht vorgelegt werden. 2)
Der Mangel wurde abgestellt.
22. Lt. Nebenbestimmung Nr. 20 des Bescheides vom 09.03.2021 darf die Annahme der externen trockenen Altfahrzeuge nur erfolgen, wenn ein Zertifikat als „sonstige Anlage zur weiteren Behandlung“ nach AltautoV vorhanden ist. Dies ist nicht der Fall. 1)
23. Während der Begehung wurden Altfahrzeuge gepresst, die noch nicht vollständig gemäß AltfahrzeugV demontiert wurden. Es waren noch die Scheiben, Kunststoffteile wie Stoßstangen etc. im oder am Fahrzeug vorhanden. 2)
24. Das erforderliche Anlagenkataster gemäß AwSV ist nicht vorhanden. 1)
25. Es wurde kein Immissionsschutzbeauftragter bestellt. 2)
Der Mangel wurde abgestellt.
26. Gemäß der Lagerbestandsliste vom 01.12.2021 wurde die nach Ziffer 8.12.3.2 der 4. BImSchV genehmigte Gesamtlagermenge von < 1.500 t um ca. 273 t überschritten. 2)
Der Mangel wurde abgestellt.

 

Veranlasste Maßnahmen

Revisionsschreiben, Anhörung zur Rückführung der nicht genehmigten Änderungen auf den genehmigten Zustand.

Legende

1) Geringfügige Mängel

sind festgestellte Verstöße gegen materielle oder formelle Anforderungen, die augenscheinlich nicht zu Umweltbeeinträchtigungen führen können. Ein Vermerk oder ein Revisionsschreiben ist ausreichend. Der Betreiber bestätigt die Beseitigung der Mängel innerhalb einer angemessenen, vereinbarten Frist.

2) Erhebliche Mängel

sind festgestellte Verstöße gegen materielle oder formelle Anforderungen, die zu Umweltbeeinträchtigungen führen können. Die Beseitigung der Mängel ist innerhalb einer festgesetzten Frist mit anschließender Vollzugsmeldung zu fordern. Die Mängelbeseitigung soll zeitnah vor Ort überprüft und dokumentiert werden.

3) Schwerwiegende Mängel

sind festgestellte Verstöße gegen materielle oder formelle Anforderungen, die zu akuten, erheblichen Umweltbeeinträchtigungen führen können. Eine Beseitigung dieser Mängel durch den Betreiber ist unverzüglich zu fordern. Ggf. ist eine Stilllegung/Teilstilllegung der Anlage zu prüfen. Die Mängelbeseitigung ist zeitnah zu überprüfen und zu dokumentieren. Die Folgeinspektion wird spätestens nach 6 Monaten durchgeführt.

4) Der Mangel wurde bereits bei einer früheren Inspektion festgestellt.